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Investieren in Megatrends - Diese Aktien profitieren vom Supertrend „Silver Economy – Demografischer Wandel“

Laut der Credit Suisse sind es 6 Supertrends, die unser Leben mitbestimmen und die dadurch auch als Anlegersicht von besonderer Bedeutung sind. Als am defensivsten ausgerichtet bezeichnet Gesundheits-Aktien-Analyst Lorenzo Biasio dabei den Megatrend “Silver Economy – in den demografischen Wandel investieren“ Denn das Altern der Bevölkerung stelle mittlerweile ein bekanntes Phänomen dar und dürfte noch viele Jahre lang für Geschäftsgelegenheiten sorgen und die Anlageperformance bestimmen.

Gleichwohl dürfte sich dieses Phänomen vor allem in den Schwellenländern und in einer Geschwindigkeit abzeichnen, die von den meisten noch nicht erkannt werde. Zwei Drittel der Menschen, die bis 2050 das Rentenalter erreichen, werden in Asien leben, wodurch der Beitrag anderer Regionen weltweit in den Schatten gestellt wird, so Biasio. Im internationalen Vergleich ist Asien laut Angaben der Vereinten Nationen allerdings im Hinblick auf Gesundheitsdienstleistungen weiterhin unterversorgt.

Da man bei der Schweizer Großbank der Ansicht ist, dass sich aus demografischer Sicht ein besseres Verständnis über die Konsumenten in den Schwellenländern erlangen lässt, hat man das Subthema „Konsumenten in den Schwellenländern“ vom Supertrend „Besorgte Gesellschaften“ in die Supertrends „Silver Economy“ und „Werte der Millennials“ verschoben. Ebenso wie die älteren Konsumenten in den Schwellenländern im Supertrend „Silver Economy“ werde auch die jüngere Generation an Schwellenländerkonsumenten, auf die der Supertrend „Werte der Millennials“ Bezug nehme, in den kommenden Jahren Einfluss auf die Konsumpräferenzen und -trends rund um den Globus ausüben.

Im Mittelpunkt des Supertrends „Silver Economy – in den demografischen Wandel investieren“ steht für die Credit Suisse die Prognose, dass sich die Zahl der Senioren weltweit bis 2050 auf über zwei Mrd. verdoppelt. Die Alterung der Bevölkerung werde sich voraussichtlich ungeachtet der Lage der Weltwirtschaft oder politischer Ereignisse fortsetzen und dabei neue Erfordernisse in Bereichen wie Gesundheits-, Versicherungs- und Finanzierungslösungen sowie an den Konsum- und Immobilienmärkten mit sich bringen.

Ein Fokus auf die Schwellenländer und insbesondere Asien sei dabei sinnvoll, denn zwei Drittel der neu hinzukommenden Senioren würden künftig in dieser Region leben, in der die Gesundheitsversorgung und das Angebot an öffentlichen und privaten Versicherungslösungen weiterhin unzureichend seien.

Therapeutik und Geräte - Alterung angehen

Das Gesundheitswesen bleibe der am stärksten von der Alterung der Bevölkerung betroffene Sektor. Mit dem Alter steige die Häufigkeit chronischer Erkrankungen, weshalb eine Zunahme der Seniorenbevölkerung mit einem überproportionalen Anstieg der Gesundheitsausgaben einhergehe. Laut Prognosen auf Grundlage der historischen Entwicklung würden die Gesundheitskosten weiter steigen, und das mit einer Rate, die das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um mehrere hundert Basispunkte übersteige. Dies löse eine wichtige Debatte aus und erfordere Lösungen zur Eindämmung der Gesundheitskosten angesichts dieser demografischen Entwicklungen. Technologie könne und werde dabei eine wesentliche Rolle spielen.

Auch der medizinische Fortschritt dürfte effektivere und kostengünstigere Heilmittel und -verfahren für altersbedingte Erkrankungen und Beschwerden hervorbringen. Im Idealfall könnten präventive Maßnahmen dazu beitragen, Erkrankungen wie z.B. lebensstilbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden. Ein solcher Ansatz scheine bei Krebs jedoch weniger wirksam. Auch Krebs gehöre zu den häufigsten Todesursachen und hat im Jahr 2010 Angaben der Weltgesundheitsorganisation zufolge Kosten von insgesamt über 1,2 Bio. USD verursacht.

