Rocket Internet – Wohin nur mit dem ganzen Cash?

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Es gibt ja das Sprichwort: „Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder“. Wie an jedem Sprichwort ist da etwas Wahres dran. Schön beobachten kann man das derzeit bei Rocket Internet. Erst wollte niemand so richtig glauben, dass die Start-up-Schmiede mehr als den einen Exit vom Modehändler Zalando zu bieten hat. Doch nach den Börsengängen von Delivery Hero, HelloFresh, home24, Westwing und Jumia konnten die Zweifler eines Besseren belehrt werden. Rocket Internet hat diese Entwicklung aber mit einem Problem zurückgelassen.

Das Geschäftsmodell von Rocket Internet hat sich als tragbar erwiesen. Oliver Samwer und sein Team waren so erfolgreich mit dem Geschäftsmodell „Wagniskapital in aussichtsreiche Start-ups zu investieren“, dass inzwischen zu viele andere auf die gleiche Idee gekommen sind und dem Konzern die Ideen für neue Beteiligungen dadurch ausgegangen sind. Zumindest erst einmal, so Der Aktionär.

Rocket Internet sitze durch die vielen Exits der Beteiligungen auf einem Cash-Berg von rund 3,1 Mrd. Euro. Außerdem halte das Unternehmen noch Beteiligungen an den inzwischen börsennotierten ehemaligen Start-ups in Höhe von 500 Mio. Euro. Summa summarum werde damit die Marktkapitalisierung des Unternehmens abgedeckt. Quasi umsonst erhalte man als Aktionär als derzeit Beteiligungen an weiteren 200 Unternehmen im Portfolio von Rocket Internet. Allerdings habe diese Sache einen Haken. Als wirklich aussichtsreich für einen erfolgreichen Börsengang gebe es nur noch die Global Fashion Group in besagtem Portfolio. Ein IPO dieser Beteiligung könne noch 2019 erfolgen. Doch dann klaffe dort womöglich eine große Lücke, bis ein neuer Blockbuster aus dem Portfolio komme.

Natürlich sei sich Konzernchef Samwer dieser Problematik selbst bewusst. Daher wolle sich Rocket Internet künftig nicht mehr nur auf Start-ups aus dem Bereich E-Commerce fokussieren, sondern das Geschäftsmodell breiter aufstellen. Gedacht werde an Beteiligungen im Bereich Fintech, Immobilien, Onlinewetten und Reisen. Angeblich habe man bereits seit Anfang 2018 10 neue Geschäftsmodelle gestartet, wolle sich aber mit näheren Informationen noch nicht in die Karten gucken lassen. Aber das Segment „New Businesses“ habe im 1. Quartal mit einem Umsatzplus von 85 % bereits aufhorchen lassen.

Falls Rocket Internet aber so gar nichts einfallen sollte, was mit dem großen Cash-Bestand passieren solle, hat Der Aktionär eine Idee. Das Unternehmen könne doch über die Ausschüttung einer Sonderdividende nachdenken. Wenn nur ein Drittel des Netto-Cash-Bestands für diese Maßnahme verwendet werden sollte, dann könne das in einer Dividende von 6,70 Euro je Aktie resultieren. Das wiederum käme einer Rendite von 27 % gleich. Andererseits könne Rocket Internet auch ein weiteres Aktienrückkaufprogramm beschließen und damit den Cash-Bestand einem sinnvolleren Nutzen zuführen, als ihn auf einem Tagesgeldkonto liegenzulassen. Der Aktionär rät mit einem Kursziel von 30 Euro zum Kauf (22 % Potenzial).

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