Dow Jones Crash: Langfristig gibt es an der Börse nur ein Risiko

Kommentare Simon Betschinger 2.958 Leser
Liebe Leser,

wenn ich gefragt werde welche Aktie ich zum Kauf empfehle, dann frage ich mein Gegenüber immer zuerst: „Wie viel Jahre Zeit haben Sie denn, bis Sie das Geld wieder benötigen?“

Auf die Frage nach einer Aktienempfehlung zu antworten, ist generell keine gute Idee. Ich rate davon entschieden ab. Wenn es schiefgeht, ist man der Schuldige und wenn es gut geht, hat es der Tipp-Empfänger ohnehin schon immer selbst gewusst. Ich antworte daher immer das Gleiche: „Wenn ich mehr als 7 Jahre Zeit mitbringe, würde ich einen ETF auf den S&P 500 kaufen“.

Langfristig gibt es an der Börse eigentlich nur ein einziges Risiko. Es ist das politische Risiko. Solange die Marktwirtschaft das vorherrschende Wirtschaftssystem ist, werden private Unternehmen Geld verdienen. Wenn Experimente mit anderen Wirtschaftsformen durchgeführt werden, könnte es irgendwann vorbei sein mit den Aktienmarkt-Renditen.

Bei der Erwähnung von politischen Risiken denken viele von Ihnen, liebe Leser, vermutlich sofort an US-Präsident Donald Trump. Aber ich kann Sie diesbegzüglich beruhigen. Trump praktiziert bis jetzt eine klassische liberale Politik. Gesetze und Regularien werden abgebaut, die Staatsquote wird gesenkt. Unternehmen können sich in ihrer Entwicklung frei entfalten, egal welches politische Lager sie unterstützen.

Auch das große Infrastrukturprogramm, das Trump im Jahr 2018 auf den Weg bringen will, ist nach den derzeit vorliegenden Informationen ein gut gedachtes Anreizsystem, das private Investitionen zielgerichtet für die Erneuerung der Infrastruktur einsetzen will. Auf jeden US-Dollar Staatsgelder sollen 5 US-Dollar private Gelder folgen.

Ich blende das politische Risiko aus. Ich tue so als würde es nicht existieren, denn dächte ich darüber nach, würde ich mit meinen Sorgen und Befürchtungen viel häufiger falsch liegen als richtig. Während meiner gesamten Lebenszeit wäre eine pessimistische Prognose noch niemals richtig gewesen. Ich plane daher nicht, im Alter von 37 Jahren mit politischen Extremüberlegungen anzufangen.

Wenn der Extremfall eintritt, und die Marktwirtschaft abgeschafft wird, muss ich mich ohnehin neu orientieren. Vielleicht kommt nach Trump ja ein Präsident, der dem Sozialismus nahesteht. Zuerst würde es vermutlich niemand glauben wollen, dann würde jeder darauf hoffen, dass es nicht ernst gemeint war und dann wäre es zu spät.

Darum lautet meine Devise. Die einzige Risikobegrenzung, die es bei der Aktienanlage gibt, ist die Auswahl guter Aktien. Sicherheit vor schnellen Markteinbrüchen gibt es nicht. Der entscheidende Faktor, der bei der Aktienanlage Sicherheit bietet, ist die Zeit. Zeit in Kombination mit einem wunderbaren Unternehmen, ergibt eine Art Gelddruckmaschine.

Passend zu dem kleinen Dow Jones Crash besprechen wir in dieser Ausgabe Aktien aus dem Portfolio von Warren Buffett, die wir derzeit für kaufenswert halten. Viel Spass bei der Lektüre.

Viele Grüße
Ihr Simon Betschinger

Lesen Sie jetzt die neueste Ausgabe des aktien Magazins. Wir haben uns aus dem Portfolio von Berkshire Hathaway 6 Aktien herausgesucht, die wir jetzt für kaufenswert erachten.

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