Aktienanalyse neu gedacht: Kann diese Dänische Qualitätsaktie in 2020 ihre fünfjährige Konsolidierung beenden?

Hallo Investoren, Hallo Trader

Wie immer könnt ihr euch gleich jetzt zu Beginn entscheiden, ob ihr den neuen Artikel lieber lesen wollt, oder ob ihr ihn euch lieber auf You-Tube anseht.



Als High-Quality-Stocks bezeichnen wir Aktiengesellschaften, die einerseits stabil und andererseits hochprofitabel sind und mit hohen Nettogewinnmargen und Kapitalrenditen wachsen und eine geringe Verschuldung aufweisen. Unternehmen, die diese Eigenschaften vorweisen, verfügen mit hoher Wahrscheinlichkeit über ein Geschäftsmodell mit Wettbewerbsvorteilen. Warren Buffett hätte von einem Burggraben gesprochen. Die Regeln die wir hinterlegt haben, damit ein Unternehmen in unserem Paper „High-Quality-Stocks Europe“ auftaucht, kommen so auch bei unseren beiden TraderFox-Qualitäts-Indizes High-Quality-Stocks USA und High-Quality-Stocks Europe zum Einsatz, die in unserem Magazin abgebildet werden. Lediglich einige Branchen- und Sektorenbeschränkungen, die im Index angewendet werden, sind hier in den Papers nicht hinterlegt. Im Backtest zeigt das Regelwerk durchschnittliche Jahresrenditen von bis zu 16 % bei deutlich geringeren Drawdowns als der Gesamtmarkt. Diese Strategie gehört zu den Top-Empfehlungen von TraderFox für Anlagestrategien. Infos zu unserem Aktien Magazin findet ihr übrigens hier: https://traderfox.de/aktienmagazin/

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Und so gehe ich dabei vor! 

Nun aber will ich euch zeigen, wie ich auf Europäische High-Quality-Unternehmen aufmerksam werde. Dazu gehe ich auf www.traderfox.de und öffne dort unser Tool „Paper.“ Dabei handelt es sich um einen digitalen Kiosk auf dem wir börsentäglich PDF-Dokumente zur Verfügung stellen, die alle wichtigen Infos zu einer Trading- und Anlagestrategie beinhalten. Das Paper „High-Quality-Stocks-Europe“ findet ihr im Bereich „aktien Reports“. Es wird wöchentlich von uns aktualisiert. Ihr könnt das Paper auch bequem per E-mail beziehen. Um darauf zugreifen zu können, benötigt ihr folgende Rechte: TraderFox Morningstar Datenpaket und die TraderFox Börsensoftware. 

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Öffne ich nun das Paper, dann erscheinen sogleich alle europäischen Unternehmen gerankt nach dem höchsten Gesamt-Score, der 100 beträgt. Ich persönlich konzentriere mich hier auf Unternehmen mit einem Gesamtscore von mindestens 90. Das sind momentan beinahe 100 Unternehmen. Darunter finden sich viele spannende Unternehmen. Bekannte und weniger Bekannte. Meine Entscheidung viel heute auf ein weniger bekanntes Unternehmen aus Dänemark das sich aktuell auf Platz 38 befindet. 

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Novozymes A/S ist ein dänisches Biotechnologieunternehmen, welches im Jahr 2000 aus der Aufspaltung von Novo Nordisk entstand. Der Fokus der Geschäftstätigkeit liegt in der Erforschung, Produktion und Vermarktung von Enzymen und Mikroorganismen.

Dabei handelt es sich bei Enzymen um Proteine, die aus Aminosäuren aufgebaut sind, biochemische Reaktionen beschleunigen und dadurch den Stoffwechsel von Organismen aufrechterhalten. Mikroorganismen dagegen sind sehr kleine Organismen, wie Bakterien oder Pilze die aus einzelnen Zellaggregaten oder Zellen bestehen. Dabei spielen sie eine große Rolle im Stoffkreislauf wie auch in der Mineralisation, in dem sie organische Materie zu anorganischen Verbindungen abbauen. 

