BASF – Profitabler DAX-Konzern mit solider Dividendenrendite

Durch die Chemiebranche schwappe laut Euro am Sonntag derzeit eine gigantische Fusionswelle. Insbesondere für den bisherigen Branchenprimus BASF (WKN: BASF11) sei das eine gewaltige Herausforderung, weil durch laufende Übernahmen ein neuer Marktführer entstehen könnte.

So seien Größe und Kosten der Beweggrund für den deutschen Pharma- und Chemiekonzern Bayer mittels der milliardenschweren Übernahme des US-Pestizid- und Saatgutherstellers Monsanto das eigene Agrarchemiegeschäft zu stärken. Die neue Nummer 1 in der globalen Chemiebranche entstehe derzeit aber in China. Der nicht gelistete Staatskonzern ChemChina solle mit der ebenfalls nicht börsennotieren Sinochem fusionieren. Zusammen käme der neue Konzern (inklusive des kürzlich von Sinochem übernommenen Saatgutspezialisten Syngenta) auf mehr als 70 Mrd. Euro Jahresumsatz.

Noch-Platzhirsch BASF habe zuletzt einen Gesamtumsatz von knapp 58 Mrd. Euro erwirtschaftet und würde die Pole verlieren. Durch die Fusion von Bayer und Monsanto könne BASF sogar auf Platz 3 abrutschen. Kritiker würden dem BASF-Chef Kurt Bock daher vorwerfen, selbst zu zögerlich bei Übernahmen zu handeln, zumal auch noch die Saudi Basic Industries Corporation (SABIC) über kurz oder lang einige Milliarden für Übernahmen in die Hand nehmen wolle und dann auch an BASF vorbeiziehen könne.

Für BASF habe aber offensichtlich nicht Größe, sonder Profitabilität oberstete Priorität. Im Geschäftsjahr 2016 habe der DAX-Konzern aus Ludwigshafen ein Umsatzwachstum von knapp 5 % erzielt. Die 20 konkurrierenden, größten Unternehmen der Branche hätten hingegen im Schnitt einen Umsatzrückgang verzeichnet. Für das Geschäftsjahr 2017 gingen Schätzungen für BASF von einem Umsatzwachstum von mehr als 10 % aus. Der Nettogewinn könne sogar überproportional um 25 % zulegen. Als richtiger Wachstumstreiber zeige sich dabei die Sparte Spezialchemie. Mit dem Verkauf von Funktionsmaterialien, Pigmenten und Kosmetik-Vorprodukten erziele BASF zweistellige Gewinnzuwächse. Gerüchteweise wolle BASF dieses Segment mit der Übernahme der Lack-Sparte des US-Konzerns Albermarle zeitnah weiter ausbauen.

Euro am Sonntag rät bei dem profitablem Chemiekonzern, der zudem mit einer soliden Dividende von zuletzt 3,7 % überzeugen könne, mit einem Kursziel von 96 Euro zum Kauf. Deutsche Bank beurteilt die Kurschancen des DAX-Titels noch ein bisschen optimistischer mit einem Kursziel von 101 Euro. Die DZ Bank sieht den fairen Wert der Aktie bei 102 Euro. Die australische Investmentbank Macquarie hat zuletzt am 22. Mai das Outperform-Rating und das Kursziel von 105 Euro für das BASF-Papier bestätigt. Nach den Zahlen für das 1. Quartal hatte Citigroup Ende April die Aktie mit einem Kursziel von 110 Euro und einem Buy-Rating bestätigt. Damit traut die US-Bank dem Wert mit gut 30 % aktuell das höchste Aufwärtspotenzial zu.

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Bildherkunft: BASF SE


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