ThyssenKrupp – Abspaltung würde zu Neubewertung führen

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Bei ThyssenKrupp dachte man bis vor ein paar Jahren automatisch an Stahl – und zwar Stahlproduktion. Doch diese Zeiten sind inzwischen eher eine Erinnerung an die Vergangenheit. Der DAX-Konzern hat sich längst zu einem Industriekonzern gewandelt. Am liebsten würde man den Stahlbereich nun komplett aus dem Portfolio entfernen. Jahrelang machte ThyssenKrupp ein kostenmäßig außer Kontrolle geratenes Stahlwerk in Brasilien zu schaffen. Nach mehr als 10 Jahren konnte man diesen wohl teuersten Fehlgriff in der Unternehmensgeschichte Anfang des Jahres an den Luxemburger Stahlkonzern Ternium verkaufen. Nun soll auch das europäische Stahlgeschäft weg.

Schon seit längerem gebe es laut Der Aktionär Spekulationen, dass die europäischen Stahlaktivitäten von ThyssenKrupp und Tata Steel in ein Gemeinschaftsunternehmen ausgelagert werden sollen. Nach einer Fusion wäre das neue Unternehmen künftig hinter ArcelorMittal die neue Nummer 2 in Europa und hätte angesichts dieser Stellung eine deutlich bessere Verhandlungsposition. ThyssenKrupp dürfe im Fall eines Zusammenschlusses einen Buchgewinn von mehr als 3,1 Mrd. Euro verbuchen. Doch leider gebe es ein „Aber“. Die Verhandlungen stockten, weil es keine Regelung hinsichtlich milliardenschwerer Pensionslasten auf beiden Seiten gebe.

Weil nun schon so lange auf einen Deal zwischen den beiden Konzernen gewartet werde, denke man  inzwischen bei ThyssenKrupp auch offen über einen Plan B nach. Die Alternative zur Abspaltung der europäischen Stahlaktivitäten in ein Joint Venture mit Tata sei ein radikaler Aufspaltungsplan für ThyssenKrupp. In diesem Szenario verbleibe Steel Europe bei ThyssenKrupp und stattdessen dürfe das Aufzugsgeschäft, die Komponentenfertigung und er Anlagenbau ausgegliedert werden.

Auch wenn eine Tata-Fusion immer noch die bevorzugte Königslösung sei, unterstreiche  ThyssenKrupp, dass man mit Plan B eine bessere Alternative zum Status quo angedacht habe. Egal für welche Lösung sich der Konzern entscheide, laut Der Aktionär führe jede Abspaltung von Geschäftsbereichen zu einer Neubewertung der Aktie. Der Aktionär rät daher mit einem Kursziel von 34 Euro zum Kauf des DAX-Titels (rund 27 % Potenzial).

Ganz ähnlich lautet auch die Einschätzung der Schweizer Bank Credit Suisse hinsichtlich des Kursziels von ThyssenKrupp. Analyst Michael Shillaker bestätigte sein Outperform-Rating am 8. Am 3. August begründete er sein Kursziel von 34,30 Euro bereits mit der möglichen Aufspaltung des Industrie- und Stahlkonzerns. Aufgrund der geplanten Restrukturierungen im Stahlbereich nannte er ThyssenKrupp seinen „Top Pick“ im Sektor.

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Bildherkunft: ThyssenKrupp

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