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Tesla: Vom E-Auto zum Solardach – Elon Musk diversifiziert die Produktpalette!

Liebe Leser,

dies ist keine typische Tesla-Aktienanalyse, in welcher das Potenzial der E-Auto-Flotte analysiert wird. In dieser Analyse wird ein anderer Blick auf den Tesla-Konzern geworfen und der Fokus auf ein noch junges und wenig mit Tesla in Verbindung gebrachtes Gebiet, die Energieerzeugung und -speicherung, gelegt. Medial wurde dieses Thema in Deutschland kaum beleuchtet, da der Verkauf im großen Stil erst dieses Jahr startet. Elon Musk diversifiziert seine Produktpalette und setzt auf den langfristigen Trend hin zur Solarenergie.

Im Jahr 2016 kaufte Tesla das Unternehmen Solarcity für 2,6 Mrd. USD und stieg damit erstmals in den Photovoltaik-Markt ein. Diese Akquisition hat sich bis heute jedoch nicht rentiert. Seit 2017 hat Elon Musk erfolglos versucht an der Entwicklung des Photovoltaik-Marktes zu partizipieren. Alte Versionen der Tesla-Solarplatten waren fehleranfällig und teuer. Dies soll sich nun ändern mit der dritten Version des Solardaches, dessen Produktion bereits seit 2018 anläuft.

Tesla produziert einen revolutionären Dachziegel – das „Solar Roof“ 

Die Vision von Elon Musk ist, dass mehrere Häuser mit dem Solardach als eigener Versorger auftreten können und Stadtteile mit Strom versorgen. Außerdem sollen die neuen Solardachziegel günstiger als normale Dachziegel werden. Musk bezeichnet die Solardachziegel als „Gelddrucker auf dem Dach“. Privatkunden sollen unabhängiger von Stromanbietern sein und überschüssigen Strom in das Stromnetz einspeisen können.

solardach

Quelle: Telsa-Q1 Report

Beim „Solar Roof“ handelt es sich um einen Glasdachziegel, der Solarstrom erzeugen kann. Laut Tesla seien diese Ziegel besonders langlebig, weshalb das Unternehmen auch eine Garantie von 25 Jahren gibt. Man setze auf Einfachheit, Standardisierung und einen kostengünstigen Zugang. Das Solardach wird in der Gigafactory 2 in New York hergestellt. Im März 2020 hat Tesla getwittert, dass innerhalb einer Woche 4 MW Solardachziegel, genug für 1000 Haushalte, produziert wurden. Mit dem Vertrieb der dritten Version des Solardachs wurde bereits begonnen. Tesla selbst geht von enormen Wachstumschancen aus, da die US-Stromerzeugung nur zu einem kleinen Teil aus Solarstrom besteht. Der Trend geht allerdings in die Richtung der regenerativen Energien, da diese umweltschonender sind und für den Endverbraucher sogar günstiger sein können. In Kalifornien wurde zum Beispiel vorgeschrieben, dass im Jahr 2020 neue Häuser mit Solarstromerzeugung gebaut werden müssen.

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Quelle: Tesla-Website

Der neue Solardachziegel ist momentan vor allem für Neubauten interessant, da die Kosten nur ungefähr 14 % höher sind als die von normalen Dachziegeln. Bei Bestandsbauten ist der Einbau eines Solardaches bedeutend teurer. Das Tesla Solardach ist jedoch nicht so effizient wie vergleichbare Solarplatten. Tesla selbst spricht davon, dass der Effizienzgrad bei 98 % im Vergleich zu einem herkömmlichen Solarmodul liegt. Allerdings wird dabei nicht berücksichtigt, dass Solarmodule an Effizienz verlieren umso heißer die Temparatur ist. Herkömmliche Solarmodule sind mit einem gewissen Abstand zum Dach angebaut, was einen Hinterkühlungseffekt erzeugt. Bei den Solardachziegeln von Tesla entfällt dieser Effekt, was sich wiederum negativ auf die Effizienz auswirkt. Auf Portalen anderer deutscher Solaranbieter wird von einer über 60% schlechteren Leistung im Vergleich zu herkömmlichen Modulen gesprochen. Ob es sich dabei um wahre Angaben oder Angst um das eigene Geschäft handelt, wird die Zukunft zeigen. Dies ändert allerdings nichts daran, dass die Effizienz für die meisten Kunden nicht das Hauptargument ist, sondern die attraktivere Optik und der günstige Preis ist. Der Solardachziegel ist nämlich kaum von anderen Dachziegeln zu unterscheiden. Wenn Elon Musk es schafft, die Solardachziegel günstiger als normale Dachziegel zu produzieren, warum sollte dann jemand der ein neues Haus baut überhaupt noch erwägen normale Dachziegel zu benutzen? Hinzu kommt, dass Elon Musk in der Vergangenheit mehrfach beeindruckende Ergebnisse erzielte und Kritiker in den Schatten stellte. Bis dahin ist allerdings noch ein weiter Weg. Die Energie-Sparte machte im ersten Quartal 2020 nur 4,9 % des Umsatzes von Tesla aus. Laut Musk bestehe das größte Problem in dem Aufbau der Installationsteams mit externen Installateuren aus der Dachdecker-Branche.

