Ist die McDonald’s Aktie derzeit ein Kauf?

McDonald’s ist weltweit das größte Fast-Food-Unternehmen der Welt mit einer derzeitigen Marktkapitalisierung von 148 Milliarden US-Dollar. McDonald’s ist ein Unternehmen, das so gut wie jedem von uns bekannt ist, ist also eine wertvolle Marke. Insgesamt betreibt der Fast-Food Riese ca. 38.000 Restaurants, davon ca. 3.000 in Deutschland und die Anzahl wird weiter steigen. Seit 2017 beschleunigte sich der Aufwärtstrend der Aktie von 120 USD in der Spitze bis auf 220 USD im Jahr 2019. Was macht der Konzern besser als die Konkurrenz und ist die Aktie nach dem rasanten Anstieg immer noch kaufenswert?

Warren Buffet sagte einmal „Ich versuche Aktien von Firmen zu kaufen, die ein idiotensicheres Geschäft betreiben. Denn früher oder später wird jedes Unternehmen mal von einem Idioten geführt werden.“ Damit meint der erfolgreichste Investor aller Zeiten, kaufen Sie bevorzugt Aktien von Unternehmen mit einem möglichst einfachen Geschäftsmodell, das gegenüber anderen einen Burggraben aufweist. Die Aktie eignet sich zum Kaufen und Liegenlassen. Wer Anfang 1970 die Aktie kaufte, zahle umgerechnet nur 0,33 USD. Heute notiert der Gigant bei 192 USD.

Strafzölle belasten kaum

Das Management macht sich um Strafzölle keine Sorgen, denn es gibt nur wenige Zutaten, die nicht aus dem jeweiligen Heimatland bezogen werden. Lediglich Kaffeebohnen kommen beispielsweise aus Südamerika sowie das Spielzeug in den Happy-Meal-Packungen aus China. Insgesamt gibt es also wenig, was global bezogen wird. Letztendlich könnte es für McDonald’s indirekt teurer werden, da zum Beispiel der US-Konzern Welbilt, der unter anderem die Küchen für Amerikas Fast-Food-Giganten baut, durch gestiegene Kosten für Stahl und Aluminium seine erhöhten Herstellungskosten weitergeben könnte. Dennoch wird es McDonald’s eher weniger zu spüren bekommen.

Einer der größten Immobilienimperien der Welt

In den letzten Jahrzehnten hat McDonald’s immer mehr Immobilieneigentum für seine Restaurants erworben. Tatsächlich befinden sich knapp die Hälfte aller Restaurants im Besitz. Die meisten in großen Metropolen in den besten Lagen. Dadurch spart sich der Konzern sämtliche Mietausgaben, im Gegenteil McDonald’s tritt mittlerweile als einer der größten Vermieter weltweit auf, da es die meisten Restaurants als Franchise ausgelagert hat und somit Mieteinnahmen kassiert (ca. 10 % des Umsatzes der Franchise-Nehmer).

Warum ist der Umsatz seit 2014 rückläufig?

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Einerseits ist der Gesamtumsatz aller McDonald’s Restaurants seit 2008 kontinuierlich um ca. 3,1 % pro Jahr angestiegen, jedoch ist der Konzernumsatz seit 2014 rückläufig. Wie ist diese Diskrepanz zu erklären? Dafür gibt es einen einfachen und logischen Grund. McDonald’s hat sich ab 2014 entschieden, den Großteil seiner bisher selbst betriebenen Restaurants an Franchise-Nehmer auszulagern. So kann sich der Konzern ausschließlich auf die Produktpalette, Marketing und Ausdehnung in Schwellenländern konzentrieren. Ab 2019 ist wieder mit seigenden Umsätzen zu rechnen. Was aber unterm Strich wichtig zu sehen ist, dass einerseits der Gesamtumsatz aller Restaurants stetig langsam steigt und dass auch der operative Gewinn langsam, aber stetig wächst. So ist der scheinbar sinkende Umsatz also nicht auf die Kundennachfrage zurückzuführen, sondern auf eine Strategieänderung der Konzernleitung.

Profiteur der Digitalisierung

Die flächenweite Einführung der Bestell-Terminals wird McDonald’s wieder zu nachhaltigem Wachstum führen. Dadurch können einerseits Mitarbeiter eingespart werden, andererseits auch Wartezeiten deutlich verkürzt werden. Der Kunde bekommt auf den Bildschirmen mehr Angebote gleichzeitig präsentiert, sodass der er mehr Produkte als vorher einkaufen wird. Auch über die App von McDonald’s können neue Angebote, Gutscheine usw. ohne großen Aufwand millionenfach verbreitet werden. Ich denke langfristig gesehen werden auch hier immer mehr Menschen durch Roboter ersetzt und mittels künstlicher Intelligenz zielgerichtet eingesetzt.

Bewertung und aktuelle Zahlen

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Langfristig erhöht sich der Wert des Share-Holders dann, wenn wir ein nachhaltiges organisches Gewinnwachstum sowie eine positive Free Cash Flow-Rendite haben. Das organische Gewinnwachstum der letzten 10 Jahre lag bei ca. 3,5 %. Die derzeitige Free Cash Flow-Rendite bei 2,7 %. Dies wird aufgrund der derzeitigen starken Investitionen in den Umbau stark verzerrt, insofern ist in Zukunft eher mit 4 % Free Cash Flow-Rendite zu rechnen. Die aktuelle Dividendenrendite liegt derzeit bei 2,4 % und konnte im Schnitt in den letzten 10 Jahren um 8 Prozent jährlich gesteigert werden. Bei den Q3-Zahlen hat McDonald’s leicht enttäuscht, der Konzernumsatz stieg leicht auf 5,43 Milliarden, der Gewinn sank um zwei Prozent auf 1,6 Milliarden USD. Weltweit gelang McDonald’s ein starker Zuwachs um 5,9 Prozent in Restaurants, die seit mindestens 13 Monaten geöffnet sind. Nach dem Piotroski F-score, eine Kennzahl, um die finanzielle Kraft von Firmen zu bewerten, erhält der Wert 6 von 9 Punkten (siehe unten).

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McDonald’s entlässt Firmenchef


Der CEO der Schnellrestaurantkette McDonald’s Steve Easterbrook ist wegen einer Beziehung mit einer ihm dienstlich unterstellten Person entlassen worden. Sein Nachfolger wird Chris Kempczinski werden, der für das bisherige US-Geschäft mit rund 14.000 Filialen verantwortlich war. US-Bank JP Morgan hat die Einstufung für McDonald’s nach der Entlassung auf “Overweight“ mit einem Kursziel von 215 USD belassen. Analyst John Ivankoe kommentiert: Dieser (Steve Easterbrook) sei “sehr gut, vielleicht großartig, aber offenkundig nicht perfekt gewesen.“

Fazit:

Insgesamt gefällt mir das substanzstarke Geschäftsmodell von McDonald’s sehr gut. Das Unternehmen ist ein klarer Profiteur der Digitalisierung, hat eine weltbekannte Marke und großen Immobilienbesitz. Eine Aktie also zum Kaufen, Liegenlassen und vielleicht auch zum Vererben geeignet.

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Liebe Investoren, ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg an der Börse.

Bis zur nächsten spannenden Story,
Michael Seibold


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