Aktien-Qualitätscheck

Varta – Der Aktionär rät bei dem gefallenen Börsenstar mit einem Kurspotenzial von 55 % zum Kauf

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Wird das erst seit kurzem zum Trend oder war es das schon früher? Aktien, die wahnwitzige Börsenrallys hinlegen, werden immer öfter zum Ziel von Shortsellern. Dubiose (weil vorher oft noch nie in Erscheinung getretene „Analysten“) warnen vor Überbewertungen, Bilanzfälschung oder sonstigen Ungereimtheiten und der Kurs des Börsenstars klappt innerhalb von wenigen Stunden, manchmal Tagen in sich zusammen.

Anleger sind gegen solche Shortseller-Attacken machtlos. Sie werden meist völlig überrascht und können kaum handeln und schon lange nicht beurteilen, ob an den Vorwürfen was dran ist oder nicht. Ein prominentes Beispiel für Short-Attacken war der DAX-Konzern Wirecard. Der Zahlungsdienstleister kam in den letzten Jahren immer wieder ins Kreuzfeuer durch Vorwürfe, die schwer wiegen (sonst würden sie ja keinen Kurssturz auslösen) aber dann doch widerlegt wurden (doch dann sind Privatanleger meist schon verunsichert und wissen nicht mehr, wem sie glauben sollen).

Eigentlich sind diese Short-Attacken ja eine Auszeichnung für eine Aktie. Denn nur bei einem Titel, der ein vorher ein Kursfeuerwerk abgebrannt hat, lohnt sich der Aufwand einer Short-Attacke. Denn so ein Titel kann einfach sehr tief fallen. Anfang des Jahres traf es dann auch den Börsenliebling des Jahres 2019. Durch einen Blogbeitrag, der eine Commerzbank-Studie als Quelle angab, wurde die Aktie von Varta unter Druck gebracht. Nachdem sich der Titel 2019 im Wert nahezu verfünffacht hatte, brach die Aktie dann in den folgenden Wochen in der Spitze um 40 % ein.

Für die Analysten von Warburg Research, Kepler Cheuvreaux und Hauck & Aufhäuser ist die Aktie damit immer noch überbewertet. Laut ihren Kurszielen ist die Aktie erst wieder richtig bewertet, wenn sie ausgehend vom aktuellen Kurs bei 88 Euro noch einmal 24 %, 28 % bzw. 38 % nachgegeben hat.

Gegen den Trend stemmt sich mit einem Kursziel von 112 Euro die Privatbank Berenberg (28 % Potenzial). Analystin Charlotte Friedrichs hob zuletzt hervor, dass der Batteriehersteller im Jahresverlauf 2020 die Aufstockung der Fertigungskapazitäten für Lithium-Ionen-Zellen angehe, um die starke Nachfrage aus der Unterhaltungselektronik zu bedienen.

Und die Nachfrage aus der Unterhaltungselektronik-Branche sei laut Der Aktionär wirklich immens und eng verknüpft mit dem Verkaufserfolg der Apple-AirPods. Die winzigen Ohrstöpsel für den Musikgenuss seien ein Verkaufsschlager und kämen ohne Mikrobatterien eben nicht aus. Varta habe sich als Lieferant von Qualitäts-Zellen etabliert. Der Konzern habe sich zwar gegen die Billigkonkurrenz aus China wehren müssen und es habe womöglich Zweifel daran gegeben, dass Varta überhaupt genügend Zellen für den hohen Bedarf liefern könne. Doch da sei Schnee von gestern.

Varta baue die Kapazitäten schneller als geplant von zuletzt 70 auf 200 Mio. Zellen aus. Bereits im laufenden Geschäftsjahr werde man eine Produktionskapazität von 170 Mio. Zellen erreichen. Den Geschäftszahlen dürfe das weiter auf die Sprünge helfen. In 2019 habe Varta bei Umsatz ein sattes Plus von 34 % auf 364 Mio. Euro erzielt. Das bereinigte EBITDA habe sogar um 95 % auf 98 Mio. Euro zugelegt.

Dieser steile Wachstumskurs dürfe anhalten. Im laufenden Geschäftsjahr dürfe der Umsatz um 117 % auf 791 Mio. Euro zulegen, das EBITDA einen Sprung um 85 % auf 182 Mio. Euro machen. 2021 sei ein Gesamtumsatz von 963 Mio. Euro und ein EBITDA von 243 Mio. Euro zu erwarten.

Entsprechend optimistisch blicke Varta-CEO Hubert Schein in die Zukunft. Das könne er auch, denn Varta profitiere nicht nur von der starken Nachfrage aus der Unterhaltungselektronik. Der Konzern habe auch Wachstumschancen bei wiederaufladbaren Hörgerätebatterien. Noch immer würden 75 % aller Schwerhörigen aus Peinlichkeit auf das Tragen von diesen nützlichen Helfern verzichten. Doch die demografische Entwicklung werde sich da positiv bemerkbar machen. Außerdem adressiere Varta mit Produkten für die Zukunftstrends Smarthome und Solar weitere Wachstumsmärkte. Speziell für die Betreiber von Photovoltaikanlagen werde Varta interessante Speicherlösungen anbieten können. Der Aktionär rät daher mit einem Kursziel von 137 Euro zum Kauf (55 % Potenzial).

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Hinweis: Im  „aktien Magazin“ informieren wir unsere Leser Woche für Woche über die wichtigsten Kaufempfehlungen renommierter Analystenhäuser und Banken sowie aus Printmedien und Börsenbriefen. Unsere Leser lieben dabei unser Ranking der Top-Kursziele. Sie sehen sofort welche Aktien laut Analysten das derzeit höchste Kurspotenzial haben!



Bildherkunft: © burdun – stock.adobe.com

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