Rohöl: Die Langeweile ist vorbei (?)

An den weltweiten Ölmärkten geht es derzeit sehr spannend zu. Auch ein Grund, warum es nicht ganz einfach vorherzusagen ist, wo die Reise für die Rohölpreise hingehen wird.

Lange Zeit war an den weltweiten Rohölmärkten nur wenig Spannung auszumachen. Die Notierungen für die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI bewegten sich kaum vom Fleck, obwohl sich die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) zusammen mit einigen wichtigen Nicht-OPEC-Mitgliedern wie Russland viel Mühe gegeben hatte, die Preise zu stützen. Gemeinsam wurde eine Kürzung der Rohölfördermengen um 1,8 Millionen Barrel pro Tag vereinbart. Allerdings mussten sich nicht sämtliche OPEC-Mitglieder an der Kürzung beteiligen. Ein Grund, warum die Ölpreise nicht in die Höhe geschossen sind. Zuletzt wurden die Ölmärkte jedoch ordentlich durcheinandergewirbelt.

Zunächst einmal wütete Jahrhundert-Hurrikan „Harvey“ im Süden des US-Bundesstaates Texas. Die Stadt Houston wurde besonders hart getroffen. Überschwemmungen waren die Folge. Raffinerien mussten schließen oder ihre Produktion herunterfahren. Dieser Umstand ließ insbesondere die Notierungen für die US-Sorte WTI fallen. Schließlich verringerte sich auf diese Weise die Rohölnachfrage. Weitere Stürme folgten. Doch auch in anderen Regionen dieser Welt geschahen für die Ölmärkte sehr maßgebliche Dinge.

Derzeit wird unter anderem das Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak analysiert. Wenig überraschend haben sich die Wähler für einen eigenen kurdischen Staat ausgesprochen. Allerdings sind die irakische Zentralregierung, der Iran und die Türkei gegen einen solchen eigenständigen Staat. Der Nordirak ist eine wichtige Ölregion. Der Ausgang des Unabhängigkeitsreferendums hat jedoch viele Nachbarn verärgert. Diese könnten nun als Reaktion den Transport von Rohöl aus dem Nordirak behindern, was letztlich zu einer Verknappung und damit weiter steigenden Preisen führen könnte.

Darüber hinaus scheint sich die US-Notenbank Fed bei der Zinswende Zeit zu lassen. Zwar soll nun die Bilanz verkleinert werden, trotzdem bleibt die Geldpolitik auf absehbare Zeit locker. Dies schwächt wiederum den US-Dollar. In den vergangenen Tagen war es auch ein etwas schwächerer Greenback, der den Ölnotierungen Auftrieb verliehen hatte. Bekanntermaßen werden Rohstoffe in der US-Währung gehandelt. Ein schwächerer US-Dollar verbilligt die Beschaffung, was letztlich die Nachfrage ansteigen lässt. Auf diese Wiese wird der Preis bei einem schwächeren US-Dollar gestützt.

Allerdings hat die jüngste Ölpreiserholung zuletzt an Schwung verloren. Außerdem gibt es einige Gründe, die dafür sprechen, dass uns auf längere Sicht keine Ölpreisrallye oder sogar wieder dreistellige Notierungen erwarten. Auch wenn die Fed die Zinswende etwas langsamer vorantreiben könnte, bleibt sie bei der Normalisierung immer noch schneller als die EZB, was für eine Stärkung des US-Dollar gegenüber dem Euro spricht. Außerdem läuft die Ölproduktion in der US-Fracking-Industrie weiter auf Hochtouren, so dass der Druck auf die OPEC wächst. Es ist fraglich, wie lange sie die Förderkürzungen durchsetzen und damit Marktanteile riskieren wird.

Spekulative Anleger, die steigende Notierungen bei der Ölsorte Brent erwarten, könnten mit einem WAVE XXL Call der Deutschen Bank (WKN DM50AR) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 6,54, die Knock-Out-Schwelle bei 49,4000 US-Dollar. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL Put der Deutschen Bank (WKN DS0GFU, aktueller Hebel 8,28; Knock-Out-Schwelle bei 61,2127 US-Dollar) auf fallende Ölpreise bei der Sorte Brent setzen.

Stand: 05.10.2017

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