Morningstar-Favoriten: 10 Wachstumsaktien mit vernünftigen Bewertungen

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Wachstumsunternehmen gelten allgemein als qualitativ hochwertige Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Chance, ihre Erträge schneller zu steigern als Branchenkonkurrenten oder der Gesamtmarkt. Dieses Wachstum hat jedoch häufig seinen Preis, weil derart gestrickte Aktien oft mit hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen oder Kurs-Buchwert-Verhältnissen gehandelt werden.

Wie Karen Wallace vom US-Finanzdienstleister Morningstar ausführt, ist es aber nicht immer eine gute Idee, einen hohen Preis für Wachstum zu zahlen. Denn wenn im Aktienkurs keine Sicherheitsmarge, oder anders ausgedrückt, kein Abschlag auf die den geschätzten fairen Wert der Aktie eingebaut ist, dann muss auf dem Wachstumspfad eines solchen Unternehmens alles reibungslos verlaufen, um die Prämienbewertungen zu rechtfertigen. Drohen doch bei Enttäuschungen heftige Kursrückschläge.

Deshalb ist es wichtig, auch bei Investments in Wachstumstitel auf die Bewertungen zu achten. Diese Philosophie, die manchmal auch als "Growth-at-a-reasonable-price"-Investment (abgekürzt GARP, Wachstum zu einem vernünftigen Preis) bezeichnet wird, zielt darauf ab, gute Wachstumsaussichten mit einer vernünftigen Bewertung zu kombinieren. Ein, zwei oder vielleicht sogar 3 Quartale mit enttäuschenden Ergebnissen können dazu führen, dass ein ehemaliger Wachstumsliebling von Momentum-Investoren gemieden wird.

Das ist dann der Zeitpunkt, an dem so ein Wert aus der Sicht von GARP-Investor interessant aussehen könnte. Denn ähnlich wie Value-Investoren suchen auch GARP-Investoren in der Regel nach Unternehmen, deren Aktienkurse vorübergehend gedrückt sind, die aber über Katalysatoren für weiteres Wachstum verfügen. GARP-Investoren reagieren folglich sensibel auf hohe Bewertungen - sie suchen stattdessen nach Aktien, die niedrigere Bewertungsmultiplikatoren aufzuweisen haben als das sonst bei Wachstumswerten üblich ist.

Um einige Unternehmen ausfindig zu machen, die für GARP- Anleger interessant sein könnten, hat Morningstar die mehr als 500 Unternehmen des Morningstar US Growth Index untersucht. Zuerst wurden dabei Unternehmen ausgesiebt, welche die hauseigenen Analysten nicht abdecken. Dann konzentrierte man sich nur auf Firmen, die schmale oder breite wirtschaftliche Schutzbunker aufweisen. Letzteres bedeutet nichts anderes, als das die Morningstar-Analysten glauben, dass diese Unternehmen einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil innehaben, der es ihnen erlaubt, die Profitabilität langfristig zu verteidigen. Aus diesem Pool wurden dann jene Gesellschaften herausgepickt, die derzeit mit dem niedrigen Verhältnis von Kurs zum fairen Wert ausgestattet sind. Die nachfolgende Liste zeigte die 10 besten Aktien dieses Filterprozesses.

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Quelle: Morningstar

Nachfolgend noch einige Ausführungen zu 3 Favoriten aus der obigen Favoritenliste:

Imax

Mitte des vergangenen Jahrzehnts erfand sich der Entwickler von Kinosystemen Imax neu, indem das Unternehmen die digitale Video-Revolution annahm und es ermöglichte, Blockbuster-Filme digital in sein proprietäres Großbildformat umzuwandeln. Dadurch ist Imax heute laut dem zuständigen Analysten Neil Macker der dominierende Akteur beim Premium-Großformatkino und verfügt nach seiner Ansicht auch über einen schmalen wirtschaftlichen Burggraben.

Das Geschäft habe sich auch dahingehend gewandelt, dass es nicht mehr sehr kapitalintensiv sei. Imax sei inzwischen in erster Linie ein Technologie-Hardware- und Markenlizenz-Unternehmen, das die überwiegende Mehrheit der Imax-Kinos nicht selbst betreibt. Stattdessen generiere das Unternehmen Einnahmen durch den Verkauf und die Vermietung der erforderlichen proprietären Geräte und durch Gebühren für die digitale Umwandlung von Standardfilmen in das Imax-Format, so Macker. Mit einem Abschlag von rund 30 % gegenüber dem von Morningstar auf 30 USD geschätzten fairen Wert sieht man bei der Aktie einen attraktiven Einstiegspunkt aus der Sicht von GARP-Investoren.

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Unter Armour

Dem Sportartikel-Hersteller Under Armour billigt der zuständige Analyst John Brick einen engen wirtschaftlichen Burggraben für sein immaterielles Vermögen zu. Der Hauptgrund für diese Einschätzung stelle der renommierte Markenname dar. Die Gesellschaft sei bekannt für ihre Leistungsfähigkeit und Innovationskraft, was zu einer starken Preismacht führe, erklärt Brick.

Bei dieser Einstufung geht der Analyst davon aus, dass Einzelhändler die Marke Under Armour weiterhin als Alternativen zu Nike und Adidas sehen, den beiden Platzhirschen in dem Sektor, und den Produkten der Gesellschaft weiterhin Verkaufsfläche anbieten. Die Stärke des Konzerns zeige sich auch an der erwirtschafteten Rendite auf das investierte Kapitals, die in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich auf 17 % pro Jahr belief. Damit bewegte sich dieser Wert klar über den von Morningstar auf 9 % geschätzten Kapitalkosten. Brick traut Under Armour in den nächsten Jahren wieder zu, Überrenditen zu generieren. Mit einem Abschlag von rund 25 % zu dem auf 20,50 USD geschätzten fairen Wert sei der Titel unterbewertet, heißt es.

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Biomarin Pharmaceutical

Zu Biomarin führt Analystin Karen Andersen aus, dass die Kosten für die Vermarktung sowie für Forschung und Entwicklung das Biotech-Unternehmen in die Verlustzone getrieben haben. Doch sie sei nach wie vor zuversichtlich, dass die seltenen Krankheiten, welche die Gesellschaft mit ihren Therapien behandelt, einen Gewinn abwerfen werden. Sie sieht in der Fokussierung auf Orphan Drug und der produktiven Pipeline des Unternehmens ausreichend Gründe, um von einem engen wirtschaftlichen Burggraben sprechen zu können.

Der Konzern traue sich unverändert bis 2020 ein jährliches Umsatzwachstum von rund 15 % zu sowie einem Senkung der Ausgaben gemessen in Prozent des Umsatzes. Viel versprechende Produkte könnten dann nach 2020 das Wachstum sogar noch beschleunigen. Gemessen daran sei der Abstand zum fairen Wert von 107,00 USD zu hoch.

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