Geld verdienen mit Dividenden: Das ist die beste Strategie

Dividenden-Zahlungen sind für Anleger eine schöne Sache. Denn wer kassiert nicht gerne Geld fürs Nichtstun. Zumal ohnehin allgemein jeder Euro willkommen ist, der dabei hilft, die Haushaltskasse aufzufüllen.

Noch mehr als sonst ohnehin üblich gilt das in Zeiten wie aktuell, in denen festverzinsliche Alternativanlagen wegen dem Niedrigzinsumfeld kaum noch etwas abwerfen. Dividenden sind aber auch deshalb als Baustein beim Investieren in Aktien wichtig, weil sie historisch einen nennenswerten Teil der mit Aktien zu erzielenden Gesamtperformance beisteuern.

Wer Dividenden als Anlageargument mit berücksichtigt, der macht als Anleger schon einmal grundsätzliche einiges richtig. Noch besser und erfolgsorientierter agieren aber jene Investoren, die erkennen, dass es auch zwischen verschiedenen Dividenden-Strategien Unterschiede bei der Performance gibt.

Sie sehr Dividenden Einfluss auf das mit Aktien zu erzielende Ergebnis nehmen, zeigt der US-Finanzdienstleister Ned Davis Research regelmäßig in seinen Studien. Viel Wissenswertes beinhaltet dabei die nach dem nächsten Absatz abgebildete Grafik. Sie zeigt basierend auf Daten vom 31.01.1972 bis zum 30.04.2017 mit Blick auf die S&P500 Index-Vertreter als Berechnungsgrundlage, das mit Aktien von Unternehmen, die ihre Dividenden kürzen oder ganz streichen, im genannten Zeitraum ein Minus von 0,3 % p.a. angefallen ist.

Das ist ein niederschmetterndes Ergebnis und sogar noch schlechter als die plus 2,5 %, auf die Unternehmen kommen, die gar keine Dividende zahlen. Letzteres hinkt allerdings deutlich hinter dem Zuwachs von 7,6 % p.a. zurück, auf die es der S&P 500 Index auf geometrisch gleichgewichteter Total-Return-Basis gebracht hat. Geschlagen haben dieses Ergebnis aber die Dividendenzahler. Ned Davis Research beziffert deren jährliche Performance unter Einbeziehung von Kursentwicklung und Dividendenzahlungen auf 9,1 %. Wer am meisten aus seinem Geld machen wollte, der hätte aber am besten auf Unternehmen gesetzt, die ihre Dividenden erhöhen oder damit beginnen Ausschüttungen vorzunehmen. Denn für diese Gruppe hat Ned Davis Research ein Plus von 10,0 % p.a. errechnet.

S&P 500 Aktien-Erträge basierend auf der jeweiligen Dividendenpolitik

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Quelle: S&P Capital IQ Compustat, Ned Davis Research

Der US-Chef-Stratege von Ned Davis Research, Ed Clissold, kommentiert das Ergebnis wie folgt: „Dividenden sind ein Vertrauenssignal des Managements in die Geschäftsentwicklung. Die Grafik belegt das aus zwei Gründen: Erstens haben Unternehmen die Dividenden erhöhen oder zahlen überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Zweitens haben Dividendenkürzer eine vergleichsweise schwache Performance vorzuweisen.“

Ähnliche Ergebnisse ergeben sich übrigens auch, wenn statt auf geometrisch berechnete, auf arithmetisch errechnete Indizes zurückgegriffen wird. Wichtig zu wissen ist dabei folgendes: Solang nicht alle Indexvertreter die gleiche Performance aufweisen, fallen die geometrischen Mittelwerte immer geringer aus als die arithmetischen Mittelwerte. Die Finanzindustrie ist übrigens im Laufe der Zeit dazu übergegangen arithmtische Indizes zu verwenden.

Die nachfolgende Tabelle zeigt, dass Dividenden-Erhöher, Dividenden-Zahlungsaufnehmer und Dividendenzahler sowohl bei einer geometrischen als auch einer arithmetischen Berechnungsmethode besser abschneiden als der gleichgewichtete S&P 500 Index, Nicht-Dividenden-Zahler und Dividenden-Kürzer sowie –Streicher. Und zwar wirft die erste Gruppe nicht nur eine höhere Performance ab, sondern auch die Sharpe Ratio fällt höher aus, während die Standardabweichung geringer ist.

Erträge der S&P 500 Aktien gemessen an der jeweils betriebenen Dividendenpolitik

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Mit Blick auf den S&P 500 Index ist nun noch interessant, dass die meisten Dividenden-Zahler gleichzeitig auch Dividenden-Erhöher sind. Zum Stichtag 30.April zahlten laut Ned Davis Research 419 der 500 Index-Mitglieder eine Dividende. Davon haben wiederum 315 Gesellschaften oder umgerechnet 75 % im vergangenen Jahr ihre Ausschüttungen erhöht.

Abschließend fasst Glissold die ermittelten Ergebnisse noch einmal wie folgt zusammen: „Ob nun geometrische oder arithmetische Indizes Verwendung finden, Dividenden-Erhöher und Dividenden-Zahler haben langfristige eine höhere Performance generiert und sie kommen gleichzeitig auf eine niedrigere Volatilität. Dividenden-Erhöher haben dabei risikoadjustiert eine höhere Performance als Dividendenzahler ohne Ausschüttungsveränderung erzielt.“

Traderfox-Tipp: Gewiefte Anleger lassen solche Ergebnisse in ihre Anlageüberlegungen miteinfließen.

Der QIX Dividenden Europa ist ein Aktien-Index, der gezielt auf stabile und zuverlässige Dividendenzahler in Europa setzt. In den Index werden 25 europäische Aktien aufgenommen, die sich nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk dafür qualifizieren. Neben einer hohen Dividendenrendite berücksichtigt das Regelwerk dabei fundamentale Kriterien wie Dividendenkontinuität, Dividendenwachstum oder Gewinnwachstum. Auch technische Aspekte wie stabile Kursverläufe mit niedriger Volatilität fließen in das Ranking mit ein.
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