Auf dem Weg zum Millionär - mit dieser Einstellung

Blog Tim Schäfer 1.381 Leser
Liebe Leser,

es gibt Leute, die haben ein Einkommensproblem. Dann ist es logischerweise schwierig zu sparen. Es gibt genauso gut Menschen, die ein ordentliches Einkommen haben, die aber ihre Ausgabenseite nicht im Griff haben.

Du musst verzichten können. Wer das kann, braucht keine zwei Einkommen. Es bedeutet, dass Du innerhalb Deines Finanzrahmens bleiben solltest. Anders ausgedrückt: Du sollst bodenständig bleiben. Es geht darum, die Schulden zu eliminieren und Finanzrücklagen zu bilden.

Ich gebe Dir ein paar Beispiele: Niemand muss seine Wäsche endlos lang durch den Trockner schicken. Sie trocknet an der frischen Luft oder im Waschraum aufgehängt ebenso. Niemand muss ständig in Restaurants rennen. Niemand muss für eine Hochzeit extrem viel Geld ausgeben. Durch ein hohes Budget wird die Beziehung nicht besser. Anstatt mit der Familie ins Kino zu gehen, bietet es sich an, wandern zu gehen, Sport zu machen oder ein Buch zu lesen. Es ist außerdem ratsam zuhause auszumisten: Versuche all das abzuschaffen, was Du nicht brauchst. Es hilft beim Aldi oder Lidl einkaufen zu gehen. Du sparst nicht nur Geld, sondern auch Zeit, weil die Geschäfte kleiner sind und Du schnell heraus kommst.

Ein Kostenfaktor, den Du kürzen kannst, sind Versicherungen. Die Deutschen sind bekannt dafür, überversichert zu sein. Neben einer Krankenversicherung und Haftpflicht brauchst Du kaum andere Assekuranzen. Das ist meine Meinung.

Ein anderes Beispiel ist das 1.000-EUR-Kleid. Welchen wert wird das Modestück in einem Jahr noch haben? Was ist mit dem 5.000-EUR-Urlaub? Das Geld ist für immer weg. Es bleibt nur die Erinnerung. Ähnlich ist es mit der Putzfrau. Oder die Restaurantbesuche. Es kostet Unmengen Geld. Es ist wichtig die Kosten auf Sicht von Dekaden hochzurechnen. Dann wirst Du merken, was für eine enorme Summe das wird.

Was motiviert Dich? Wenn Du Fortschritte machst. Wenn Du die Schulden siehst, wie sie von Monat zu Monat sinken. Wenn Du Dein Aktiendepot siehst, wie es steigt.

Am besten ist es natürlich, wenn Dein Partner/Partnerin mit macht. Wenn Ihr gemeinsam ein Sparziel entwickelt. Am besten stimmen sich Familien ab. Sie haben ein Haushaltsbuch und planen gemeinsam die Ausgaben. Du wirst begeistert sein, wenn Du die Fortschritte siehst. Die Zukunft wird schön aussehen. Wenn der Schneeball größer wird, ist das ein großartiges Gefühl. Du wirst stolz sein. Kein Gegenstand wird Dich so glücklich machen, wie das Gefühl über Deine Finanzen die Oberhand zu gewinnen.

Feier Deine Erfolge - in kleinem Rahmen. Selbst wenn es nur ein Kaffeeplausch ist.

Zwei Dinge sind meiner Meinung wichtig, wenn Du erfolgreich beim Sparen sein willst. Erstens kaufe niemals Dinge, die Dir jemand aus Deinem Umfeld sagt, zu kaufen. Entscheide selbst! Kaufe nur das, was Du wirklich brauchst. Zweitens kaufe niemals impulsartig, aus einem Moment heraus. Überdenke Käufe umfassend, bevor Du zuschlägst. Genießt Du tatsächlich ein neues Protz-Auto so sehr, dass Du dafür Jahre länger arbeiten gehst, bevor Du in den Ruhestand kannst? Wenn das so ist, dann kauf Dir das Auto. Überdenke Deine Möglichkeiten. Habe stets vor Augen: Was kannst Du anstelle kaufen?

Mir sind Autos ziemlich gleichgültig. Wenn ich eines bräuchte, würde ich ein Altes fahren. Genießt Du etwas tatsächlich, dann sollst Du es Dir leisten. Es sollte aber immer im Rahmen Deiner Möglichkeiten sein. Anstatt einen neuen Porsche/Mercedes zu kaufen, kannst Du erst mal einen leihen, um zu sehen, ob sich das wirklich für Dich lohnt.