Novozymes vertreibt seine über 700 Produkte in 130 Länder weltweit. Das Angebotsspektrum reicht von der Herstellung von Biokraftstoffen über die Produktion von Transfetten, die beim Kochen Verwendung finden, bis hin zur Produktion von technischen Enzymen für die Leder-, Textil- und Forstwirtschaft. Der Schwerpunkt von Novozymes liegt in der Erzeugung von nachhaltigen Produkten im Einklang mit Natur und Umwelt. Das Unternehmen vermarktet seine Produkte u.a. in der Nahrungsmittel- und Getränkebranche, in der Landwirtschaft und im Verpackungswesen. Novozymes hat für seine Innovationen über 7.000 aktive Patente, patentierte Anwendungen und lizensierte Patente erhalten.

Die Marktkapitalisierung liegt bei 93 Mrd. DKK (12,44 Mrd. €). Das Unternehmen, welches seinen Unternehmenssitz in Bagsvaerd/Dänemark hat, ist dem Healthcare-Sektor und der Biotechnologie-Branche zuzuordnen. Der Streubesitz der Aktie beläuft sich auf 74,50%. 25,50 % der Anteile hält Novo Nordisk.

Geschäftsmodell

Auf die Frage wo Novozymes weltweit anzutreffen ist, antwortet das Unternehmen mit der Aussage: Wir sind überall. Und das stimmt insofern, dass Enzyme und Mikroorganismen uns permanent begegnen. Als globaler Marktführer im Enyzmebereich deckt Novozymes inzwischen 48% des Gesamtmarktes ab. Schätzungsweise 5,6 Mrd. Menschen nutzen wöchentlich Produkte von Novozymes, wenn man bedenkt, dass es aktuell 7,75 Mrd. Menschen weltweit gibt, ist das eine ganze Menge. 

Die Nachhaltigkeit der Produkte von Novozymes ermöglicht es dem Unternehmen zu vielen der Sustainable Development Goals (SDGs) die von der UN-Generalversammlung im Jahr 2015 verabschiedet wurden, beizutragen. Dabei beurteilt das Unternehmen die potenziellen Auswirkungen all seiner Projekte in Bezug auf diese SDGs. So können Lösungen vorangetrieben werden, die das Potenzial haben, einen hohen Einfluss auf die globale Nachhaltigkeit zu haben. Dies wiederum führt dazu, dass diese globalen Nachhaltigkeitsziele die Geschäftsentwicklung vorantreiben, weil Novozymes viele Lösungen in Bezug auf die Bekämpfung des Hungers, dem Umweltschutz, dem Bevölkerungswachstum etc. parat hat. Bezüglich der Hungerbekämpfung hilft das Unternehmen z.B. Landwirten auf der ganzen Welt, ihre Produktion nachhaltiger zu gestalten und ihre Produktivität zu steigern; und im Rahmen der BioAg-Allianz, wozu u.a. Bayer und Syngenta gehören, arbeitet Novozymes an der Verbesserung der Ernteerträge mit Produkten, die natürlich vorkommende Mikroben enthalten. Bezogen auf Ziel 7 (siehe Abbildung) unterstützt und fördert Novozymes die Entwicklung und den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien. Die Lösungen des Unternehmens ermöglichen dabei u.a. die Entwicklung kohlenstoffarmer Kraftstoffe im Verkehrssektor, der einen bedeutenden Anteil am globalen Energiemix ausmacht. 

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Einen weiteren wichtigen Punkt im Geschäftsmodell von Novozymes stellt die permanente Forschung und Entwicklung neuer Produkte dar. Die im Unternehmensvergleich überdurchschnittlich vielen Patente haben ohne Zweifel dazu beigetragen, dass sich Novozymes zu dem Marktführer entwickeln konnte, der er bis heute ist. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich in 2018 auf 1,86 Mrd. DKK, was 13 % des Umsatzes entspricht. Im Branchenvergleich ist dies ein mittlerer Wert, dennoch gingen die Ausgaben im Vergleich zu 2017 leicht um 5% zurück.

