Die Kraft der Dividenden lässt selbst Rohrkrepierer-Aktie Daimler in einem günstigeren Licht erscheinen

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Wir bei Traderfox schwören auf eine Geldanlage in Aktien, weil sich so Dividenden kassieren lassen. Die Bedeutung von Dividenden bei unseren Anlageüberlegungen kommen unter anderen in einem regelbasierten Depotkonzept mit dem Namen Dividendenaktien USA zum Ausdruck oder in der jüngst erfolgten Implementierung des Scoring-Systems "Dividendenadel" in aktien Rankings.

Über die Bedeutung von Dividenden aus Investorensicht sinniert in einer Ausarbeitung zu dem Thema auch die Hamburger Sutor Bank. Laut einer Auswertung zum DAX bringen kassierte Ausschüttungen nicht nur eine Zusatzrendite, sondern manchmal sogar die Hauptrendite.

Konkret hat man dazu den deutschen Leitindex über einen Zeitraum von 31 Jahren – also seit Auflegung des DAX – mit Blick auf die Frage ausgewertet, wie hoch diese Zusatzrendite durch Dividenden beim DAX ist. Zum ermittelten Ergebnis sagt Lutz Neumann, Leiter Vermögensverwaltung der Sutor Bank, folgendes: „Noch immer bestimmen viele Einzelwerte die Anlegerdepots der Deutschen. Beliebt sind bekannte Namen wie Siemens, Allianz oder Daimler. In der Konsequenz richten viele Anleger ihren Blick jedoch ausschließlich auf die Kursentwicklung der Einzelwerte, weil die Dividende bei der Wertentwicklung standardmäßig nicht berücksichtigt wird. Dadurch erhalten Anleger ein verzerrtes Bild, das mit der tatsächlichen Rendite nicht viel zu tun hat.“ Die DAX-Initiatoren haben diesem Trugschluss vorgebeugt, indem es eine Version gibt, die nicht nur die Kurs-, sondern auch die Dividendenentwicklung der 30 größten deutschen Firmenwerte abbildet.

Scheinbar gleichauf: jährliche Wertentwicklung von DAX vs. DAX Kursindex

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Quelle: Sutor Bank, eigene Berechnungen

Erfolgsfaktor Dividende: langfristige Wertentwicklung DAX vs. DAX Kursindex

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Quelle: Sutor Bank, eigene Berechnungen

Trennt man den DAX nach Kurs- und Dividendenentwicklung auf, wird die Kraft der Dividende deutlich. Dazu hat die Sutor Bank den DAX zum einen als Performanceindex (inklusive Dividenden), zum anderen als Kursindex (ohne Dividenden) näher betrachtet. Seit der DAX vor 31 Jahren, am 31.12.1987, bei 1.000 Punkten startete, erzielte er als Kursindex, also ohne Dividenden, bis Ende 2018 eine Rendite von 5,2 % pro Jahr. Vereinfacht dargestellt wurden aus 1 EUR Investment in den DAX Ende 1987 bis heute 4,81 EUR.

Berücksichtigt man jedoch die Dividenden und hätte diese im Laufe der Zeit immer wieder in Aktien reinvestiert, hätte man in 31 Jahren aus 1 EUR stolze 10,56 EUR gemacht, was sich auch am DAX-Stand von 10.560 Punkten zum Jahresende 2018 ablesen lässt. Die jährliche DAX-Rendite inklusive Dividenden beträgt somit 7,9 %. „Obwohl die Differenz der Rendite von DAX und DAX Kursindex im betrachteten Zeitraum durchschnittlich ‚nur‘ 2,7 % pro Jahr beträgt, hat sich der Ertrag über die Laufzeit mehr als verdoppelt – aufgrund des Zins- und Zinseszinseffekts“, erklärt Lutz Neumann.

Daimler beweist die Kraft der Dividende

Dass die getrennte Betrachtung von Aktienkurs und Dividenden nur die halbe Wahrheit ist, lässt sich an der Daimler AG, die von der Sutor Bank als das deutsche Vorzeigeunternehmen schlechthin bezeichnet wird, eindrucksvoll beweisen. Die Aktie der Daimler AG verzeichnete am 20. Dezember 2018 einen Kurswert von 46,51 EUR. Blickt man zurück, so entspricht das ziemlich genau dem Kurswert von Anfang 1987, anderthalb Jahre bevor der DAX gegründet wurde, als die Daimler-Aktie für rund 46,50 EUR zu haben war (umgerechnet von D-Mark sowie bereinigt um sämtliche Kapitalmaßnahmen).

„Während der Daimler-Aktienkurs über den Zeitraum von 31 Jahren ein Nullsummenspiel ist, brachten die Dividenden den Daimler-Aktionären eine ordentliche Rendite, die zeitweise über dem DAX lag“, erklärt Lutz Neumann. Demnach hat der Daimler-Aktionär über den Zeitraum von 31 Jahren eine jährliche Durchschnittsrendite von 8,2 % inklusive Dividenden mitgenommen.

„Das zeigt, dass die Dividenden bei Wiederanlage für einen anständigen Zins-und-Zinseszins-Ertrag gesorgt haben. Und das obwohl beispielsweise 1996 aufgrund der Vollabschreibung der Fokker-Beteiligung und 2010 nach einer der schlimmsten weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrisen der Nachkriegsgeschichte die Dividendenzahlungen ganz ausfielen oder, wie kürzlich gemeldet, geplante Dividenden gekürzt werden müssen“, sagt Neumann.

Daimler-Dividende sorgt für Renditeschub: langfristige Wertentwicklung Daimler-Aktie mit und ohne Dividende, im Vergleich zu DAX und DAX Kursindex

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Quelle: Sutor Bank, eigene Berechnungen

Dividenden sind die Miete des Aktionärs

Nach Ansicht von Neumann sollten Anleger auch bei Betrachtung einzelner Werte stets die Entwicklung der Dividende mitberücksichtigen. „Andernfalls wäre es in etwa so, als würde ein Hausbesitzer sich täglich über den Wert seiner Immobilie informieren, ohne auf die Mieteinnahmen zu schauen. Interessanterweise sind aber für Hausbesitzer die Mieten, die Monat für Monat erzielt werden, selbstverständlicher Bestandteil der Wirtschaftlichkeitsberechnung. Bei Aktien sollte das genauso sein. Denn die Dividende ist quasi die Miete des Aktionärs“, erklärt Lutz Neumann.

Generell gilt nach Meinung von Lutz Neumann jedoch, dass Anleger ein Investment in Einzeltitel oder nur wenige Titel vermeiden sollten. Es komme vielmehr darauf an, sein Geld möglichst breit am Kapitalmarkt weltweit zu streuen. „Kurzfristige Kursschwankungen sind bei einem langfristigen Investment kein Grund, nervös zu werden, da sie zum Kapitalmarkt nun einmal dazu gehören. Auf lange Sicht stellt sich der Erfolg von ganz allein ein, trotz zwischenzeitlicher Schwankungen. Unsere Analyse zeigt, dass die Dividende dabei langfristig zu einem wesentlichen Renditefaktor werden kann. Vermieten Sie als Anleger Ihr Geld an Aktiengesellschaften und der Lohn ist die Miete, auch Dividende genannt“, so Neumann.

Tipp: Wir haben kürzlich das Scoring-System "Dividendenadel" in aktien Rankings implementiert. So sieht zum Beispiel das Dividenden-Adel-Scoring für die Aktie von Daimler aus.

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