Wenn jemand extrem viel Geld ausgibt, das Girokonto überzogen hat, Ratenkredite aufnimmt und kaum über die Runden kommt, ist womöglich ein psychologisches Problem daran schuld, was tief verwurzelt ist. Ist jemand fettsüchtig, ist es nicht so, dass die Person das Essen liebt, sondern hier kann ein psychologisches Problem ebenfalls vorliegen. Der übertriebene Konsum oder das krankhafte Essen wird dann als Werkzeug zur Problembewältigung benutzt. Es ist ein Mechanismus, der das Problem sogar verschlimmert.

Wie baust Du ein Aktiendepot auf? Am besten auf monatlicher Basis. Stur und stetig mit einem Sparplan. Wenn Dein Geld automatisch vom Girokonto abgebucht wird, um es an der Börse zu investieren, ist das Geld weg. Es landet eben im Depot. Das Gute daran: Du kannst es nicht mehr anderweitig für Konsum ausgeben.

Wer gut verdient und monatlich 1.500 EUR in einen ETF-Sparplan investiert, kann nach 20 Jahren 750.000 EUR zusammen haben. Ich unterstelle eine Rendite von 7%. Hast Du 750.000 EUR angespart, kannst Du finanziell frei sein, wenn Dir 30.000 EUR im Jahr zum Lebensunterhalt genügen. Basis ist hier die 4%-Entnahmeregel. Du kannst 4% Deines Depots entnehmen, ohne Deinen Finanzbestand dauerhaft in Gefahr zu bringen.

Wichtig ist beim Aktiensparen, dass Du Geduld hast. Die Buy-and-Hold-Strategie ist überlegen. Die Fondsgesellschaft Fidelity hat die Kundenportfolios in den USA unter die Lupe genommen. Sie fand heraus, dass jene Menschen am besten abschnitten, die ihre Depots ganz vergessen hatten. Wenn die Aktien über mehrere Dekaden einfach im Depot ruhten, konnte sich der Zinseszins am besten entfalten. Anleger, die gestorben waren, hatten die besten Renditen. Es ist ein Geheimnis an der Wall Street, dass Nichtstun überlegen ist. Natürlich spricht die Branche nicht gerne darüber, denn das große Geld wird mit Aktivität verdient.

1935 wurde der Investmentfonds Voya Corporate Leaders Trust Fund gegründet. Das Ziel war langfristig zu investieren. Vor 82 Jahren suchten die Gründer 30 Aktien heraus, von denen sie annahmen, dass sie führende Konzerne waren. Sie verteilten das Geld in gleichen Anteilen auf die 30 Aktien. 82 Jahre lang machten die Initiatoren und ihre Nachfolger keinerlei Veränderung im Depot. Ursprünglich hatten sie Standard Oil gekauft, was heute Exxon Mobil ist. DuPont, General Electric und Procter & Gamble sind noch immer führend in ihrer Branche. Die Zahl der Firmen hat sich von 30 auf 21 reduziert.

Seit 1935 legte der Voya-Fonds um 10,6% p.a. zu. In der gleichen Zeit kletterte der Dow-Jones-Index nur um 6,7% p.a. Der Fonds war also überlegen. Es zeigt, dass hohe Renditen durch Nichtstun erzielt werden können. Es sind keine Umschichtungen nötig. Im Gegenteil: Ruhe tut gut, die Performance geht rauf.

Die Lehre daraus ist: Kauft stetig ETFs und lasst sie liegen. Oder kauft Qualitätsaktien. Ein Blick auf die führenden US-Konzerne hilft. Wer sich heute Erfolgsmaschinen wie Apple, Microsoft, Alphabet (Google), Facebook, Amazon, J&J, Berkshire, Exxon, JP Morgan oder Bank of America zulegt, dürfte auf Sicht von mehreren Dekaden gut abschneiden. Wichtig ist freilich, ausreichend zu streuen.

Das Problem der Anleger ist aber, dass sie kein Sitzfleisch haben. Ihnen fehlt der Mut, schlechte wie gute Zeiten auszusitzen. Hinzu kommt: Zahlreiche Konsumenten haben beim Sparen Probleme. Es bleibt am Monatsende nichts übrig.

Ich kann jedem nur raten, das Buch „The Millionaire Next Door“ zu lesen. (Es gibt leider nur die englische Ausgabe und keine Übersetzung.) Es schildert, wie Reiche sich verhalten. Wie sie über Geld denken. Wie sie ihre Ausgaben im Griff haben.

Viele Grüße
Ihr Tim Schäfer

Tipp: Tim Schäfer stellt in jeder Ausgabe des aktien Magazins Titel vor, die zum langfristigen Vermögensaufbau geeignet sind

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