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Ein Kellergewölbe voll Gold – David Einhorn

Neben den Protagonisten aus „The Big Short“, allen voran natürlich Michael Burry, gab es noch andere Investoren, die das Unheil 2008 kommen sahen. Einer davon ist David Einhorn, der massiv Lehman Brothers shortete und für jeden Dollar Kursverlust eine Million Dollar Gewinn einstrich. Lesen Sie hier die Geschichte des Mannes, der unter anderem auch für die Investoren-freundliche Dividendenpolitik von Apple verantwortlich ist.

david-einhornDavid Einhorn wurde am 20. November 1968 in New Jersey als Sohn einer jüdischen Unternehmerfamilie geboren. Bereits sein Vater Stephen Einhorn war Geldmanager und gründete neben einer Consulting-Firma auch einen Venture Capital Fund namens Capital Midwest Fund.
Die Familie zog 1976 nach Wisconsin, wo David Einhorn zusammen mit seinem Bruder Daniel die Nicolet High School in Glendale besuchte. 1987 ging Einhorn zum Studium in den Bundesstaat New York zur Cornell University. Diese Universität gehört zur Ivy League und zählt zu den renommiertesten Unis der Welt. Einhorn studierte dort Verwaltungswissenschaft und schloss sein Studium 1991 mit der Bestnote Summa Cum Laude ab. 1993 heiratete David Einhorn die Finanzreporterin Cheryl Strauss, 2017 ließen sich beide wieder scheiden. Zusammen haben sie drei Kinder.

Greenlight Capital

Was unser Protagonist bis 1996 machte, ist unklar. In diesem Jahr jedoch gründete der gerade erst 27-Jährige seinen eigenen Hedge Fund Greenlight Capital. Er selber brachte $ 450.000 ein und lieh sich den gleichen Betrag nochmal von seinen Eltern. Das Startkapital belief sich also auf schlappe $ 900.000. Heute managt der Fonds ca. $ 9,27 Mrd.; und das mit gerademal 25 Angestellten, davon 9 Analysten und 1 Trader.
Einhorn bezeichnet seinen Fonds als „Long-short Value-oriented Hedge Fund“. Dementsprechend wettet er sowohl auf steigende, als auch auf fallende Kurse. Größtenteils betreibt Einhorn konventionelles Stock Picking und versucht unterbewertete Titel zu identifizieren. Gern verbindet er das mit einem Auftritt als aktivistischer Investor. Als Beispiel sei hier Apple aufzuführen. Greenlight kaufte ca. 1,3 Mio. Aktien des Techgiganten aus dem Silicon Valley. 2013 startete Einhorn dann eine öffentliche Kampagne, um Apple dazu zu bewegen, einen Teil seiner gigantischen Cash-Reserven an die Aktionäre auszuschütten. Er initiierte zu diesem Zweck sogar ein Gerichtsverfahren gegen die iPhone-Produzenten. Eine Reaktion von Apple ließ nicht lange auf sich warten. Während die Dividende pro Aktie 2012 bei mageren $ 0,38 lag, schüttete Apple ein Jahr später bereits $ 1,63 aus. Eine Steigung um mehr als das Vierfache. Momentan liegt die Dividendenerwartung bei $ 2,40 pro Aktie für das Geschäftsjahr 2017.

Außerdem hält Einhorn Longpositionen in General Motors und dem Traderfox-Depot-Wert Micron. Einhorns komplettes Portfolio können sie auf unserem Guru-Desk auf traderfox.com einsehen.