Im Unterschied zu anderen Krebsrisikofaktoren wie Rauchen und ein ungesunder Lebenswandel lasse sich das Altern nicht vermeiden. Bei Technologien der nächsten Generation, darunter Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und personalisierte Krebsimpfstoffe, würden große Fortschritte bei den klinischen Tests erzielt. Angesichts der prall gefüllten Onkologie-Pipeline sei es überaus wichtig, dass die Gesundheitssysteme alle Einsparpotenziale aufgrund auslaufender Patente mithilfe der Entwicklung von Generika und Biosimilars von biologischen Arzneimitteln ausschöpften und damit finanziellen Spielraum für Innovationen schafften.

Ungeachtet der medizinischen Indikation, des Therapiegebietes oder der Art der Gegenmaßnahmen (ob medikamentös oder durch anderweitige Behandlung) sei ein Fokus auf wertsteigernde Innovationen oder Kostenführerschaft entscheidend, da allein dadurch die Verhandlungsposition von Pharmaunternehmen in einer von steigenden Gesundheitskosten geprägten Welt gestärkt werden könne. Ein unter Letzteren besonders erfolgreiches Unternehmen sei Transasia Bio-Medicals. Durch einen starken Fokus auf die Kosten und ein tief greifendes Verständnis der lokalen Anforderungen habe es sich zum führenden Anbieter von In-vitro-Diagnostika in Indien entwickelt. Dies ermögliche es Transasia Bio-Medicals, sein Geschäftsmodell auf andere Schwellenländer und bestimmte Industrieländer auszuweiten.

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Pflege und Einrichtungen - Investitionsbedarf vorhanden

Eine alternde Bevölkerung mit altersbedingten Beschwerden sei auf ein gezielt ausgerichtetes Angebot an Pflegeleistungen und Einrichtungen angewiesen. Ältere Menschen lebten heutzutage meist gesünder und seien aktiver als frühere Generationen. Dadurch könnten sie länger selbstständig leben – was viele von ihnen so lange wie möglich erhalten wollten.

Daraus folge, dass das klassische Konzept des Seniorenheims den unterschiedlichen Ansprüchen der älteren Generation nicht mehr genüge. Daher komme Bauträgern sowie Betreibern altersgerechter Wohnkonzepte, die das gesamte Spektrum der Pflegeeinrichtungen abdecken (vom betreuten Wohnen bis hin zur Intensivpflege), eine entscheidende Rolle zu. Um das Ausmaß der Nachfrage und des Investitionsbedarfs abzubilden, hat die Credit Suisse die Zahl der Spitalbetten berechnet, die aktuell zusätzlich erforderlich wäre, um die 10 Länder mit der höchsten absoluten Zunahme an älteren Menschen auf den globalen Durchschnitt bezogen auf die Zahl der Spitalbetten pro Kopf anzuheben. Daraus ergebe sich ein theoretischer Investitionsbedarf von 4 Mio. Betten. Dies entspreche dem Vierfachen der in den USA verfügbaren Spitalbetten beziehungsweise 10.000 mittelgroßen Spitälern.

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Zudem handele es sich dabei lediglich um den heutigen Investitionsbedarf, der mit der auch künftig schnell fortschreitenden Alterung der Bevölkerung weiter steigen werde. Auch die Ausbildung zusätzlicher Ärzte und zusätzlichen Personals für Pflegeeinrichtungen werde ein gesundheitsökonomischer Kraftakt werden. Fortschritte in diesem Bereich würden indes dazu beitragen, die gegenwärtig erheblichen Engpässe in großen Schwellenländern zu verringern und so einen Beitrag zur sozialen Gleichheit zu leisten.

Bei der Bereitstellung von Pflegedienstleistungen komme auch Managed-Care-Unternehmen eine wesentliche Bedeutung zu. Sie kombinierten ihr tief greifendes Verständnis der Risikofaktoren und der Pflegelandschaft mit umfangreichen Daten historischer Pflegeverläufe und -anforderungen, um Patienten die effektivste Pflege vorzuschlagen. Managed-Care-Unternehmen könnten beispielsweise frühzeitig Kandidaten für eine Dialyse identifizieren und eine entsprechende Behandlung einleiten. So könne vermieden werden, dass der Patient unvermittelt im Rahmen eines teuren medizinischen Notfalls mit der Dialyse beginnen müsse.

