Der beste deutsche Fondsmanager – Mark Mobius

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Er ist an mehr als 200 Tagen im Jahr unterwegs, um Unternehmen rund um den Globus zu besichtigen und wird gern als Indiana Jones der Geldanlage bezeichnet. Lesen Sie hier die Geschichte des Schwellenland-Gurus Mark Mobius.

mark-mobius-007Mark Mobius, mit vollem Namen Joseph Bernard Mark Mobius, wurde am 17. August 1936 in Hempstead, New York, geboren. Er ist der Sohn einer puertorikanischen Einwanderin und eines deutschen Immigranten, der aus dem sächsischen Erlbach bei Leipzig stammte und gelernter Bäcker war.
Mark Mobius machte bereits als Kind durch seine Intelligenz auf sich aufmerksam und schaffte durch Leistung den Sprung an die bekannte und renommierte Boston University. Er studierte dort Kommunikationswissenschaften und absolvierte sowohl den Bachelor, als auch den Master. Dazu absolvierte er Semester an den Unis Wisconsin und New Mexico und machte obendrein ein Auslandssemester an der Kyoto Universität. Trotz seiner großen Popularität ist nicht bekannt, wann Mobius seine Studien beendete. Durch Daten belegt ist hingegen der Ph.D., den er in Wirtschafts- und Politikwissenschaften vom ehrwürdigen MIT im Jahr 1964 verliehen bekam. Dieser akademische Grad markiert den Abschluss seiner Ausbildung.

Hongkong is calling

Eine durch den Kyoto-Aufenthalt entfachte Liebe für den asiatischen Kontinent zog den Doktor nach dem Studium direkt nach Fernost, wo er in verschiedenen Firmen und Funktionen tätig war. Aktien spielten zu dieser Zeit Ende der 1960er Jahre noch keine Rolle in seinem Leben. Stattdessen gründete der Auswanderer eine Beratungsgesellschaft in Hongkong und half westlichen Firmen beim Markteinstieg. Anfang der 1970er Jahre fragte ein Kunde nach einer Aktienmarktbewertung für Hongkong. Obwohl Mobius nur rudimentäre Kenntnisse besaß, nahm er das Angebot an, da seine Geschäftsphilosophie das Ausschlagen eines Auftrages kategorisch ausschloss. Gott sei Dank, könnte man meinen, denn ab diesem Zeitpunkt nahm die Karriere von Mobius so richtig Fahrt auf. Er verbesserte seine Fähigkeiten in der Analyse von Unternehmen und sammelte Felderfahrung beim Bewerten von Aktien in Wachstumsmärkten. Damit war Mobius in den 1970er Jahren ein Pionier, da das Emerging-Market-Investment eine Randdisziplin darstellte. Aufmerksam auf den aufstrebenden Investor wurde zuerst die Wertpapierfirma Vickers da Costa, die ihn 1980 ins Boot holte und ihn 1983 zum Direktor ernannte. Er managte dort bis 1986 ein Aktienportfolio und investierte in Firmen aus ganz Südostasien.

Franklin Templeton Investments

Dr. Mobius‘ Erfolge blieben auch der westlichen Welt nicht verboren. Zur selben Zeit schmiedete der Fondspionier Sir John Templeton Pläne, nicht mehr nur in die Aktienmärkte der Industrieländer zu investieren, sondern auch Fonds für Emerging Markets aufzusetzen. Was fehlte war allerdings ein fähiger Lenker, der über das nötige Knowhow und die Erfahrung verfügte, fundierte Investitionsentscheidungen in der teilweise undurchsichtigen Welt der Schwellenländer zu treffen. Also klopfte Sir John Templeton eines Tages unvermittelt an die Tür von Dr. Mobius und eine mehr als 30-jährige Erfolgsgeschichte nahm ihren Anfang. Mobius übernahm die Verantwortung für die gesamten Emerging-Markets-Aktivitäten, verwaltete 11 Fonds und leitete 15 Büros in Schwellen- und Entwicklungsländer. Er managte mehr als $ 45 Mrd.

Philosophie

Im Kern verfolgt Mobius eine Art Contrarian Ansatz. Einer seiner Leitsprüche ist, dass man kaufen sollte, wenn Blut auf den Straßen fließt. Allerdings muss ein Einstieg durch stimmige Fundamentaldaten gerechtfertigt sein. So betreibt er seit jeher einen sehr aufwendigen Bottom-up-Ansatz, bei welchem jedes Unternehmen nicht nur auf dem Papier genau unter die Lupe genommen wird, sondern auch vor Ort besichtigt. Großen Wert legt er auf die sogenannten ESG-Standards (Environment, Social & Governance), also wie ein Unternehmen mit Umwelt- und Sozialaspekten umgeht und welche Qualität die Unternehmensführung besitzt.
Um all diese Daten zusammenzutragen flog Mobius im Laufe seines Lebens mehr 30 Mio. Meilen und ist durchschnittlich an mehr als 200 Tagen im Jahr unterwegs. Zu Hause ist für ihn dort, wo er seinen Koffer auspackt. Es ist nicht verwunderlich, dass man Mark Mobius auch als den Indiana Jones der Geldanlage bezeichnet.

