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Leserbrief: "Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie werden enorm sein. Die Finanzkrise war Kindergeburtstag dagegen"

Liebe Leser,

uns hat folgender Leserbrief von A. Sch. erreicht, den wir zum Zwecke der pluralistischen Meinungsbildung veröffentlichen wollen. Wir vom aktien Magazin vertreten eine optimistischere Sichtweise. Siehe die Artikel von Simon Betschinger zum Thema Corona.

Leserbrief: Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie werden enorm sein. Die Finanzkrise war Kindergeburtstag dagegen

Zum Stand 20.03.2020 entwickelte ich für mich ein Szenario, an welchem ich seitdem mein Investing / Trading ausrichte. Ich unterscheide dabei zwischen zwei wesentlichen Einflüssen der Corona-Pandemie auf die weltweiten Kapitalmärkte.
  • Aktuelle Einflüsse durch die „Corona-Panik“
  • Spätere Einflüsse durch die unweigerlich folgenden „wirtschaftlichen Auswirkungen“ aufgrund wegbrechender Märkte, daraus resultierenden Pleitewellen und damit einhergehenden Rezessionen
Zu medizinischen Sachverhalten äußere ich mich explizit nicht und vertraue der Wissenschaft (Johns Hopkins, RKI, Charité).

These 1 zur „Corona-Panik“ an den Kapitalmärkten

Wir haben das Schlimmste der Pandemie-Panik an den Börsen noch nicht überstanden, es steht uns erst noch bevor:

Zu Beginn der Pandemie waren in erster Linie die chinesischen und dann die anderen maßgeblichen asiatischen Börsen vom Abwärtsrutsch betroffen, während EU und US neue Höchststände feierten. Ca. 6 Wochen später war Zentralasien und die arabische Halbinsel von der Pandemie erfasst worden. Noch immer zeigten sich EU- und US-Börsen ziemlich unbeeindruckt und freuten sich über neue Rekorde. Ca. 8 Wochen nach China realisierten erste Staaten in der EU die Gefahr, während andere noch gelassen blieben. Erst, als die Pandemie mit voller Wucht in Südeuropa ausbrach, gingen die Börsen weltweit in die Knie. In Nord- und Mitteleuropa wird uns das Schlimmste noch bevorstehen, was von Vielen derzeit immer noch massiv unterschätzt wird. Die Zahlen der Behandlungsnotstände und Todesopfer werden extrem steigen; entsprechend werden die Börsen weiter in Panik geraten.

Werden die Ausbreitungsrichtung und -geschwindigkeit der Pandemie weiterhin annähernd konstant bleiben, sind Nord- und Südamerika in ca. 4 - 6 Wochen von beiden Seiten her vollständig von der Pandemie überzogen. Wenn die Todeszahlen rapide steigen (was bei den dort herrschenden Gesundheitssystemen [außer Kanada vielleicht] zu erwarten ist) und extreme Maßnahmen – wie Ausgangssperren und Lock Downs - umgesetzt werden müssen, wird die Panik dort weiter zunehmen. Unter Umständen rechne ich sogar mit sozialen Spannungen, wenn die ersten Toten auf der Straße liegen und die Amerikaner realisieren, dass doch alles viel schlimmer gekommen ist, als vom Präsidenten immer wieder vorhergesagt. Die in Südamerika grassierende Pandemie wird zu neuen Flüchtlingsströmen Richtung USA führen.

Dies alles wir m. E. bis Juni /Juli zu weiteren, massiven Kurseinbrüchen in den USA führen. Europa sollte dann schon wieder etwas besser dastehen.

Ich hoffe, dass die medizinischen Auswirkungen der Pandemie bis zum Herbst weltweit eingeschränkt bzw. kontrolliert werden können.

These 2 zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie an den Kapitalmärkten

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie werden enorm sein. Die Finanzkrise war Kindergeburtstag dagegen:

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden weltweit die medizinisch induzierten extrem übersteigen. Betroffen sind alle Regionen der Welt und fast alle Wirtschaftsbereiche. Angefangen von Angestellten, Freiberuflern, Selbständigen, Kleingewerbetreibenden über Mittelständlern bis hin zu global agierenden Konzernen (selbst das Sportbusiness ist weltweit zum Erliegen gekommen) werden fast alle von extremen Einkommensausfällen betroffen sein. Das wird starke Folgen - vom täglichen Konsumverhalten über Investitionen bis hin zum Immobilienmarkt - haben.