Segmente und Regionen 

Novozymes Geschäftsbereiche sind wie in der unteren Abbildung zu sehen, bezogen auf die Regionen, in vier Segmente gegliedert. Organisches Wachstum konnte in diesem Zeitraum nur in der EMEA-Region (+2%) und hier insbesondere mit Haushaltspflege und in Lateinamerika (+1%) mit Bioenergie und dem weiteren Ausbau der Ethanol-Kapazitäten in Brasilien erzielt werden. 

Das Nordamerikageschäft mit dem 33% der Umsätze erzielt wurden ging deutlich um 5% zurück, was darauf zurückzuführen ist, dass der Druck laut Konzernaussagen im Bereich der Bioenergie hoch war. Allerdings schwanken die Umsätze in diesem Bereich deutlich mehr aufgrund der Abhängigkeit von den Rohstoffpreisen. 

Auch im Asien-Pazifk-Raum ging das organische Umsatzwachstum um 5% zurück. Dies liegt zu einem Großteil an den Sanktionen gegen den Iran. Nichtsdestotrotz sei darauf verwiesen, dass laut diverser Studien u.a. von TechsciResearch die Bereiche Asien-Pazifik und Nordamerika zukünftig am stärksten wachsen dürften. Im Asien-Pazifik-Raum dürfte dies vor allem am nicht nachlassendem Bevölkerungswachstum und am steigendem Wohlstand liegen. In Nordamerika liegt dies vor allem am Trend hin zu mehr bewusster Ernährung und dem steigenden Umweltbewusstsein. 

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Der Bereich Haushaltspflege nimmt mit 33% den ersten Platz in Bezug auf die Umsätze ein, dicht gefolgt vom Bereich Nahrungsmittel. Wenngleich beide Bereiche in den ersten neun Monaten 2019 stagnierten, könnten diese Bereiche zukünftig dafür verantwortlich sein, dass das Wachstum von Novozymes wieder anzieht, da laut diverser Studien u.a. von Mordor Intelligence diese beiden Bereiche global gesehen zukünftig am stärksten wachsen sollten. Bis 2024 geht man dort von einem jährlichen Wachstum von etwa 7% aus. Dass die Bereiche Landwirtschaft und Viehfutter sowie Bioenergie in den ersten Neune Monaten jeweils um 4% geschrumpft sind, liegt insbesondere an der USA: Zum Einen ließ die Ethanolproduktion in den USA nun bereits drei Quartale in Folge nach. Zum Anderen machte das nasse Wetter in den USA im Frühling dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung.

Wichtige Kennzahlen

Aufgrund der unerwartet starken Rückgänge in beinahe allen Bereichen, sowohl was die ersten neun Monate 2019 als auch das letzte Quartal betrifft, sah sich das Management in diesem Jahr bereits zum wiederholten Male gezwungen die Prognosen zu senken. Grundsätzlich is dies bedenklich, kann aber natürlich mal passieren. Allerdings musste Novozymes in den letzten fünf Jahren bereits mehrmals die Prognosen nach unten anpassen, was letztlich Zweifel am Management aufkommen ließ. Der beschlossene Austausch der Führungsspitze zum 1. Februar 2020, auf den weiter unten noch eingegangen wird, dürfte die logische Konsequenz der Fehleinschätzungen der letzten Jahre sein.

Wie in der unteren Abbildung zu sehen, konnten die Umsätze und Gewinne bis 2015 durchschnittlich jährlich um über 10% gesteigert werden. Seit 2015 stagnieren aber beinahe alle Werte. So betrug das durchschnittliche jährliche Umsatzwachstum der letzten fünf Jahre nur etwas mehr als 4%, während der Gewinn erstaunlicherweise aber immerhin durchschnittlich um etwa 9% wachsen konnte, was auf eine angepasste Preispolitik hindeutet. Allerdings ging das durchschnittliche Gewinnwachstum bezogen auf die letzten drei Jahre auf unter 5% zurück und stellt eine enorme Verlangsamung dar.


