3 potenzielle Aktien-Profiteure des Trends weg vom Plastikmüll

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Plastik hat bekanntlich heutzutage einen schlechten Leumund. Zu tun hat das mit Umweltschutzaspekten. So bemängelt Greenpeace, dass der hohe Verbrauch und die kurze Nutzung von Plastiktragetaschen eine Belastung für die Umwelt darstellen. Wie es erläuternd weiter heißt, würden sie unter hohem Energieaufwand und Verbrauch von Erdöl hergestellt und oft nach einmaliger Nutzung weggeworfen. Sie verrotteten nicht und könnten in den Gewässern rund 450 Jahre überdauern. Jährlich verendeten hunderttausende Meeressäuger qualvoll an den unverdaulichen Plastikteilen.

Mit einem Verbot von Einweggeschirr und anderen Wegwerfprodukten aus Kunststoff sowie verbindlichen Recycling-Quoten für Plastikflaschen will auch die EU gegen die zunehmende Verschmutzung der Meere vorgehen. Eine entsprechende Richtlinie hat das Europaparlament jüngst mit großer Mehrheit verabschiedet. Die Richtlinie sieht ein Verkaufsverbot für bestimmte Plastikprodukte ab dem Jahre 2021 vor, sofern es dafür erschwingliche Alternativen gibt. Ganz egal wie man dazu steht, es handelt sich hierbei momentan eindeutig um einen Megatrend. So hat beispielsweise Indien eines der strengsten Plastikgesetze verhängt.

Für die Wirtschaft ist das ein Problem. bzw. es zieht den Zwang zu Veränderungen und Anpassungen nach sich. Denn für die Verpackung von Konsumgütern werden heutzutage bisher hauptsächlich unterschiedlichste Kunststoffe verwendet. Diese Materialien tragen jedoch substanziell zum weltweit anfallenden Abfallberg bei. Die Kunststoffindustrie ist deshalb gezwungen, ihre Produkte mittels Innovationen zu verbessern. Dennoch dürften papierbasierte Verpackungen Kunststoffe in gewissen Bereichen verdrängen, was neue Anlagegelegenheiten eröffnen, urteilen die Analysten bei der Credit Suisse.

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Nachhaltige  Verpackungen für Konsumgüter

Laut der Schweizer Großbank sind rund 50 % der weltweit verwendeten Verpackungsmaterialien aus Kunststoff, aber nur 15 % der Plastikabfälle werden derzeit rezykliert. Die am häufigsten eingesetzten Kunststoffe (z.B. Polyethylen [PE], Polypropylen [PP] und Polyethylenterephthalat [PET]) wirkten sich klar negativ auf die Umwelt aus, weil sie sich sehr langsam zersetzen oder abbauen, heißt es auch von Seiten der Analysten erläuternd zur Ausgangslage.

Gleichzeitig ist aber auch davon die Rede, das Plastikverpackungen unerlässlich seien: Kunststoffverpackungen böten nicht nur wichtige Vorteile in Bezug auf Hygiene, Haltbarkeit und Wirtschaftlichkeit (d.h. geringere Produktions- und Transportkosten), sondern sie würden infolge der besseren Haltbarkeit auch zur Reduktion von Lebensmittelabfällen beitragen.

Dennoch besteht aus Sicht der Analysten vermehrt Potenzial für papierbasierte Verpackungsmaterialien, weil die Konsumenten ihr Konsumverhalten zunehmend überdenken und die politischen Entscheidungsträger die Gesetze verschärfen.

Innovationen bei Plastikverpackungen

 Die Hauptnachteile von Verpackungen aus Kunststoff seien ihre lange Abbauzeit und ihre niedrigen Recycling-Anteile. Innovationen, wie beispielsweise das biologisch abbaubare Plastikpolymer Ecoflex von BASF, könnten zu den Hauptnutznießern einer sich verändernden Nachfragedynamik zählen.

Die Hersteller von Kunststoffverpackungen verbesserten zudem ihre bestehenden Lösungen, um ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Die von Sealed Air entwickelten Vakuum-Schrumpfverpackungslösungen reduzierten beispielsweise nicht nur den Lebensmittelabfall und den Materialverbrauch, sondern verbesserten auch die Qualität spezifischer Produkte, wie etwa Fleisch.

Das Comeback traditioneller Verpackungsmaterialien

Trotz der erläuterten positiven Eigenschaften von Plastikverpackungen könnten alternative Verpackungsmaterialien in spezifischen Verwendungen denselben Nutzen oder sogar darüber hinausgehende Vorteile bieten. Ein Beispiel: Viele europäische Länder seien derzeit  dabei, Einweg-Plastiktaschen in Detailhandelsgeschäften zu verbieten. Hiervon profitierten Unternehmen, die papierbasierte Tragtaschen herstellen, wie z.B. Mondi oder Smurfit Kappa.

Darüber hinaus habe die Papierindustrie mit der Entwicklung von auf Holzfasern basierten Polymeren begonnen. Derartige innovative Materialien ermöglichten hybride Verpackungslösungen, die den Gehalt an Plastik reduzieren und gleichzeitig gewisse Vorteile desselben wahren.

Die Favoriten heißen BASF, Mondi und Smurfit Kappa

Die Aktien der 3 erwähnten potenziellen Profiteure sind jeweils mit einem Kaufvotum der Credit Suisse versehen, das den jeweiligen Kursen noch Luft nach oben lässt. Beim deutschen Chemiekonzern BASF (ISIN: DE000BASF111, 69,26 EUR) beträgt das Kursziel 78,00 EUR. Der Analystenkonsens taxiert das KGV für 2020 auf 11,7 und die Dividendenrendite für 2019 auf 4,74 %.

Die Schweizer Großbank hält außerdem beim britisch-südafrikanischen Papier- und Verpackungsartikelproduzenten Mondi (ISIN: GB00B1CRLC47, 17,81 GBP) ein Kursziel von 24,20 GBP für angemessen. Die durchschnittlichen Schätzungen der Analystengilde veranschlagen das KGV für 2020 auf 10,9 und die Dividendenrendite für 2019 auf 3,82 %.

Beim irischen Verpackungsspezialisten Smurfit Kappa (ISIN: IE00B1RR8406, 23,24 EUR), der unter anderem als größter europäischer Hersteller von Wellpappe, Wellpappenrohpapier und Vollpappe gilt, hat die Credit Suisse das Kursziel auf 35,00 EUR festgezurrt. Laut Analystenkonsens ergibt sich für das kommende Jahr ein KGV von 9,35 und für das laufende Geschäftsjahr eine Dividendenrendite von 3,82 %.




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