Die neue Ära des Kapitalismus: Aufstieg der Super-Entrepreneure

Kommentare Simon Betschinger 2.194 Leser
Liebe Leser,

während an vielen Stellen der 200. Geburtstag von Karl Marx gefeiert wird, lasse ich es mir heute nicht nehmen, die Zukunft des Kapitalismus zu beschreiben.

Jeff Bezos macht Jahr für Jahr etwa 1 Milliarde US-Dollar an Amazon-Aktien flüssig, um Blue Origin zu finanzieren. Blue Origin ist das private Raumfahrtunternehmen des Amazon-Gründers, das schon bald Menschen an den Rand des Weltraums bringen soll. Bereits im Jahr 2020 könnte der Startschuss für diese neue Form des Weltraumtourismus fallen.

Der Amazon-Chef bezeichnet Blue Origin im Interview mit Mathias Döpfner als sein wichtigstes Projekt. Er argumentiert ähnlich wie Elon Musk, der die Zukunft der Menschheit als Wahrscheinlichkeitsbaum beschreibt, in dem es notwendig ist, die richtigen Astgabelungen zu wählen. Für die Menschheit sind viele Zukunftspfade denkbar. Wenn Technologien wie die Raumfahrt nicht zielgerichtet entwickelt werden, könnte es auch passieren, dass die Menschheit in einer statischen Zivilisation endet.

Diese Gefahr sieht Bezos und er hält dem Schreckensszenario einer statischen Zivilisation, die den Planeten Erde niemals verlässt, im Interview mit Döpfner folgende Vision entgegen: „Nehmen Sie nun das Szenario, in dem wir uns ins Sonnensystem begeben. Das Sonnensystem kann eine Billion Menschen aufnehmen. Und wenn wir eine Billion Menschen hätten, hätten wir tausend Einsteins und tausend Mozarts und unbegrenzte Ressourcen und unbegrenzte Sonnenenergie für alle praktischen Belange und alle praktischen Zwecke. Das ist die Welt, in der die Urenkel meiner Urenkel leben sollen.“

Zudem ist Bezos der Überzeugung, dass die Schwerindustrie von der Erde verschwinden und in den Weltraum verlagert wird. Die Erde wird ein sehr schöner Planet sein, der den Menschen als Wohnstätte dient.

Unternehmer wie Jeff Bezos, Elon Musk oder auch Bill Gates haben Visionen für die Weiterentwicklung der Menschheit und erstmals in der Geschichte der modernen Welt sind es private Unternehmer, die die entscheidenden Akzente setzen können, in welche Richtung sich das Rad der Geschichte weiterdreht.

Wegbereiter für diesen neuen Typus des Super-Entrepreneurs, der geschichtsträchtige Veränderungen anstoßen kann, ist die Globalisierung, die Megamärkte mit Milliarden von potenziellen Kunden erschaffen hat. In diesen globalisierten Märkten können Unternehmer wie Jeff Bezos genügend Geld verdienen, um ihre wagemutigen Visionen zu verwirklichen.

Ich sage also voraus, dass die letzte Entwicklungsstufe des Kapitalismus, die gestalterische Macht auf die Menschheitsgeschichte einzuwirken, in die Hände von einzelnen überragenden Unternehmern legen wird. Es werden kluge Menschen sein, die auf einmal die finanzielle Macht haben, Krankheiten zu besiegen, den Hunger zu beseitigen oder zu den Sternen aufzubrechen.

Es wird eine ausschließlich positive Macht sein, denn diese Super-Entrepreneure stehen unter der Beobachtung von Politik und Gesellschaft. Ihre finanzielle Kraft ist durch den Markt und die Entscheidungen von hunderten von Millionen von Menschen begründet. Wenn sie böses tun, würden die Märkte ihnen das Vertrauen entziehen. Ich gespannt welche Super-Entrepreneure kommen werden.

Viele Grüße
Simon Betschinger

Tipp: Simon Betschinger führt das nachbildbare aktien Realgeld-Musterdepot, das den Markt seit Start deutlich outperformen konnte.

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