Das sind zwei der trendstabilsten Werte aus den US 1000

Eigentlich hatten sich Investoren seit der Berufung Jeremy Powell’s zum US-Notenbankchef schon damit abgefunden, dass es zu einer schnelleren Straffung der Zinspolitik jenseits des Atlantiks kommen würde. Den drei Zinsschritten um jeweils 25 Basispunkten auf die derzeitige Spanne von 2 bis 2,25 % in diesem Jahr, sollten 2019 noch 3 bis 4 weitere folgen. Mit einem Anstieg der Inflationsrate nach dem VPI-Index von Januar bis Juli 2018 von 2 auf knapp 3 % hatte die US-Notenbank dazu auch allen Grund, zumal auch der Arbeitsmarkt so gut wie leergefegt ist. Doch mit dem rasanten Verfall des Ölpreises (- 31% im Oktober und November) und der harschen Kritik von US-Präsident Trump am schnellen Vorgehen der Währungshüter, scheint sich etwas tun. Powell ruderte zumindest etwas zurück und will sich nun doch etwas mehr Zeit lassen mit weiteren Zinsschritten, auch wenn die Inflationsrate noch immer 2,2 % beträgt. Die Reaktion am Aktienmarkt, insbesondere bei den zinssensitiven Technologiewerten, ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Gut 6% konnte der Index seither zulegen und zumindest bis zur nächsten Sitzung der US-Notenbank am 18/19.12. dürfte die positive Stimmung noch etwas anhalten. Zudem werden im Zuge der Portfoliopflege zum Jahreswechsel auch Titel profitieren, die mit einer guten Performance 2018 glänzen können. Wir haben uns aus unserer Global Trend Following-Liste USA 1000 zwei Titel angeschaut, die in diesem Jahr durch ihre Trendstärke positiv auffielen.

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(Andreas Wolf nutzt das vorgefertigte Trading-Desk „Global Trend-Following“ in der TraderFox Börsensoftware, um die trendstabilsten Aktien zu identifizieren)

Republic Services (3-Jahres-Trendstabilität 17,48)


Das Unternehmen entstand 1981 als normaler Abfallentsorger in Phoenix, Arizona, als Republic Industries, erweiterte dann aber seine Geschäftstätigkeit um den Sektor Autovermietungen Mitte der Neunziger Jahre. 1998 kam es dann zur Trennung der beiden Sparten, aus der dann Republic Services als eigenständiger Teil hervor ging. Ab 2008 begann das Unternehmen sich auf Expansionskurs zu begeben und kaufte den Wettbewerber Allied Waste Industries für 6,1 Mrd. USD. Heute ist der Konzern mit 14 Mio. Kunden der zweitgrößte US-Abfallmanager im normalen Abfallbereich und mit 35.000 Mitarbeitern in 41 Bundesstaaten vor allem stark im Recyclingbereich tätig. Das Unternehmen achtet bei seinen Aktivitäten sehr auf die ökologische Vorbildfunktion und bemüht sich daher um den Einsatz der neusten Technologien. Die Abfallsammlung und Kompostierung erfolgt daher bereits mit einer großen Flotte erdgasbetriebener LKWs, der Fuhrpark mit 19.000 Fahrzeugen ist der siebtgrößte in den USA. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 343 Sammelstationen, 204 Umwandlungsanlagen, 195 Deponien, 90 Recyclinganlagen und 11 Salzwasser-aufbereitungsanlagen. Daneben engagiert sich Republic bei Gemeinschaftsprojekten, die sich auf Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Bildung beziehen.