Kranken- und Lebensversicherung - Schmerzpunkt Altersvorsorge

Mit der Zahl der Senioren wachse auch der Bedarf an Finanzierungslösungen – sowohl für Lebenshaltungs- als auch für Gesundheitskosten. Letztere könnten, wie bereits erwähnt, trotz aller Bemühungen um Kostensenkungen im Gesundheitswesen erheblich sein. Dass die Rentensysteme vieler dieser Länder, in denen die absolute Zahl der älteren Menschen bis 2050 am stärksten zunehmen wird, nur unzureichend auf diesen Anstieg vorbereitet seien, gebe Anlass zur Sorge. Für eine Analyse sei der Melbourne Mercer Global Pension Index aufschlussreich. Dieser hat den Rentensystemen der meisten dieser Länder die Note C oder sogar nur D vergeben, was deutlich macht, wie unzulänglich die meisten Systeme derzeit seien. Selbst die USA blieben offenbar hinter den Erwartungen zurück, habe ihr Rentensystem gemäß diesem Index doch nur die Note C+ erhalten. Dazu passe ein Bericht der Federal Reserve Bank of St. Louis, der zum Ergebnis gekommen sei, dass 35 % der Haushalte in den USA an keinem Pensionsplan beteiligt seien. „Viele amerikanische Haushalte verfügen möglicherweise nicht über ausreichende Mittel, um auch im Ruhestand sorgenfrei leben zu können“, warnen die Autoren des Berichts.

Ein Teil der Lösung dürfte darin bestehen, eine solidere Finanzierung der Rentensysteme über unpopuläre Massnahmen wie z.B. Beitrags- und Steuererhöhungen sowie eine höhere Teilnahme an Pensionsplänen sicherzustellen. Es wird jedoch immer deutlicher, dass auch der private Sektor eine Rolle spielen wird. Deshalb erscheint es einleuchtend, dass ein deutscher Versicherer 2019 eine Beteiligung an einem chinesischen Lebensversicherer erworben hat. In nächster Zeit erwarten wir weitere ähnliche Transaktionen, bei denen Unternehmen in Schwellenländern im Fokus stehen dürften. Mit einer ähnlichen Entwicklung ist angesichts der vergleichbaren Rahmenbedingungen auch bei Krankenversicherungen in Schwellenländern zu rechnen, wo Versicherungen insgesamt weiterhin wenig verbreitet sind. Hinzu kommt, dass nicht nur in den Schwellen-, sondern auch in den Industrieländern Patienten immer häufiger unerwartete Gesundheitskosten aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Konsum der Senioren - Kaufkräftige Konsumenten

Trotz der oben genannten Herausforderungen stellten die Senioren von heute insgesamt eine starke Konsumentengruppe dar. Ihr komme das im Verlauf des Lebens angesammelte Vermögen sowie Erbschaften vor der Rente zugute – auch dies sei eine Folge der höheren Lebenserwartung. Von dieser erheblichen Kaufkraft der Senioren und der ihnen zur Verfügung stehenden freien Zeit könnten insbesondere der Freizeit- und der Tourismussektor profitieren, sobald die Reisebeschränkungen infolge des Coronavirus aufgehoben werden und sich die Aktivität erholt.

Hersteller von Körperpflege- und Schönheitsprodukten oder Heimautomatisierung dürften ebenfalls zu den Nutznießern gehören. Die Kosten für bestimmte medizinische Hilfsmittel und Geräte (z.B. Sehhilfen oder Hörgeräte) würden in vielen Ländern nur zu einem kleinen Teil von den Krankenkassen übernommen und machten daher einen beträchtlichen Teil der Privatausgaben aus. Daher liege die Entscheidung für die Anschaffung solcher Produkte in erster Linie beim Kunden.

Zusammenfassung der Kernideen

Zu den Kernideen bei diesem Supertrend zählen aus der Sicht der Credit Suisse Biopharma-, Medizintechnologie- und Life-ScienceUnternehmen, die innovative Produkte für altersbedingte Erkrankungen anbieten, wie z.B. Immuntherapien oder personalisierte Krebsimpfstoffe. Hinzu kommen Anbieter und Betreiber von Seniorenwohnungen, Dialysekliniken und anderen Pflegeeinrichtungen sowie Managed-Care-Organisationen, die Patienten die effizienteste Gesundheitsversorgung vermitteln.

Betroffen seien auch Kranken- und Lebensversicherer, private Vermögensberater und Vermögensverwalter mit starker Preissetzungsmacht. Zu erwähnen seien außerdem Konsumunternehmen, die den Fokus auf die grundlegenden Bedürfnisse sowie die individuelleren Wünsche der älteren Konsumenten legen, z.B. Tourismusunternehmen, Hersteller von Schönheitsprodukten oder Anbieter von Sehhilfen und Hörgeräten.

Diese Aktien zählt die Credit Suisse zu den Profiteuren des Supertrends „Silver Economy – in den demografischen Wandel investieren“

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