Das Solar Roof in Kombination mit der Powerwall und der Tesla Energy Software

Das Solardach soll mit dem Speichersystem „Powerwall“ und der Tesla Energy Software kombiniert werden. Mit einem E-Auto von Tesla könnten Kunden sich ein komplettes Tesla-Ökosystem zusammenstellen. Die Powerwall soll überschüssigen Strom, der am Tag generiert wurde, speichern und verfügbar machen, wenn kein Strom produziert wird. Auf die Powerwall gibt Tesla eine Garantie von 10 Jahren. Die Entwicklung der Powerwall wird in den nächsten Jahren stark vorangetrieben werden. Unter anderem wurde auch schon eine Koorperation mit SolarEdge Technologies, dem führenden Unternehmen für die Produktion von Photovoltaik-Wechselrichtern, eingegangen. Zusammen soll an Energiespeicherlösungen gearbeitet werden. Dass die derzeitige Speicherkapazität von 13,5 kWh in den kommenden Jahren wachsen wird, ist zweifelsfrei, wenn man einen Blick auf die Entwicklung der Batteriezelle wirft. In den letzten zehn Jahren sind die Preise für Akkus um 80 % gesunken. Gleichzeitig stieg die Energiedichte um mehr als 100 %.

tesla-powerwall

Quelle: Tesla-Website

Allerdings wurde auch schon Kritik an der Powerwall geäußert. Das Institute for Energy Research brachte 2016 eine Stude heraus, die zeigte, dass sich die Powerwall erst nach 31 Jahren amortisieren würde. Wie kosteneffizient die Powerwall für den Endverbraucher ist, hänge auch stark von der Energiepolitik im jeweiligen Land ab. Tesla wies als Antwort auf die Studie auf den Bundesstaat Hawaii hin. Die Powerwall amortisiere sich dort nach bereits 10 Jahren. Außerdem können Besitzer eines Teslas die Batterie des Autos für den Haushalt nutzen. Bei nur geringen Verbesserungen durch eine Powerwall könnte Tesla-Besitzer daher eher auf die Batterie des Autos als auf die Powerwall zurückgreifen.

Der Solardachziegel wird sich in den kommenden Jahren nachhaltig auf den Gewinn auswirken!

Im Jahr 2019 erzielte Tesla noch geringe Margen mit dem Solardach-Geschäft. Dies sei laut Tesla auf eine nicht ausgelastete Produktion zurückzuführen. In den USA ist die Nachfrage nach dem Solardach allerdings riesig und zeitnah sollen die Solardachziegel auch in Europa und China auf den Markt kommen. Speziell China sollte Interesse an den Solardachziegeln haben, da durch Solarenergie auch das Smog-Problem bekämpft werden kann. Außerdem erlebt China schon seit Jahren einen Bau-Boom. Bei Neubauten sollte es kein Problem sein Solardachziegel von Tesla einzubauen. Das Problem wird eher auf der Angebotsseite liegen. Die Zukunft wird zeigen, ob Tesla die enorm hohe Nachfrage bedienen kann.

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Quelle: computerbild.de

Eine simple Kalkulation zeigt das Umsatz-Potenzial des Solardaches. Auf der Website wird ausgegeben, dass 9,45 kWh Solaranlage 38.625 USD kostet. Das würde bei einer Produktion von 4 MW pro Woche Solareinnahmen von circa 16 Mio. USD entsprechen. Hochgerechnet auf ein Jahr sind das 832 Mio. USD. Addiert man dazu, dass bei 20 % aller Installationen auch eine Powerwall für 10.000 USD gekauft wird, kommt man auf einen jährlichen Umsatz von circa 940 Mio. USD. Die im ersten Quartal 2020 ausgegeben Gewinnmarge im Energie-Segment lag bei 3,75 %. Daraus ergibt sich ein Gewinn von 35,25 Mio. USD bzw. ein Gewinn je Aktie von 0,18 USD. Langfristig kann man hier auch von einer Ausweitung der Produktion und einer höheren Marge aufgrund von Skaleneffekten ausgehen. Diese Rechnung ist natürlich stark vereinfachend. Trotzdem lässt sich schlussfolgern, dass das Energie-Segment in den nächsten Jahren einen zunehmend ertragstarken Anteil am Geschäft von Tesla gewinnen wird. Elon Musk ist bekannt dafür seine Pläne äußerst hartnäckig zu verfolgen. Es gibt keinen Grund, warum er dies nicht auch im Energie-Segment machen sollte.

Fazit

Die Produktion des Solardachziegel ist bereits voll im Gang und Tesla kann die Nachfrage kaum bedienen. Das Geschäftskonzept ist definitiv überlegen, wenn man bedenkt, dass die Solardachziegel günstiger werden könnten als normale Dachziegel. Die Entwicklung und der Nutzen der Powerwall für den Kunden bleibt abzuwarten. Langfristig sollten aber auch hier enorme Fortschritte gemacht werden können. Zieht man in Betracht, dass Tesla seit gerade mal vier Jahre im Photovoltaik-Markt agiert, aber schon heute einen  für den Markt disruptiven Dachziegel entwickelt, wird die Innovationskraft des Konzerns noch stärker betont.

 

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