Dividenden-Report: Rekordzahlungen für 2018, die Ausschüttungs-Aussichten für 2019 und die global 20 größten Dividendenzahler im Überblick

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So langsam läuft in Europa die diesjährige Dividendensaison an. Das wird viele Anleger freuen. Denn die vereinnahmten Ausschüttungen stocken die Haushaltskasse auf. Außerdem ist es erwiesenermaßen so, dass Dividenden einen wesentlichen Beitrag zu dem mit Aktien zu erzielenden Anlageerfolg beitragen.

Letzteres bringt auch uns dazu, Dividenden relativ stark in unsere Anlageentscheidungen miteinzubeziehen. Das ist beispielsweise bei einigen der regelbasierten Depotkonzepte der Fall. Eines davon trägt mit „Dividendenaktien USA“ sogar einen Namen, der unschwer erahnen lässt, dass Dividenden als Auswahlkriterium wichtig sind. Eine Rolle spielen sie außerdem auch im Portfoliokonzept "Conservative Trend-Following".

Rekordzahlungen weltweit und in Deutschland

Vor diesem Hintergrund ist es gut zu lesen, dass die Dividendenzahlungen weiterhin kräftig sprudeln. Zumindest geht genau das aus dem aktuellen Janus Henderson Global Dividend Index-Report (JHGDI) für das 4. Quartal sowie für das Gesamtjahr 2018 hervor, in dem jedes Jahr die von den 1.200 nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen (Stand: 31.12. des jeweiligen Vorjahrs) ausgeschütteten Dividenden analysiert werden.

Demnach ist es laut dem Vermögensverwalter so, dass beispielsweise in Deutschland die Dividenden im Jahr 2018 um 25 % auf die Rekordsumme von 47,5 Mrd. USD gestiegen sind. Damit überholt Deutschland die Schweiz in der Rangordnung der weltweit größten Dividendenzahler.

Daimler, BMW, SAP, Volkswagen und E.ON tragen rund die Hälfte zum Dividendenwachstum in Deutschland bei, die Deutsche Bank senkt als einziger Vertreter unter den in Deutschland beobachteten Unternehmen die Ausschüttung. Insgesamt wurden in 13 Ländern Rekordausschüttungen verzeichnet, neben Deutschland unter anderem in den USA, Kanada und Russland. Die globalen, unbereinigten (absoluten) Dividendenzahlungen stiegen dadurch unter dem Strich um 9,3 % auf die Rekordsumme von 1,37 Billionen USD.

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Quelle: Janus Henderson Group

 

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Quelle: Janus Henderson Group

Schwellenländer, Nordamerika und Japan überzeugen

Das bereinigte Wachstum, das von Janus Henderson bevorzugte Barometer für das Dividendenwachstum, war mit 8,5% so hoch wie zuletzt 2015 und lag über dem langfristigen Trend von 5 % - 7 %. Bei fast neun von zehn Unternehmen weltweit stiegen die Dividenden oder blieben stabil.

Im Schlussquartal lag das unbereinigte Dividendenwachstum weltweit bei 8,3 %. Die Ausschüttungen beliefen sich auf insgesamt 272,9 Mrd. USD – ein Rekord für das 4. Quartal. Das bereinigte Wachstum betrug 8,0 %.

Regional betrachtet lieferten die besten Ergebnisse die Schwellenländer, Nordamerika und Japan ab. Europa fiel hingegen zurück. Das Dividendenwachstum lag dort unter dem globalen Durchschnitt. Einen Bremseffekt hatten insbesondere das geringe Wachstum in der Schweiz und niedrigere Ausschüttungen in Belgien. Viele andere europäische Länder zeigten eine gute Performance. Im Banken- und Bergbausektor legten die Ausschüttungen kräftig zu, in der Telekommunikationsbranche entwickelten sie sich am schwächsten.

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Quelle: Janus Henderson Group

2019 winken weiter steigende Zahlungen

Janus Henderson erwartet für 2019 weiteres, aber verlangsamtes Wachstum auf 1,414 Billionen USD. Das entspräche einem absoluten Anstieg der Dividenden um 3,3 % ((unter der Annahme, dass die aktuellen Wechselkurse das ganze Jahr unverändert bleiben) auf 1,414 Billionen USD bzw. einem bereinigten Wachstum von 5,1 %.

Ben Lofthouse, Head of Global Equity Income bei Janus Henderson erkärt zu dieser Prognose folgendes: „Ungeachtet der schwierigeren Bedingungen an den Aktienmärkten können Anleger darauf vertrauen, dass die Unternehmen weltweit auch künftig in der Lage sein werden, Dividenden zu erwirtschaften. In vielen Regionen sind die Dividendenrenditen sehr attraktiv, und das Dividendenwachstum liegt mit 8,5 % über dem langfristigen Trend.

In dieser positiven Entwicklung spiegeln sich eine Reihe von Faktoren wider: In mehreren Branchen wie Bergbau, Öl- und Bankensektor normalisieren die Unternehmen ihre Dividendenzahlungen nach einer Phase geringer oder gestrichener Ausschüttungen. Zudem ist zu beobachten, wie sich bei einigen der größten Technologieunternehmen zunehmend eine Dividendenkultur herausbildet. In den USA hatte natürlich auch die Steuersenkung positive Auswirkungen auf das Dividendenwachstum.