Mag es Deutschland und anderen Mittel- und Nordeuropäischen Staaten vielleicht noch gelingen, die Folgen mittels staatlicher Interventionen und Finanzhilfen weitgehend abzufedern, werden doch nicht genügend Mittel vorhanden sein, um alle überall vor dem wirtschaftlichen Ruin zu bewahren. Dies wird enorme Auswirkungen auf die einzelnen Volkswirtschaften sowie Finanz- und Immobilienmärkte haben. Im schlimmsten Fall wird es zu extremen politischen Verwerfungen führen, sollten viele Freiberufler, Selbständige, Kleinunternehmen und Mittelständler vor dem Ruin stehen, während die Rettungsgelder im Wesentlichen nur den Global-Players zukommen.

Aufgrund der aus den jeweiligen Rettungsmaßnahmen folgenden hohen Staatsverschuldungen dürfen die Zinsen auf absehbare Zeit nicht mehr steigen (damit die Staaten sich weiterhin am Kapitalmarkt finanzieren können) und somit der „Anlagenotstand“ fortbestehen, was sich positiv auf die Aktienmärkte auswirken sollte. Andererseits könnte das Überschwemmen der Märkte mit unbegrenzten Geldmengen zu einer hohen Inflation führen, was jedoch negativ für den Immobilienmarkt und einen Großteil der Bevölkerung wäre.

Ungeachtet dessen werden die monetären Interventionen der Staaten deren Verschuldungsgrade in extreme Höhen treiben, was wiederum die nächsten Schuldenkrisen mit entsprechenden Auswirkungen auf die weltweiten Finanzmärkte impliziert.

Zusammenfassung

Ich erwarte zeitnah (bis spätestens Juni) einen zweiten Abwärtsschwung an den Kapitalmärkten in EU und USA aufgrund der immer noch ansteigenden bzw. anhaltenden „Corona-Panik“ sowie ersten Vorstellungen von den wirtschaftlichen Folgen während der nächsten der Berichtssaison. Ich gehe davon aus, dass wir im Dax die 7 und im Dow die 17 vorne sehen könnten.

Spätestens ab Q. 3 bis 4 werden die Folgen der weltweiten Rezession deutlich spürbar und eine Pleitelawine wird losgebrochen werden. Dadurch wird der nächste Abwärtsimpuls an den Börsen folgen.

Zudem befürchte ich Auswirkungen auf das weltweite Wirtschaftssystem. Eventuell ist die globalisierte neoliberale Wirtschaftsordnung erst einmal vorüber (Trump hat durch seinen Protektionismus schon sehr gute Vorarbeit geleistet). Die politischen Extreme werden weltweit gestärkt; möglicherweise mit der Folge eines radikal veränderten globalen Wirtschaftssystems. Vielleicht geht China als der große Gewinner aus der Krise hervor.

Ich habe keine Idee, wie ohne tiefgreifende Systemänderungen die wirtschaftlichen und finanziellen Implikationen der Pandemie soweit abgefedert werden können, dass zeitnah der Stand vor der Pandemie wieder erreicht werden könnte und welche Auswirkungen das wiederum auf die weltweiten Finanz- und Immobilienmärkte hat.

Gleichwohl bin ich an den Börsen in der letzten Woche so aktiv wie noch nie. Ich vergleiche es mit der sinkenden Titanic, wo die Musik noch spielt und die Leute tanzen. Ich tanze kräftig mit; aber immer nur extrem nah am Ausgang.

Abschließend möchte ich betonen, dass ich mich mit meinem Szenario nicht in die Riege der Crashpropheten einreihen will, sondern es für mich unter den derzeitigen Rahmenbedingungen eine realistische Markterwartung darstellt. Sollte der Lockdown in Europa nach dem 20. April deutlich gelockert werden und zeitnah ein Medikament zur Behandlung von Corvid 19 sowie ein wirkungsvoller Impfstoff zur Verfügung stehen, würde ich mein Szenario wieder kassieren. Ich wünsche mir wirklich, dass Simons Szenario einer extrem starken und schnellen V-förmigen Erholung Realität wird und wir neue ATH´s an den weltweiten Kapitalmärkten erleben dürfen.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Leser A. Sch

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