CTS Eventim – Kartellamtsentscheid kann Ticketvermarkter nicht stoppen

Wachstum ist genau das, was sich alle Aktionäre von ihrem Unternehmen wünschen. Wachstum garantiert normalerweise auch steigende Aktienkurse. Manchmal hat Wachstum aber auch eine andere Konsequenz. Im Fall von CTS Eventim rief das starke Wachstum des Ticketvermarkters nun die Wettbewerbshüter auf den Plan. CTS Eventim wird dem Kontrollgremium einfach zu groß.

Das Bundeskartellamt untersagte dem Bremer MDAX-Unternehmen deshalb jetzt den Abschluss von Exklusivvereinbarungen. CTS Eventim kann Veranstalter und Vorverkaufsstellen nun nicht mehr dazu verpflichten, Tickets ausschließlich oder überwiegend über das CTS-Ticketingsystem zu vertreiben.

CTS-Chef Klaus-Peter Schulenberg will sich diesem Urteil aber nicht kampflos beugen. Laut Börse Online werde er die Entscheidung anfechten und auf eine Korrektur des Beschlusses drängen, weil das Kartellamt seiner Meinung nach mit einer vorgefassten Überzeugung in das drei Jahre laufende Verfahren gegangen sei und Gegenargumente weitestgehend ignoriert habe.

Während der Streit mit dem Bundeskartellamt in eine weitere Runde gehen werde, treibe Schulenberg die internationale Expansion des Konzerns weiter voran. Vor kurzem habe CTS Eventim mit einer Übernahme das Veranstaltungsgeschäft in Italien gestärkt. Weitere Übernahmen im Ausland seien geplant. Wachstumstreiber in naher Zukunft dürften im anstehenden Sportjahr 2018 die Olympischen Winterspiele und die Fußball-WM sein. Der Konzernchef gehe auf jeden Fall davon aus, in den kommenden Jahren das angeschlagene Wachstumstempo beibehalten zu können.

Innerhalb der letzten 6 Jahre habe CTS Eventim den Konzernumsatz verdoppelt. Der von Analysten für 2017 erwartete Gewinn von 1,23 Euro je Aktie dürfe dreifach so hoch sein, wie das EPS im Jahr 2011. Der überproportionale Gewinnanstieg sei insbesondere auf die zunehmende Digitalisierung des Ticketinggeschäfts zurückzuführen. Der Vertrieb von Eintrittskarten über das Internet garantiere weit höhere Margen als über die traditionellen Vorverkaufsstellen. Daran werde auch das Verbot des Kartellamts nichts ändern. Angesichts des einzigartigen Geschäftsmodells und den internationalen Wachstumschancen rät Börse Online mit einem Kursziel von 48 Euro weiter zum Kauf der Erfolgsstory aus dem MDAX.

Getreu dem Motto „Entscheidung des Bundeskartellamtes hin oder her“ sehen auch andere Analysten weiter hohes Kurspotenzial für die Aktie von CTS Eventim. Die Privatbank Berenberg bestätigte nach einer Investorenveranstaltung das „Buy“ und Kursziel von 49 Euro für die Aktie. Analyst Gerhard Orgonas wies auf ein mittelfristig starkes Wachstumspotenzial bei Ticketvermarkter bei seiner letzten Einschätzung hin.

Auch die DZ Bank hat die Einstufung der Aktie des Ticketvermarkters nach der Entscheidung des Kartellamts mit „Kaufen“ und einem Kursziel von 48 Euro bestätigt. Die Wachstumsdynamik im Ticketing dürfe laut Analyst Harald Schnitzer auch durch die Untersagung von Exklusivvereinbarungen mit Veranstaltern und Vorverkaufsstellen nur in sehr geringem Umfang beeinträchtigt werden.

cts-dezember2017

 

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