Digitalisierung im Gesundheitswesen: Welche US-Aktien von dem Megatrend profitieren

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Die Gesundheitsausgaben steigen weltweit. In den Industrieländern werden sie immer untragbarer. Eine Entwicklung, bei der die USA mit überdurchschnittlich hohen Gesundheitskosten wie so oft den Vorreiter spielt. Wobei anzumerken ist, dass die in Übersee erzielten Resultate gemessen am betriebenen finanziellen Aufwand oft enttäuschen.

Schuld daran ist laut den Analysten von Julius Bär die historische Branchendynamik in den USA. Denn durch diese hat sich die Verhandlungsmacht von Gesundheitsdienstleistern und Herstellern zum Nachteil der Kostenträger vergrößert, wie die Schweizer Privatbank in einer Studie ausführt.

Von den Besonderheiten der USA einmal abgesehen, dürften die Alterung der Bevölkerung und eine zunehmende Bewegungsarmut sowie der damit einhergehende Anstieg chronischer Erkrankungen in den Industrieländern zu höheren Gesundheitskosten führen, heißt es weiter.

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3 Trends prägen das digitale Gesundheitswesen

Zur Bewältigung der Kostenproblematik verschiebt sich laut Julius Bär die Kräftedynamik entlang der Wertschöpfungskette im US-Gesundheitswesen: Die Kostenträger versuchten, ihre Verhandlungsmacht gegenüber Anbietern und Herstellern auszubauen. Digitalisierung sei das zentrale Element aller Strategien, mit denen sich Kostenträger und andere Branchenteilnehmer darum bemühten, das Gesundheitswesen erschwinglicher zu machen.

Drei wichtige Trends werden nach Einschätzung der zuständigen Analysten die Zukunft des Sektors prägen: 1) die Verlagerung auf eine wertbasierte Versorgung, 2) die Einführung kostensenkender digitaler Telematik-Lösungen (von der Telemedizin bis hin zu Mobil-Anwendungen für Gesundheitszwecke) und 3) die vermehrte Übertragung des finanziellen Risikos auf Patienten und Konsumenten.

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Wertbasierte Erstattungskonzepte seien dabei in hohem Masse datenabhängig, da die Kostenträger in der Lage sein müssten, die Behandlungsresultate zu messen, um festzustellen, ob die Versorgung effizient war und damit auch, ob Belohnungen oder Strafen für Anbieter angebracht sind. Eine wertbasierte Versorgung sollte es Kostenträgern und Patienten ermöglichen, im Gesundheitswesen einen nach dem Preis-Leistungs-Prinzip funktionierenden Ansatz zu forcieren, durch den das finanzielle Risiko vermehrt auf Anbieter und Hersteller übergeht.

Darüber hinaus stellten sämtliche Lösungen im Bereich der digitalen Gesundheits-Telematik alternative, kostengünstigere Wege zur Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen dar. Dazu gehörten auch Technologien wie Telemedizin, also ärztliche Konsultationen über eine räumliche Distanz. Eine wichtige Entwicklung in der Gesundheitsversorgung vor allem in den USA sei schließlich die verstärkte Einführung von Krankenversicherungen mit hohem Selbstbehalt. Dadurch werde letztlich ein größerer Teil des finanziellen Risikos im Hinblick auf die Gesundheitsausgaben auf die Patienten und Konsumenten übertragen.

Aktien von Gesundheits-IT-Dienstleistern und Managed-Care-Organisationen sind interessant

Die größten Nutznießer eines zunehmend digitalisierten Gesundheitssystems und der Bemühungen um die Aufrechterhaltung einer erschwinglichen Gesundheitsversorgung dürften Gesundheits-IT-Dienstleister (auf der Anbieterseite) sowie Managed-Care-Organisationen (MCO, auf der Kostenträgerseite) sein. Auch einige Medizintechnikunternehmen mit breiten, diversifizierten und innovativen Medizingeräte-Portfolios dürften sich im aufkommenden Zeitalter wertbasierter Verträge vergleichsweise gut entwickeln.

Im Gegensatz dazu sollten Anleger Gesundheitsdienstleister meiden, da diese durch neue Geschäftsmodelle und höhere IT-Kosten belastet sind, sowie Pharmaunternehmen, die wegen der dreifachen Bedrohung durch auslaufende Patente, die Einführung wertbasierter Verträge sowie Vorschriften zur Kostenkontrolle unter Druck geraten.

Im Kampf um eine erschwingliche Gesundheitsversorgung bevorzugt Julius Bär Anbieter von Gesundheits-IT wie Cerner Corp. (ISIN: US1567821046), deren digitale Hilfsmittel den Weg für weitere Kosteneinsparungen und eine wertbasierte Versorgung bereiten. Darüber hinaus empfehlen die Schweizer US-Kostenträger, vor allem große diversifizierte MCO wie UnitedHealth Group Inc. (ISIN: US91324P1021) und Anthem Inc. (ISIN: US0367521038), die künftig von mehr Verhandlungsmacht profitieren dürften.

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Im Bereich Medizintechnik sollten Anleger selektiv vorgehen und auf die Diversifikation des Geräteangebots sowie Innovation achten. Hingegen empfiehlt man, Gesundheitsdienstleister und konventionelle Pharmaunternehmen zu meiden.

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