Short auf Lehman

2008 erkannte Einhorn, dass mit den Bilanzen von Lehman Brothers etwas nicht stimmte. Also startete er Leerverkäufe auf die Bank bei Kursen um $ 40,00. Außerdem kritisierte er die Bank öffentlich. Daraufhin ließ sich der damalige CEO von Lehman, Richard Fuld, zu folgender Aussage hinreißen: „Ich will ihm das Herz herausreißen und es vor seinen Augen essen, während er noch lebt.“. Kurze Zeit später nahm die Geschichte ihren Lauf und Lehman rannte schnurstracks in die Insolvenz. David Einhorn soll dabei für jeden Dollar, den die Lehman-Aktie fiel, eine Million Dollar Gewinn gemacht haben. Und Lehman war nicht das einzige Unternehmen, dass den wirtschaftlichen Analysefähigkeiten des David Einhorn zum Opfer fielen. Er fuhr bspw. auch eine Shortattacke gegen die Kaffeerösterei Green Mountain Coffee Roasters, die sich daraufhin 2011 im Wert halbierten. Mittlerweile ist Davids Nachnahme gar zu einem geflügelten Wort aufgestiegen. Wann immer Einhorn eine Analyse eines Unternehmens herausbringt und dieses dann im Wert fällt, wurde es „geeinhornt“. Sein Spitzname an der Wallstreet ist übrigens „David the Goliath“.

Die Performance von Greenlight Capital ist außerordentlich gut. Seit Gründung 1996 erzielte das Unternehmen eine jährliche Durchschnittsrendite von 21%. Einhorn selbst zählt mit einem Privatvermögen von $ 1,54 Mrd. zu den 450 reichsten US-Amerikanern. Dabei ist der Wahl-New-Yorker sehr bescheiden und fährt bspw. einen Honda Odyssey, also einen kleinen Familien-Van.

Zu seinen Leidenschaften zählt das Pokerspielen. Er nahm schon mehrfach an der World Series of Poker teil und schaffte es schon zweimal in die Geldränge. Seine beste Platzierung war ein 18. Platz. David Einhorn ist außerdem als Philanthrop bekannt und gehört den Vorständen der Hilfsorganisationen The Michael J. Fox Foundation und der Robin Hood Foundation an. 2010 schrieb er ein Buch mit dem Titel Fooling Some of the People all of the Time.
Und um sich gegen unvorhersehbaren Auswirkungen der Trump-Regierung abzusichern, hortet David Einhorn Aussagen zu folge ein ganzes Kellergewölbe voll Gold.

Zitate

– Sowohl Poker als auch Investment sind Spiele mit unvollständigen Informationen. Man hat ein paar Fakten und wartet auf Situationen, in denen man einen Vorteil hat; egal ob psychologisch oder statistisch.
– Als Investor ist es mein Job herauszufinden, was passieren wird und nicht, was passieren soll.
– Der Verlust war kein Unglück. Es war schlechte Analyse.
– „Was ist eine Aktie, die 90% im Minus notiert? Eine Aktie, die 80% im Minus notierte und sich dann halbierte.“
– Ungewiss ist, wie weit sich eine Blase noch ausdehnen kann, und was sie letztlich zum Platzen bringt.
– Ich mag es, Puzzles zu lösen.
– Ich habe nie geglaubt, dass die Märkte effizient sind.
– Marktextreme tauchen auf, wenn es kurzfristig zu teuer wird etwas langfristig zu halten.
– Jedes Aktieninvestment kann sich als Verlierer herausstellen, ganz egal wie groß der Vorteil war.
– Der Markt denkt, dass die Ratingagenturen viel mehr tun als es eigentlich der Fall ist.
– Events können sich vom Unmöglichen zum Unvermeidbaren bewegen, ohne auch nur einmal beim Wahrscheinlichen gestoppt zu haben.
– „Ich habe nie daran geglaubt, dass die Märkte effizient sind.“
– „Im wahren Leben gibt es für illiquide Aktien einen Rabatt.“
– „Der Verlust war kein Unglück. Er war schlechte Analyse.“
– „Investieren und Poker spielen erfordert dieselben Fähigkeiten.“
– „Ich spiele nicht viele Hände. Aber ich warte auch nicht auf das perfekte Blatt.“
– „An einem x-beliebigen Tag kann auch ein guter Investor oder ein guter Poker Spieler Geld verlieren.“
– „Die Ratingagenturen erinnern mich an Autohäuser…sie sind unterbesetzt und zahlen zu schlecht, um die Besten und Cleversten anzulocken.“
– „Ich glaube, dass die Internetblase ihr ultimatives Hoch an dem Tag gesehen hat, als es sich auch der letzte Shortseller nicht länger leisten konnte, seine Position aufrecht zu halten und eindeckte.“

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