4 eindrucksvolle Charts, die weiter für US-Aktien und speziell den Nasdaq 100 sowie gegen Gold sprechen

US-Aktien sind seit 2009 Jahr für Jahr gestiegen. Der Grund dafür könnte der säkulare Bullenmarkt sein, in dem wir uns befinden. In diesem Zusammenhang erinnert sich Julius Bär-Charttechniker Mensur Pocinci daran, dass er vor Jahren Mühe hatte, Gegenstände aus der Distanz klar zu sehen (Kurzsichtigkeit). Zur Korrektur dieses Defizits probierte er von einer Brille bis zu Kontaktlinsen Verschiedenes aus. Auch wenn manche Leute meinten, mit Brille wirke er intellektueller, war ihm das einfach zu unbequem. Letzten Endes beschloss er, die Augen lasern zu lassen und Zug um Zug sah er anschließend alles klarer und in voller Farbe. Ihm seien wortwörtlich die Augen geöffnet worden.

Das Prinzip lässt sich laut Pocinci auf die Finanzmärkte übertragen. Ein Übermaß an Ablenkung könnte dazu führen, dass Anleger wichtige Trends aus den Augen verlieren, weil sie bei all der Unruhe nicht mehr klar sehen können. Anleger hätten in den vergangenen Jahren jedenfalls immer wieder eine Frage gestellt: Wann geben US-Aktien nach? Erinnert sich noch jemand an die Herabstufung des Kreditratings durch Standard & Poor’s von AAA auf AA+ im Jahr 2011, fragt Pocinci rhetorisch. Trotz der damals aufkeimenden Ängste habe der S&P 500 Index seitdem jährlich eine Rendite von 16 % erbracht bzw. ist er einfach gesagt um 192 % gestiegen.

Natürlich seien die Kurse vermeintlich durch die vielen Aktienrückkäufe von Unternehmen und nicht zu vergessen die quantitativen Lockerungen der US-Notenbank (Fed) künstlich in die Höhe getrieben worden. Aber auch nachdem die Fed Ende 2014 die Ausweitung ihrer Bilanz einstellte, habe der S&P 500 gemessen an der Gesamtrendite um 46 % zugelegt. Es gebe zahllose Gründe, warum US-Aktien nachgeben könnten. Die Stimmung, die dadurch entstehe, bezeichne man des halb als das «Erklimmen der Wall of Worry». Aber ein Bild sagt mehr als tausend Worte und deshalb verweist Pocinci auf die nachfolgende Grafik. Diese macht klar, dass der S&P 500 Index seit 2009 auf Basis der Gesamtrendite Jahr um Jahr zugelegt hat. Könnte dies ein Zufall sein, oder befinden wir uns vielleicht in einem säkularen Bullenmarkt für US-Aktien, fragt sich Pocinci vor diesem Hintergrund.

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Gold seit 2011 ohne Chance gegen den S&P 500 Index

Verständlicherweise machten sich viele Anleger Sorgen um den US-Dollar und vertrauten daher den auf dem US-Dollar basierenden Kursen/Statistiken nicht. Im Zweifelsfall gebe es immer noch Gold, so die weit verbreitete Denkweise. Dieses könne im Gegensatz zum US-Dollar nicht endlos gedruckt werden. Aber was für eine Überraschung: Der S&P 500 hat gegenüber Gold seit 2011 eine Outperformance von 20 % per annum oder 262 % insgesamt erzielt!

Zuletzt habe die Outperformance des S&P 500 gegenüber Gold im laufenden Jahr 18 % betragen. Betrachte man die nachfolgende zweite Grafik, dann sei zu sehen, dass das langfristige Momentum die Talsohle erreicht habe und dass das S&P 500/Gold-Verhältnis 1999 seinen Höchststand bei 5,60 hatte. Wer sagt, eine Rückkehr auf 5.60 vom aktuellen Stand von 2.40 sei nicht möglich?

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Es gibt keine Regeln

Eine faszinierende Tatsache der Finanzmärkte bestehe darin, dass, sobald sich eine Regel etabliert habe und die meisten Anleger ihr Funktionsprinzip begriffen haben, exakt das Gegenteil geschieht. Als Beleg dafür verweist Pocinci auf die dritte Grafik. Diese zeigt die relative Performance von US-Aktien gegenüber dem Rest der Welt. 2016 erreichte der Index die Spitzenwerte der Jahre 2002, 2000 und 1972. Viele Anleger gingen deshalb davon aus, dass dieser verlässliche Indikator auch weiterhin in der langfristigen Spanne zwischen 0,55 und 1,00 pendeln würde. Aber überraschenderweise sei das Gegenteil passiert und US-Aktien hätten ihren Anstieg fortgesetzt.

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Bei US-Aktien stellt Pocinci fest, dass der Nasdaq 100 Index seine konstante Outperformance fortsetze, wobei vermutlich allgemein unterschätzt werde, wie beständig dieser Index den S&P 500 hinter sich gelassen hat. Wussten Sie, dass der Nasdaq 100 auf zweijährlicher Basis in 26 der vergangenen 32 Jahre eine Outperformance gegenüber dem S&P 500 erzielt hat? Pocinci empfiehlt deshalb, sich weiterhin an die langfristige Hausse bei US-Aktien zu halten und dabei den Nasdaq 100 zu favorisieren.

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