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Der operative Cashflow ist die letzten zwei Jahre leicht rückläufig, während das Eigenkapital die letzten Jahre bei etwas über 11 Mrd. DKK stagnierte. Die Nettogewinnmargen stagnierten die letzten Jahre ebenfalls, wenngleich diese mit über 22% erstaunlich hoch sind. Dies deutet auf qualitativ hochwertige und innovative Produkte hin, was sich auch an den zahlreichen Auszeichungen erkennen lässt, die Novozymes Jahr für Jahr einheimst. Großkunden wie u.a. Procter & Gamble zeichnen das Unternehmen immer wieder als besten Zulieferer aus, was bedeutet, dass von Großkunden-Seite keine große Gefahr einer Abwanderung hin zur Konkurrenz bestehen dürfte. Dies sollte die Margen auch in Zukunft stabil halten. 

In der unteren Abbildung sind noch einmal die wichtigsten Kennzahlen zusammengefasst dargestellt. Zu erkennen ist hier, dass der Kurs in den letzten fünf Jahren mehr oder weniger den Verlauf der fundamentalen Kennzahlen wiedergibt. 

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Management 

Da Novo Nordisk 71,7% der Stimmrechte besitzt und immerhin 25% der Aktien hält, gibt es hier ein Unternehmen im Hintergrund was auch, wie die bisherigen Jahre schon,  weiterhin an einer guten Geschäftsentwicklung von Novozymes interessiert sein dürfte. Wie das Unternehmen ausführt, werden strategische Entscheidungen, wie auch Übernahmevorhaben mit Bedacht und Weitblick getroffen. Die Führungsspitzen werden in den meisten Fällen mit Leuten aus den eigenen Reihen besetzt, welche das Unternehmen gut von innen kennen und fundierte Kenntnisse bezüglich des Marktes in dem das Unternehmen tätig ist, aufweisen. Durch die bereits mehrfach kommunizierten Gewinnwarnungen verteilt auf die letzten Jahre, hat das Management allerdings etwas an seiner Glaubwürdigkeit eingebüßt, mit der Konsequenz, dass der aktuelle CEO Peder Holk Nielsen das Unternehmen zu Ende Januar 2020 verlassen wird. 

Und nun wird es spannend! Seine Nachfolgerin wird nicht aus dem Unternehmen selbst stammen, sondern von außen hinzukommen. Dabei handelt es sich um Ester Baiget (48) die seit 1995 bei Dow arbeitet. Sie hat Chemie-Ingenieurwesen studiert und ist derzeit Business President für die Geschäftseinheit „Industrial Solutions“ von Dow und Mitglied des Executive Leadership Teams. Seit 1995 hat sie Aufgaben in den Bereichen Produktion, Technik, Vertrieb und Strategie wahrgenommen. In ihren Jahren als Business President konnte das Unternehmen seine marktführende Position signifikant verbessern und zweistelliges Wachstum erzielen. Ester Baiget wird eine klare Wachstums-, Innovations- und Betriebsstrategie zugeschrieben, wobei sie immer das Ziel im Auge hat starke finanzielle Ergebnisse zu erzielen. Mit der neuen Führung ab kommendem Februar könnte sich also durchaus einiges zum Positiven wenden. Hier dürfen wir gespannt sein. 

Was sagt der AAQS-Score? 

Wie auf den ersten Blick zu sehen, bekommt Novozymes nach diesem Score 7 von 10 möglichen Punkten. Der Alle Aktien Qualitätsscore wurde 2018 von Jonathan Neuscheler vorgestellt. Bei diesem Scoring-System wird jede Aktie in vier Kategorien geprüft:
  • Nachhaltiges Wachstum
  • Geringe Risiken
  • Hohe Kapitalrendite 
  • Günstige Bewertung. 
Je höher der Punktestand ist, den eine Aktie im AAQS erzielt hat, desto besser ist die Aktie für eine langfristige Investition geeignet. Auch hier ist zu erkennen, dass die Probleme im Bereich des mittelfristigen Umsatz- und Gewinnwachstums liegen. Die Verschuldung hingegen ist sehr gering. In 2014 gab es sogar die Situation, dass der Cashbestand die Schulden überstieg.

