Bei den US-Technologieaktien tobt eine Hausse, das sind zwei der trendstabilsten Werte aus der Global Trend Following-Liste USA 1000

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Bei US-Technologieaktien tobt eine Hausse, die die älteren Trader-Semester unter uns schon an das Jahr 2000 erinnert. Der Unterschied ist, dass die Kurse dieses Mal nicht von bloßer Fantasie getrieben werden, sondern von Unternehmensgewinnen, die durch die Decke gehen. Wir bei TraderFox spielen die Hausse bei den Technologiewerte in unseren Musterdepots. Hier hat die ProtoLabs-Position gestern erst die 100 % Marke überschritten und die iRobot-Aktie nähert sich schon nach wenigen Wochen einem Kursplus von 50 %. Wir haben heute 2 weitere Technologie-Aktien Werte aus der Global Trend Following-Liste USA 1000 zur Besprechung herausgesucht, bei denen gerade die Musik spielt.

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(Andreas Wolf nutzt das vorgefertigte Trading-Desk „Global Trend-Following“ in der TraderFox Börsensoftware, um die trendstabilsten Aktien zu identifizieren)

Align Technology (3-Jahres-Trendstabilität 30,1)


Align Technology wurde 1997 von Zia Chishti und Kelsey Wirth in San Jose, Kaliforniengegründet und begann mit der Entwicklung eines Clear Aligners. Das sind kieferorthopädische Vorrichtungen, die eine transparente, plastische Form von Zahnspangen zur Anpassung der Zähne darstellen. Es gibt insgesamt weltweit nur 27 Produkte einschließlich der Ergänzungs-produkte ClearCorrect und Invisalign. Invisalign ist eine unsichtbare Zahnspange, für die Align die FDA-Zulassung 1998 erhielt. 2000 wurde das System erstmals auf den Markt gebracht. Es wird weltweit von Ärzten in mehr als 90 Ländern für erwachsene und jugendliche Patienten angeboten und wurde bisher bei mehr als 5 Millionen Patienten zur Korrektur ihrer Zahnstellungen angewendet. Weitere Bestandteile der Palette sind intraorale Scanner und Digitalservices, die Zahnärzte darin unterstützen sollen, während der Behandlung die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Align versorgt mit rund 8700 Mitarbeitern derzeit insgesamt mehr als 50.000 Zahnärzte, Tendenz steigend.

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Ende Juli hat der Konzern seine Zahlen für das 2. Quartal 2018 vorgelegt und mit starken Wachstumszahlen überzeugt. Das Umsatzplus betrug 37,5 % auf 490,3 Mio. USD, der Nettogewinn legte kräftig um 53,3 % auf 106,1 Mio. USD zu. Insbesondere das hohe Wachstum des Invisalign-Absatzes bei Teenagern mit einem Plus von 42 % überzeugte die Börse von der Fortsetzung der Wachstumsstory. Der Löwenanteil der Produkte wird nach wie vor in Europa verkauft (68%). Allerdings baut der Konzern sein Geschäft mit zusätzlichen Schulungs- und Vertriebsmaßnahmen in den USA und vor allem Mittelamerika aus. Zudem will man die Produktfamilie im Scanner-Bereich erweitern und nimmt auch den chinesischen Markt verstärkt ins Visier. Analysten erwarten, dass der Konzern bis 2021 weiterhin jährliche Umsatzsteigerungen zwischen 27 und 31 % erwirtschaften kann. Die operative Marge soll sich bei 25 bis 26 Prozent einpendeln, das Gewinnwachstum bei 10% je Aktie betragen. Das 2019er KGV liegt mit 57,8 für diese Branche auf einem hohen Niveau.

Intuitve Surgical (3-Jahres-Trendstabilität 28,31)


Intuitive Surgical wurde 1995 in Kalifornien gegründet und hat seinen Hauptsitz dort in Sunnyvale. Das Unternehmen entwickelt komplexe Operationsroboter sowie dazugehörige Video-Assistenz-Systeme für die Mikrochirugie. Die Systeme bestehen aus einer Lenkkonsole, Roboterarmen, Endoskopen und einem 3-D-Überwachsungssystem. Der Konzern mit seinen 4500 Mitarbeitern ist besonders für das roboter-assistierte Da-Vinci-Operationssystem unter vielen Medizinern bekannt. An zahlreichen großen Kliniken wird diese Technik bei minimal-invasiven Operationen mit urologischen Problemen, im Herz-Brustkorb- und gynäkologischen Bereich eingesetzt wird. Zu den Kunden des Unternehmens gehören in erster Linie Krankenhäuser, außerdem wird das da Vinci-System auch innerhalb des Militärs eingesetzt. 2017 wurden mit dem 4400 Da Vinci Systemen weltweit über 5 Mio. Operationen durchgeführt. Aktuell arbeitet das Unternehmen an einem Gerät, das eine schonende Behandlung bei Lungenerkrankungen ermöglichen soll.

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In den vergangenen fünf Jahren wuchs Intuitve beim Umsatz im Durchschnitt um 10 %, beim Gewinn wurden 15 bis 17 % erreicht. 2018 wird sich dieser Trend weiter fortsetzen, bis 2020 erwarten die Analysten sogar eine leichte Beschleunigung, da mit neuen Produkten im Bereich der Operationssysteme mit höheren Margen zu rechnen ist. Vor kurzem genehmigte die FDA den Vertrieb von 3 neuen Produkten, darunter dem Vinci SP Surgical System, das in der Urologie eingesetzt werden wird.
Im 2. Fiskalquartal 2018 erzielte der Konzern ein Gewinnzuwachs von 15,3 % auf 255,3 Mio. USD. Das Da-Vinci-Operationssystem wurden 220mal verkauft, nach 166 Stück im Jahr zuvor. Damit konnte der Umsatz um 20 % auf 909 Mio. USD gesteigert werden. Die Bruttomarge soll 2019 voraussichtlich bei 72,3 % (Vorjahr: 68,5 %) liegen. Das 2019er KGV von 43,5 erscheint für den Branchendurchschnitt immer noch günstig
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