Wir gehen davon aus, dass die Dividendenentwicklung 2019 wieder eher dem langfristigen Trend entsprechen wird. Die Gewinnerwartungen der Unternehmen sind angesichts schwächerer Vorhersagen für die Weltwirtschaft gesunken. Allerdings rechnen die meisten Beobachter für 2019 dennoch mit einem positiven Ertragswachstum. Auf jeden Fall sind die Dividenden deutlich weniger volatil als die Unternehmensgewinne, insofern beurteilen wir die Aussichten für ertragsorientierte Anleger weiterhin optimistisch.“

Weitere Details zu den Ausschüttungen in einzelnen Ländern und Branchen

Besonders herausragende Ergebnisse verzeichnete wie bereits erwähnt Deutschland. Zwischen 2009 und 2017 waren die Ausschüttungen der deutschen Unternehmen deutlich langsamer gewachsen als im weltweiten Durchschnitt. Im Jahr 2018 war das Bild völlig anders: Die Dividenden stiegen um ein Viertel auf die Rekordsumme von 47,5 Mrd. USD. Der Wechselkurseffekt war in Deutschland besonders stark – durch ihn erhöhte sich das unbereinigte Wachstum um 9,4 %-punkte. Auch Sonderdividenden leisteten einen bedeutenden Beitrag. Das bereinigte Wachstum fiel mit 9,1 % etwas bescheidener aus, es handelt sich aber dennoch um ein exzellentes Ergebnis, in dem sich die hohen Gewinne der deutschen Industrie widerspiegeln.

Daimler, BMW, SAP, Volkswagen und E.ON SE steuerten rund die Hälfte zum Dividendenwachstum in Deutschland bei. Nur ein Unternehmen in unserem Index, die Deutsche Bank, senkte seine Ausschüttung, und zwar auf 11 Cent pro Aktie (von 75 Cent vor drei Jahren). Das Geldinstitut befindet sich laut Janus Henderson noch immer im Prozess der Restrukturierung und leidet unter seiner Bilanzschwäche. Deutschland überholte im vergangenen Jahr die Schweiz in der Rangordnung der weltweit größten Dividendenzahler.

Auf europäischer Ebene stiegen die Dividenden gemächlicher – das bereinigte Wachstum betrug 5,4 %. Gründe dafür sind insbesondere ein geringes Wachstum in der Schweiz und eine erhebliche Dividendenkürzung bei Anheuser Busch in Belgien. Doch auch für Europa war 2018 kein schlechtes Jahr: Neun von zehn europäischen Unternehmen erhöhten ihre Ausschüttungen. Nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich, Spanien und Italien schnitten gut ab. Das absolute Wachstum profitierte deutlich von positiven Wechselkurseffekten in der ersten Jahreshälfte.

Die Rekordausschüttungen von 468,9 Mrd. USD in den USA bedeuteten ein Plus von 7,8 % gegenüber dem Vorjahr (auf bereinigter Basis). Maßgeblich trugen dazu Banken, Gesundheits- und Technologieunternehmen bei. Nur jedes 25. US-Unternehmen senkte die Dividende. Noch besser waren die Ergebnisse in Kanada, was insbesondere auf hohe Ausschüttungen von Ölkonzernen und Banken zurückzuführen war. Unter den großen Industrienationen verzeichnete das Land das höchste Dividendenwachstum. Das zweitstärkste Wachstum war dank höherer Unternehmensgewinne und steigender Ausschüttungsquoten aus Japan zu vermelden.

In der Region Asien/Pazifik war Australien im vergangenen Jahr der große Verlierer. Für die australischen Ausschüttungen spielen die Banken eine sehr wichtige Rolle, in diesem Sektor sind die Ausschüttungsquoten bereits hoch, während das Ertragswachstum schleppend verläuft. Zudem nahm der Telekommunikationskonzern Telstra eine drastische Dividendenkürzung vor, um Liquidität im Unternehmen zu halten. Dadurch erhöhten sich die australischen Dividenden nur um 0,9% gegenüber dem Vorjahr. Andere Länder in der Region lieferten wesentlich bessere Ergebnisse, und in Südkorea stieg Samsung erstmals in die Gruppe der 20 weltweit größten Dividendenzahler auf. Vor vier Jahren befand sich das Unternehmen nicht einmal unter den „Top 100“.

Nach einem schwachen 1. Quartal verzeichneten die Dividenden in den Schwellenländern während des übrigen Jahres eine kräftige Erholung. Insgesamt erhöhten sie sich 2018 um imposante 15,9 % (auf bereinigter Basis). Russland leistete dazu mit Rekordausschüttungen den größten Beitrag. Auch in China legten die Dividenden stark zu.

Weltweit verzeichnete die Bergbaubranche 2018 das höchste Dividendenwachstum. Nach den vorangegangenen Kürzungen hoben die Unternehmen ihre Ausschüttungen nun wieder an. Davon profitierte besonders das Vereinigte Königreich, wo viele dieser Titel notiert sind. Die Dividenden im Bankensektor, der im Branchenvergleich am meisten zu den globalen Ausschüttungen beiträgt, stiegen auf bereinigter Basis um 13,6 %, während bei den Ölunternehmen sogar ein Plus von 15,4 % registriert wurde. Das Schlusslicht bildete der Telekommunikationssektor, wo die Ausschüttungen in der Hälfte der Länder in unserem Index stagnierten oder sanken.

Abschließend noch einen Überblick über die in absoluten Zahlen betrachtet 20 größten Dividendenzahler weltweit.

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Quelle: Janus Henderson Group
Bildherkunft: Fotolia: #247567511


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