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Was sagen die Dividenden? 

Novozymes hat seit 19 Jahren immer eine Dividende gezahlt und hat die Dividende die letzten neun Jahre immer erhöht. In 2019 betrug sie 5,13 DKK pro Aktie. Somit ergibt sich eine Dividendenrendite von 1,87%. Diese Entwicklung zeugt insgesamt von einer starken Finanzkraft des Unternehmens. Gleichzeitig muss aber bedacht werden, dass die Ausschüttungsquote in den letzten Jahren permanent erhöht wurde. Sie soll bis auf 50% steigen, liegt im Dreijahresschnitt bei 37,62% und aktuell bei knapp 45%. Sollen also die Dividenden weiterhin so konstant wachsen wie bisher, muss der Gewinn pro Aktie ebenso gesteigert werden. Dies wird durch Aktienrückkäufe vorangetrieben. Da aber die Aktienrückkäufe inzwischen mit einem Volumen von 2 Mrd. DKK pro Jahr beinahe so groß sind wie der freie Cashflow, der in 2019 bei etwas über 2 Mrd. DKK liegt, nimmt das Unternehmen Schulden auf. Grundsätzlich sollten bei so einem Vorgehen die Warnlampen leuchten, allerdings sollte nicht vergessen werden, dass die Nettoverschuldung, wie uns der AAQS gezeigt hat, sehr gering ist, und das Unternehmen zudem in der Lage wäre, mit weniger als einem Jahresgewinn (inklusive Cash) seine zinstragenden Verbindlichkeiten zu tilgen. Nichtsdestotrotz sollte natürlich die Entwicklung bezüglich der Verschuldung genau  im Auge behalten werden. Und auch die Aktienrückkäufe sollten im Augen behalten werden.

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Grundsätzlich sehen zwar steigende Dividendenkurven und hohe Aktienrückkaufprogramme wie in der unteren Abbildung zu sehen, sehr schön aus. Doch wie schon öfter erwähnt, sollten Aktienrückkäufe immer kritisch betrachtet werden. Im Falle von Novozymes sollte sich gefragt werden, warum das Geld in Aktienrückkäufe gesteckt wird. Sollte dieses Geld nicht vielmehr in Forschung und Entwicklung investiert werden? Denn die Ausgaben dort sind rückläufig. Vielleicht könnte dann die Konkurrenz besser in Schach gehalten werden. Außerdem ist zu fragen, warum in den schlechten Jahren 2008 und 2009 als die Aktie relativ günstig war, keine Rückkaufprogramme durchgeführt wurden.

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Was bringt die Zukunft?

Wenngleich Novozymes 48% der globalen Umsätze im Enzymebereich erwirtschaftet, ist der Wettbewerb mit Unternehmen wie DuPont, DSM oder Chr. Hansen stark ausgeprägt. Da Novozymes im Gegensatz zu seinen Wettbewerbern in den letzten Jahren nur unterdurchschnittlich wachsen konnte, dürften dem Unternehmen früher oder später Marktanteile verloren gehen, wenn nicht ein neuer Wachstumsweg beschritten wird. Dies kann allerdings nur gelingen, wenn die Gelder verstärkt in Forschung und Entwicklung fließen und das Talent-Management in diesem Bereich nicht aus den Augen verloren wird. Neue, innovative Produkte könnten nämlich dann ganz schnell einen neuen Wachstumsschub einleiten. Zumal die Chancen für Novozymes, das ja mit seinen fünf Produktbereichen breit aufgestellt ist und viele der von der UN aufgestellten Nachhaltigkeitsziele abdeckt enorm sind. Momentan befinden sich in der Innovationspipeline von Novozymes mehr als 120 Projekte.  Eine innovative Divisionsstruktur soll es dabei möglich machen, neue Innovationen schneller denn je auf den Markt zu bringen und gleichzeitig erhebliche segmentübergreifende Synergien zu nutzen. 

