Fresenius – Ausgebombter Gesundheitskonzern mit bis zu 85 % Kurspotenzial

In dieser Korrektur sind so einige Werte extrem unter Druck geraten. Bei einigen sind die Kursverläufe nicht zu erklären – Sippenhaft in einem Bärenmarkt kann man dann als Erklärung bemühen. Bei anderen sind zur derzeitigen miesen Stimmung an den Märkten dann auch noch schlechte Geschäftszahlen als Faktor für den Abverkauf hinzugekommen. Meist wirken diese News dann als Beschleuniger der Talfahrt.

So ist es beim Gesundheitskonzern Fresenius gewesen. Der einstige Liebling der Anleger kam gehörig unter Druck, nachdem die Konzernspitze kürzlich die Mittelfristziele aufgrund einer schwächer als erwarteten Geschäftsentwicklung und wegen hoher Investitionen im nächsten Geschäftsjahr gekappt hatte. Das war unerwartet. Bislang hatte man Fresenius in einem starken Wachstumsmarkt verbucht, der durch die alternde Weltbevölkerung und den steigenden Wohlstand und die damit verbundene Verbreitung chronischer Krankheiten reichlich Nahrung für die nächsten Jahrzehnte hat.

Womöglich hatte im Fall Fresenius der Abverkauf aber auch mit der Unsicherheit in Bezug auf die abgeblasene Übernahme des Wettbewerbers Akorn zu tun. Richtig wohl war Aktionären nicht bei dem Deal und zunächst war die Reaktion auf die Absage positiv. Dann begann die juristische Hängepartie, bis nun endlich ein Gericht in Delaware ein Urteil sprach und der DAX-Konzern den US-Generikahersteller definitiv nicht übernehmen muss. Denn der Richterspruch sei laut Der Aktionär eine Bestätigung einer ersten diesbezüglichen Entscheidung von Anfang Oktober und nun sei keine Berufung mehr möglich. Damit könne nun ein Schlussstrich unter den Streit wegen angeblich fehlerhafter Medikamententests bei Akron und den damit gescheiterten Übernahme-Deal gezogen werden. Nach dem Ausverkauf der Aktie bestehe daher nun eine Chance auf eine Erholung. Der Aktionär rät mit einem Kursziel von 57 Euro zum Einstieg (36 % Potenzial).

Nachdem Fresenius den Markt mit der Gewinnwarnung geschockt und die mittelfristigen Gewinnziele der Jahre 2018 bis 2020 gesenkt hatte, revidierte eine ganze Reihe von Analysten ihre Kursziele. Dennoch sehen weiterhin einige Institutionen hohes Potenzial für die Aktie des Gesundheitskonzerns. Warburg Research senkte beim Kursziel zwar den Daumen. Doch das von 77 auf 65 Euro gekürzte Ziel sieht immer noch ein Kurspotenzial von 58 % vor.

Auch die Privatbank Berenberg senkte das Kursziel für Fresenius von 81,85 auf 70,95 Euro, bestätigte aber das „Buy“ für den Titel (72 % Potenzial). Laut Analyst Tom Jones dürfte nach dem jüngsten Kurssturz die Sorge der meisten Marktbeobachter um die künftige Entwicklung des Medizinkonzerns mehr als eingepreist sein. Jones rät Anleger nun zu Geduld. Im Falle von Fresenius sei es keine Frage des „ob“, sondern des „wann“. Das Krankenhausgeschäft dürfe früher oder später zum nachhaltigen operativen Wachstum zurückfinden.

Das höchste Kursziel für die Aktie von Fresenius kommt derzeit vom US-Analysehaus Bernstein Research mit 76,50 Euro (85 % Potenzial). Der neue Ausblick des Gesundheitskonzerns hatte nichts an Kursziel noch Rating mit „Outperform“ geändert.

freseniusdez2018

 

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Bildherkunft: Fresenius


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