Im Laufe seines Lebens erhielt Mobius viele Auszeichnungen und Titel. Er wurde beispielsweise von Bloomberg 2011 zu den „50 Most Influential People“ gezählt. Außerdem war er 2001 laut International Money Marketing der „Emerging Markets Equity Manager of the Year“. Generell gilt er als einer der erfolgreichsten Schwellenländer-Investoren aller Zeiten.
Neben seiner Tätigkeit als Investor ist Mobius auch Autor. Er hat insgesamt 11 Bücher geschrieben, von denen einige zum Bestseller avancierten. Darunter Trading with China oder The Investor’s Guide to Emerging Markets.

Mobius Capital Partners

Im Januar 2018 ließ sich Dr. Mark Mobius von Franklin Templeton pensionieren. Mit dem Deutschen Carlos von Hardenberg und Greg Konieczny verließen zu Jahresbeginn gleich zwei weitere Hochkaräter die Investmentgesellschaft aus Kalifornien. Spekulationen kochten hoch, dass das kein Zufall sein könne und im Frühjahr gab es dann die Bestätigung: die drei gründeten die Fondsgesellschaft Mobius Capital Partners in London. Der Altmeister möchte es also nochmal wissen und wagte mit 81 Jahren den erneuten Sprung in die Selbständigkeit. Ziel der Gesellschaft ist es, Unternehmen in Schwellen- und Entwicklungsländer ausfindig zu machen, die eine gute Corporate Governance an den Tag legen und für nachhaltiges Wirtschaften stehen. Die Unternehmen müssen dabei eine starke Bilanz vorweisen, gering verschuldet sein und eine Dividende zahlen. Mobius und sein Team nehmen hierbei auch gern eine aktivistische Rolle ein und arbeiten eng mit dem Management eines Investments zusammen.
Der Zeitpunkt der Gründung ist übrigens nicht zufällig gewählt. Mobius rät aktuell zum Einstig in die Emerging Markets, egal in welcher Form – ob nun über seinen Fonds oder über andere Produkte. Nachdem Sorgen über Finanzprobleme in der Türkei und Argentinien sowie ein stärker werdender US-Dollar und ein ansteigender Ölpreis für massive Abwertungen der Emerging Markets gesorgt haben, denkt Mobius, dass bereits viel Negatives in den Kursen eingepreist ist und das Abwärtsrisiko begrenzt sei. Nach seinen Aussagen sind die langfristigen Entwicklungschancen viel größer als die kurzfristigen Risiken.

Mobius hat übrigens die Deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und ist mehrmals im Jahr in Deutschland zu Besuch. Er hat nach wie vor Verwandte im Leipziger Umland und spendete erst kürzlich eine Kirchenorgel für Erlbach im Wert von EUR 90.000.

Zitate

– „Manchmal muss man kurzfristig Schmerzen hinnehmen, um in der Zukunft outperformen zu können.“
– „In der Wahrnehmungslücke zwischen Emotion und Verstand liegt dein Fenster zum Kauf.“
– „Du musst mit der Unternehmensführung reden, in ihre Augen schauen und feststellen, ob man ihnen trauen kann oder nicht.“
– „Was hoch geht, kommt auch wieder runter, und was runter geht, kommt wieder hoch.“
– „Wir sind wie Detektive. Wir müssen herausfinden, was unter der Oberfläche liegt.“
– „Wenn man weltweit sucht, findet mehr und bessere Angebote, als wenn man nur eine Nation betrachtet.“
– „Wir müssen gewillt sein, Fehler zu machen. Anderenfalls lernen wir nie etwas dazu.“
– „Volatilität kann für Investoren eine gute Sache sein; sei bereit, davon zu profitieren.“
– „Politische Unsicherheit – wie jede andere Form der Unsicherheit – kann dein grünes Licht für einen Markteintritt sein.“
– „Jemand fragte mich einmal, ob ich die wichtigsten Eigenschaften eines guten Investors in 5 Wörtern wiedergeben kann. Ich antwortete: Motivation, Bescheidenheit, harte Arbeit, Disziplin.“
– „Ich mag es solche Aktien zu kaufen, deren Preis aktuell sinkt, anstatt zu steigen.“
– „Analysiere immer die Situation, bevor du eine Entscheidung triffst.“
– „Beim Value Investing verdient man nach dem Crash, nicht davor.“
– „Wir fokussieren uns auf Value, also gehen wir rein, wenn alle anderen raus wollen.“
– „Der beste Zeitpunkt zum Investieren ist dann, wenn du Geld hast.“
– „Ein Investment sollte nicht verkauft werden; es sei denn, es findet sich ein viel besseres Investment.“
– „Die Welt gehört den Optimisten.“
– „Es ist wichtig, ein unersättlicher Leser zu sein. Lesen ist wie die Muskulatur deines Körpers; use it or lose it.“
– „In den meisten Fällen ist die Linie zwischen Gewinnern und Verlierern erstaunlich dünn.“
– „Wenn die ganze Welt ein Land aufgrund von kurzfristigen Übertreibungen meidet, dann schiebe ich es von einem Halten auf Kaufen.“
– „Risiken einzugehen ist der beste Weg für Investoren, um Profite zu erzielen.“
– „Schwellenländermärkte sind generell zu wenig erforscht. Daher tendiert die Mehrheit der Investoren dazu, diese zu ignorieren.“
– „Nur dann, wenn die Chancen schlecht für dich stehen, findet man ein paar wirkliche Schnäppchen.“
– „Das Problem ist, dass die Menschen keinen langfristigen Zeithorizont haben.“
– „Häufig sind Banken in Entwicklungsländern unterbewertet.“
– „Ich liebe Crashs.“


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