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Das Müllbeseitigung gerade in den vergangenen fünf Jahren mit explodierenden Plastikmüllmengen ein lukratives Geschäft ist, kann man am Wachstum von Republic Services gut ablesen. Seit 2013 konnte der Umsatz im Durchschnitt um 4,5 % gesteigert werden, der Nettogewinn stieg im Schnitt um 5%. Das 2017er Ergebnis fiel mit einem Gewinnplus von 107 Prozent sogar außerordentlich gut aus, was allerdings auch der US-Steuerreform geschuldet war. Im 3. Fiskalquartal stieg der Gewinn um 18 % auf 263,4 Mio. USD. Der Umsatz stagnierte bei 2,57 Mrd. USD. Die Hauptstrategie bleibt durch den Ausbau von Dienstleistungen und der Ergänzung mit verwandten Sektoren weiteres, organisches Wachstum über dem Durchschnitt zu erzeugen. Dort wo sich für das Unternehmen allerdings eine Gelegenheit ergibt, durch Zukäufe nennenswerte Synergien zu schaffen, werden diese auch genutzt. Republic investierte im laufenden Jahr bereits 120 Mio. USD in Übernahmen und kaufte Aktien für 700 Mio. USD zurück. Für 2019 und 2020 gehen die Analysten von einem Wachstum bei Gewinn und Umsatz wie im Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre aus, 2021 könnte es dann einen stärkeren Gewinnschub von 10 % geben. Mit einem 2019er KGV von 22 ist die Aktie derzeit fair bewertet.

CME Group (3-Jahres-Trendstabilität 17,47)


Der Finanzdienstleister ging 2007 aus der Fusion der beiden Terminbörsen Chicago Board of Trade (CBOT) und Chicago Mercantile Exchange (CME), die Wurzeln reichen bei den Einzelbörsen aber bis zum Jahre 1898 zurück. Hauptgeschäftstätigkeit ist die Abwicklung von Terminkontrakten wie Optionen und Futures auf Aktien, Indizes, Rohstoffe und Währungen sowie die Bereitstellung elektronischer Handelsplattformen sowie dazugehöriger Datenbelieferung. Die Gruppe mit rund 2830 Mitarbeitern wuchs, auch befeuert durch die Folgen der Finanzkrise, rasch weiter. So wurde 2008 die Energierohstoffbörse Nymex übernommen, die Finanzdienstleister Dow Jones und McGraw Hill (Standard & Poors) boten CME in den Jahren 2009/10 jeweils Komplettübernahmen und Beteiligungen ihrer Portfolios an, so dass sich die Chicagoer mit zur größten Terminbörse der Welt entwickelten. Auch mit asiatischen Börsen wollen die Amerikaner mehr ins Geschäft kommen, um Wettbewerber wie die deutschen Eurex auf Distanz zu halten. Vor allem setzt man beim weiteren Wachstum auf den elektronischen Handel mit der eigenen Plattform CME Global und auf das Clearing, also die Abwicklung der Trades, über die eigene Abwicklungssparte CME Clearing. Mit dem elektronischen Handel erhofft sich die CME eine höhere Handelsaktivität, von daraus resultierenden stärkeren Schwankungen (Volatiltät) wiederum höhere Margen. Neue Produkte wie Derivate auf Volatilitätsindizes oder auch auf Kryptowährungen wie den Bitcoin sollen die Attraktivität für den elektronischen Handel weiter erhöhen.

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Nach 2 Jahren relativ geringer Schwankungen an den US-Börsen hielt das 2. Halbjahr wieder mehr Aufregung für die Anleger parat. Allein der Anstieg der abgewickelten Kontrakte (20,6 Mio.) im Oktober 2018 um 38 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erfreute die CME. Im 3. Fiskalquartal 2018 hatte dies allerdings noch keine deutliche Auswirkung auf den Umsatz, denn das Plus lag nur bei 1,5 % auf 904 Mio. USD. Dafür legte der Nettogewinn stark um 33,2 % auf 411,8 Mio. USD zu, was allerdings einer deutlich niedrigeren Steuerlast geschuldet war. Das Management geht wegen der höheren Schwankungen davon aus, das der Bedarf an Absicherungen über Optionen und Futures auch 2019 deutlich steigen wird. Zudem erhofft man sich höhere Einnahmen bei den Lizenzgebühren für Datenlieferungen. Auch der Durchschnitt der Analysten teilt diesen Optimismus für das nächste Jahr, geht man doch von einem Plus beim Umsatz und Gewinn von 15-20 % aus. Für die Jahre 2020 bis 2022 soll es dann aber mit Zugewinnen zwischen 5 und 10 % wieder ruhiger zugehen. Die KGVs für 2019/20 liegen bei 28 und 26, also schon etwas ambitionierter für den Moment.
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