Qualitätsaktie der Woche – Continental - Wandel zum Technologiekonzern schreitet voran

Das ausgesprochen solide Wachstum der vergangenen Jahre hat Continental insbesondere den anhaltend hohen Absatzzahlen der Autoindustrie zu verdanken. Die konzernweite Gewinnentwicklung war dabei zuletzt mehr als beachtlich. Im 5-Jahresdurchschnitt lag hier der Zuwachs bei immerhin 10%. Aber auch mit der hohen Eigenkapitalrendite von 20% kann Continental überzeugen. Dennoch liegt das 2019er KGV der Aktie nach dem jüngsten Kursrückgang nur bei 10.

Mit einem Jahresumsatz von 44 Mrd. Euro ist Continental einer der international führenden Hersteller von Reifen, Komponenten und Modulen für die gesamte Fahrzeugindustrie. Dabei umfasst die Produktpalette des Unternehmens neben Reifen auch Technologien für Bremssysteme, Fahrdynamikregelungen und Luftfedersysteme. Continental fertigt zudem verschiedenste Produkte zur Verbesserung der Passagiersicherheit sowie die Geräusch- und Schwingungsdämpfung an Fahrgestellen und Karosserien. Kernbereiche des Autozulieferers sind darüber hinaus neben der Entwickelung und Herstellung auch Serviceleistungen rund um Fahrwerksensoren, Fahrerassistenz- und Airbagsysteme. Endprodukte zur Motorsteuerung und Transportbandsysteme stellt Continental ebenfalls her. Hier sind die Kunden vornehmlich in der Druck- und Lebensmittelbranche sowie im Maschinen- und Anlagenbau zu finden. Des Weiteren forscht und arbeitet das Unternehmen mit verschiedenen Partnern zusammen an digitalen Vernetzungskonzepten sowie in den Bereichen Autonomes Fahren und Elektroantriebe.

Wandel zum Technologiekonzern schreitet voran


Continental beschleunigt seinen derzeitigen Umbau und wird dabei immer mehr zum Technologieunternehmen. Wie der Zulieferer gestern auf der IAA-Nutzfahrzeugmesse bekannt gab, wolle er mit dem Bremssystem-Anbieter Knorr-Bremse bei der Entwicklung des hochautomatisierten Fahrens von Nutzfahrzeugen zusammenarbeiten. Schwerpunkt sei das sogenannte Platooning, also automatisiertes Kolonnenfahren. Aller Voraussicht nach könnten Continental zufolge Kunden ab 2019 eine Kolonne aus 3 miteinander gekoppelten Lastwagen testen. Nach dem automatisierten Kolonnenfahren folge in der weiteren Entwicklung das automatisierte Fahren auf der Autobahn. Nach 3 bis 4 Jahren sollten die Kolonnen über ausgewählte Straßen fahren können, teilte das Unternehmen weiter mit. Das Kolonnenfahren erlaube auch ein deutlich effizienteres Fahren, das bis zu 15% an Spritkosten einsparen könne. Zudem bewirke die Automatisierung einzelner Fahrfunktionen wie Spurwechsel oder Fahren in der Baustelle, dass Nutzfahrzeuge sicherer fahren, da das geplante System auch eigenständig Umfelderkennung sowie Fahrplanung und -entscheidung übernehme. Continental selbst liefert für das gemeinsame Projekt verschiedene Sensoren sowie die zentrale Recheneinheit und übernimmt dazu die komplexe digitale Vernetzungsthematik. Knorr-Bremse dagegen steuert etwa Systeme für Bremse und Lenkung bei. Im Nutzfahrzeuggeschäft mit Reifen, Kautschukprodukten und Elektronik hatte der Autozulieferer 2017 die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr von 4,1 Mrd. auf 4,7 Mrd. Euro erhöht. Gleichzeitig kletterte der Konzernumsatz auch dank der boomenden Autobranche um fast 9% auf 44,0 Mrd. Euro.


Niedriges KGV trotz solider Wachstumszahlen


Das ausgesprochen solide Wachstum der vergangenen Jahre hat Continental insbesondere den anhaltend hohen Absatzzahlen der Autoindustrie zu verdanken. Die konzernweite Gewinnentwicklung war dabei zuletzt mehr als beachtlich. Zwar hatte sich der Gewinn seit 2012 von 1,88 Mrd. Euro auf 2,95 Mrd. Euro im letzten Geschäftsjahr nicht ganz verdoppelt. Im Durchschnitt war dies aber immerhin ein Anstieg von 10%. Zugleich legten die Erlöse des Qualitätsunternehmens um durchschnittlich 6% zu. Aber auch mit der hohen Eigenkapitalrendite von 20% im operativen Geschäft kann Continental überzeugen. Nach dem jüngsten Kursrückgang liegt das 2019er KGV der Aktie aktuell nur bei 10. Die derzeitige Dividendenrendite von 2,8% ist ebenfalls nicht zu verachten.

Die Continental-Aktie befindet sich im Qualitäts-Auswahlindex QIX Deutschland. Der QIX Deutschland ist ein Aktien-Index, der aus den besten 25 deutschen Aktien gebildet wird. Die 25 Aktien werden nach einem festgelegten und erfolgsbewährtem Regelwerk ausgewählt. Die im Index enthaltenen Unternehmen zeichnen sich durch hohe Gewinnspannen und Kapitalrenditen sowie stabile Wachstumsraten und solide Bilanzen aus. Auch Value-Kriterien wie Dividendenrendite, niedrige Kurs-Gewinn- und Kurs-Umsatz-Verhältnisse werden mit einbezogen.

Wenn Sie den QIX nachbilden wollen, bietet sich ein Index-Tracker der UBS an.

Hinweis: Da der QIX Deutschland von finanzen.net und der Traderfox GmbH, einer Tochtergesellschaft der finanzen.net GmbH, entwickelt wurde, partizipieren die finanzen.net GmbH und die TraderFox GmbH indirekt oder direkt an der Vermarktung des QIX Deutschland. Dies betrifft u.a. Lizenzeinnahmen von Emissionsbanken und KVGs.
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