Dürr – Auftragslage ist besser als erwartet und Analysten sehen gut 25 % Kurspotenzial

Deutschlands Vorzeigeindustrie und Wachstumsmaschine, die Autobranche, schwächelt und womöglich ist die starke Stellung dieses Sektors auch ein maßgeblicher Grund für die relative Schwäche des deutschen Aktienmarktes im Vergleich mit seinen nordamerikanischen Pendants. Außerdem ist für die Automobilindustrie der Handelsstreit zwischen den USA und China natürlich Gift. Ein weiterer Faktor, der die deutsche Autoindustrie belasten könnte, dürfte die stark aufholende Konkurrenz im Reich der Mitte sein. Geely, BYD und neuerdings auch NIO attackieren mit ihren Produktoffensiven etablierte Autohersteller im Premiumsegment aber auch die neuen Konkurrenten der Elektroauto-Branche.

Angesichts dieser Probleme dürfte die Entwicklung der Aktien der deutschen Autobauer und deren Zulieferer nicht überraschen. Umso mehr muss man als Anleger hinhören, wenn ein Unternehmen aus diesem Bereich positiv zu überraschen weiß mit den Geschäftszahlen für 2018. Zuletzt sei dieser Aha-Effekt laut Börse Online dem Autozulieferer und Lackieranlagenspezialisten Dürr gelungen. Während viele Konkurrenten unter einer Auftragsdelle litten, habe Dürr im 4. Quartal einen Aufschwung verzeichnet. In den letzten drei Monaten habe der Konzern das bereinigte EBIT um 22 % auf 92 Mio. Euro steigern und die Analystenerwartungen damit klar toppen können.

Stark sei die Auftragslage im 4. Quartal bei Dürr gewesen. Der Auftragseingang habe um 20 % auf 1,17 Mrd. Euro zugelegt. Entsprechend optimistisch blicke daher auch die Konzernleitung auf die Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr. Dürr gehe im Gesamtjahr 2019 von einer EBIT-Marge zwischen 7 und 7,5 % auf. Damit dürfte sie zumindest stabil auf Vorjahresniveau bleiben. Der Konzernumsatz werde mit 3,9 bis 4,1 Mrd. Euro auf jeden Fall zulegen. Laut Börse Online dürften die Margenziele nach der Gewinnwarnung im Herbst 2018 zu konservativ sein. Daher raten die Börsenexperten mit einem Kursziel von 46 Euro zum Kauf (28 % Potenzial).

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat für die Aktie von Dürr zuletzt sowohl die Einstufung mit „Buy“ als auch das Kursziel von 44 Euro bestätigt (22 % Potenzial). Laut Analyst Hans-Joachim Heimbürger seien die Sorgen um die deutsche Autoindustrie übertrieben. Der nächste Kurstreiber beim Maschinenbauer Dürr dürfe in der sukzessiven Margenverbesserung bei der Holz-Tochter Homag sein. Außerdem sei von einer Verbesserung der Auftragslage im Segment Lackiertechnik und Endmontage-Systeme auszugehen.

Auch das Analysehaus Warburg Research bestätigte nach den jüngsten Geschäftszahlen von Dürr die Einstufung mit „Buy“ und das Kursziel von 45 Euro (25 % Potenzial). Analyst Christian Cohrs schrieb, dass Dürr mit den vorläufigen Finanzkennziffern für 2018 positiv überrascht habe und der Ausblick auf 2019 für höhere Ergebnisse spreche.

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Bildherkunft: Dürr


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