In der unteren Abbildung sind die acht wichtigsten Innovationsplattformen mit einem Umsatzpotenzial von 500 Mio. DKK oder mehr zu sehen. Diese Bereiche stellen, laut Unternehmensaussagen, bedeutende Wachstumsmöglichkeiten dar, die meisten mit dem Potenzial, die Welt nachhaltig zu beeinflussen. Im Jahr 2018 wurden allerdings nur in drei Bereichen Produkteinführungen erzielt. Und die letzten Jahre enttäuschte man die Investoren in dieser Hinsicht immer wieder. Dies muss aber, insbesondere mit einer neuen Führungsspitze, nicht so bleiben. 

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Beispielhaft sei auf zwei Bereiche eingegangen: Im Bereich der Pflanzenölverarbeitung wurden die Forschungsaktivitäten weiter verstärkt, mit dem Ziel die Ausbeute und die Prozessleistung bei der Palmölproduktion weiter zu verbessern. Das Umsatzpotential beläuft sich hier auf über 500 Mio. DKK.

In dem bisher am wenigsten fortgeschrittenen Bereich „Technologie“ könnten sich ebenfalls, aufgrund der weltweit zunehmenden Nachfrage nach sauberem Wasser, wobei laut Novozymes ab 2030 die Nachfrage das Angebot übersteigen wird, nicht zu verachtende Wachstumschancen ergeben. Da die Nachfrage nach Lösungen zur Senkung des Wasserverbrauchs und zur Verbesserung der Abwasserqualität weiter zunehmen wird, könnte Novozymes mit seiner Produktpipeline hier auf rege Nachfrage stoßen. Die erste Lösung, die bereits auf dem Markt ist, ermöglicht es den Wasseranteil im Schlamm von Kläranlagen zu reduzieren, wodurch der Einsatz von Chemikalien und der Energieverbrauch reduziert werden können.

Chartanalyse

Der Langfristchart von Novozymes zeigt eine enorme Performance, wenngleich es immer wieder Jahre gab, in denen der Kurs seitwärts lief, wie dies auch aktuell der Fall ist. Der übergeordnete Aufwärtstrend ist aber dennoch in Takt. Seit 2003 konnte der Aktienkurs immerhin über 1000 % zulegen. Wir können hier also von einem Tenbagger sprechen. 

Die Aktie befindet sich seit gut fünf Jahren in einer zähen, aber engen Seitwärtsphase. Sollte diese aber auf Wochenbasis nachhaltig nach oben verlassen werden, könnte hier der nächste große Trendschub eingeleitet werden. Aus diesem Grund würde ich einen Einstieg in Betracht ziehen, wenn die Aktie auf ein neues Allzeithoch über 360 DKK ausbricht. Meiner Meinung gehört die Aktie jetzt auf die Watchlist. 

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Für und Wider

Zum Schluss sehen wir uns noch an was für und gegen das Unternehmen spricht.

Also was spricht dafür?

! Marktführerschaft

! Qualitativ hochwertige und innovative Produkte

! Neue Hoffnung durch neue Führung

! Dividendenaristokrat

! Der AAQS-Score ist mit 7 von 10 Punkten gut.

! Das Unternehmen ist auf einem langfristigen Wachstumsmarkt tätig

! Langfristig gesehen starke fundamentale Kennzahlen 

Und was spricht dagegen?

⚡️Mittelfristig gesehen stagniert das Wachstum

⚡️Hoher Wettbewerb durch starke Konkurrenz

⚡️Führung hat die letzten Jahre den Markt falsch eingeschätzt 

⚡️Geld fließt in Rückkaufprogramme, wäre aber besser im Bereich F&E aufgehoben

⚡️Chart befindet sich in einer zähen Seitwärtsphase

 

Ich wünsche euch einen erfolgreichen Start ins neue Jahr!

Bis bald

Andreas Haslinger

Verwendete Tools:

TraderFox Trading-Desk: https://www.traderfox.de

TraderFox Paper: https://paper.traderfox.com

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