Fresenius – Gesundheitskonzern mit bis zu 45 % Kurspotenzial

Gewinnwarnungen sind Gift für Aktien und Anleger. Kommt so eine Meldung raus, hilft kein noch so gut platzierter Stopp-Loss. Meist öffnet die entsprechende Aktie mit einer Kurslücke und ein fester Stopp im System wird möglicherweise deutlich unterschritten. Anleger werden auf dem falschen Fuß erwischt und können nur stauen, wie schnell sich Kapital in Luft auflöst. Besonders ärgerlich ist es, wenn eine Gewinnwarnung von einem Unternehmen kommt, das sich in der Vergangenheit den Ruf einer zuverlässigen Gewinnmaschine erworben hat.

Genau das ist im Oktober und Dezember beim DAX-Titel Fresenius passiert. Der Gesundheitskonzern schockt gleich mit 2 Gewinnwarnungen. So was kannten Anleger bei Fresenius nicht. Der Konzern konnte seit 2003 den Umsatz durchschnittlich um 11 % und den Gewinn um gut 20 % pro Jahr steigern. Und dann das.

Bei Vorlage der Jahresbilanz für 2018 konnte CEO Stephan Sturm letzte Woche aber schon wieder Optimismus versprühen. Die durchwachsenen Kennziffern für 2018 wurden abgearbeitet und der Fokus auf die nächsten Quartale und Jahre gelegt. Sturm zeigte sich überzeugt, dass das Erfolgsmodell Fresenius auch in den kommenden Jahren Bestand hat. Er selbst wolle wie im Jahr zuvor auch in 2019 wieder eigene Aktien im Wert von 1. Mio. Euro erwerben. Allerdings werde das Wachstumsszenario wahrscheinlich noch nicht im Jahr 2019 wahr. Denn Fresenius werde erst einmal 2,5 Mrd. Euro für künftige Wachstum ausgeben.

Bei der Konzerntochter Fresenius Medical Care habe man laut Euro am Sonntag bereits mit den Zukäufen die Richtung vorgeben. Zuletzt habe die Dialysesparte des Konzerns den US-Konzern NX Stage übernommen. Durch die soeben genehmigte Akquisition bekomme FMC einen Hersteller für Dialyse-Heimgeräten. Dieser Bereich solle sich als Wachstumstreiber der nächsten Jahre bewähren und wachse bereits jetzt um 9 % schneller als der klassische Markt für stationäre Dialyse. Fresenius profitiere als Großaktionär mit 31 % aller FMC-Anteile von dieser Entwicklung.

Die Krankenhaussparte Helios wolle man mit dem Know-how des übernommenen Klinikbetreibers Quironsalud auf die Sprünge helfen. Die Spanier hätten einen großen Wissensvorsprung, wie man das Zusammenspiel von stationärer und ambulanter Behandlung umsetze. Rund laufe es nach wie vor bei der Infusionstocher Kabi, die auch im Geschäftsjahr 2018 verantwortlich für die Fortsetzung der Rekordumsätze im 15. Jahr nacheinander gewesen sei. Nach wie vor profitiere Kabi von einer bestehenden Angebotslücke der US-Konkurrenz bei manchen Arzneimitteln. Noch weite Kabi daher die Kapazitäten weiter aus. Die Gewinnmarge dürfe mit zuletzt 17 % weiterhin überdurchschnittlich sein.

Frische Wachstumsfantasie komme durch das anziehende Geschäft mit Biosimilars. Die Zahl der zugelassenen Wirkstoffe bei biopharmazeutischen Generika nehme langsam Fahrt auf. Nun gehe es laut Euro am Sonntag eigentlich in erster Linie darum, dass Fresenius das Vertrauen der Aktionäre wieder zurückgewinne. Angesichts der stimmigen Gesamtlage mit einem globalen Trend hin zur Überalterung der Bevölkerung in den Industriestaaten und neuen Chancen in den Emerging Markets rät Euro am Sonntag mit einem Kursziel von 62 Euro zum Kauf (26 % Potenzial).

Richtig gut gefällt die Aktie des Gesundheitskonzerns derzeit auch den Analysten von Warburg Research und der Privatbank Berenberg. Warburg Research bestätigte nach der Präsentation der Jahreszahlen 2018 sowohl das Buy-Rating als auch das Kursziel von 65 Euro (33 % Potenzial). Laut Analyst Ulrich Huwald zeugten die Ziele für die Jahre 2020 bis 2023 von einem soliden Wachstum bei dem Gesundheitskonzern. Berenberg bestätigte nach der Präsentation der Jahreszahlen 2018 sowohl das Buy-Rating als auch das Kursziel von 70,95 Euro (45 % Potenzial). Laut Analyst Tom Jones sei der Titel auch nach einer Performance von rund 20 % seit dem Dezembertief noch viel zu billig.

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Bildherkunft: Fresenius


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