TraderFox Graham-Value Offensive Index: So will sich Walgreens Boots Alliance neue Geschäftsfelder erschließen und Gentex trotz Gegenwind stärker wachsen

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Der teilweise deutliche Anstieg bei Technologiewerten und der Rebound beim Ölpreis führten gestern Abend am US-Aktienmarkt zur lang ersehnten Erholung. In diesem Umfeld legte auch der TraderFox Graham-Value Offensive Index leicht auf 12.959 Punkte zu. Apothekenbetreiber Walgreens Boots Alliance strebt zur Erweiterung seines Kerngeschäfts den Kauf einer US-Krankenversicherung an. Gentex plant mit neuen Produkteinführungen rückläufige Autoverkäufe und Handelszölle aufzufangen.

Ein leichtes Plus auf 79,90 USD konnte am Mittwoch im TraderFox-Index die Aktie von Walgreens Boots Alliance verbuchen und befindet sich damit weiterhin in der Nähe ihres Jahreshochs. Das Unternehmen selbst betreibt mit über 8,100 Geschäften eine der größten Apothekenketten in Amerika. Darin werden landesweit vor allem Eigenmarken unter dem Label Walgreens, Duane Reade, Boots und Alliance Healthcare vermarktet und verkauft. Nach dem jüngsten Erwerb von weiteren knapp 4.000 Apotheken des Wettbewerbers Rite Aid's will Walgreens nun auch noch andere Geschäftsfelder erschließen. Wie gestern dazu bekannt wurde, befindet sich das Unternehmen derzeit in frühen Verhandlungen mit dem US-Krankenversicherer Humana über eine gegenseitige Beteiligung. Dem Wall Street Journal zufolge seien dabei Möglichkeiten zu verschiedenen Gemeinschaftsunternehmen ausgelotet worden. Auch sei die Erweiterung ihrer bisherigen Partnerschaft bei der Betreuung älterer Leute ein Thema gewesen. Walgreens selbst wollte sich zunächst nicht zu dem Bericht äußern.

Der Vorstand des Apothekenbetreibers hat jedenfalls schon seit längerem Interesse das eigentliche Kerngeschäft des Unternehmens noch breiter aufzustellen. Dabei hatte der Manager erst kürzlich mehrere neue Partnerschaften vermelden können. Darunter war auch die demnächst startende Zusammenarbeit mit dem US-Lebensmittelhändler Kroger Co. und der Laboratory Corporation of America. Der Druck selbst aktiv zu werden, nahm bei Walgreens jedoch zuletzt noch weiter zu. Hatte doch der Dauerrivale CVS Health seine Fusion mit dem US-Krankenversicherer Aetna durchgezogen und ist damit nun in der Lage verbesserte medizinische Dienstleistungen anzubieten. Wir hätten schon vor 4 Jahren einen Versicherer kaufen sollen, als unsere Bewertung noch deutlich über ihren lag, räumte der Vorstand jüngst gegenüber Bloomberg ein. Aber auch Walgreens selbst muss aufpassen, dass das Unternehmen nicht irgendwann auch zum Übernahmekandidat wird. Zumindest die derzeit durchaus niedrige Bewertung lässt dies realistisch erscheinen. Bei einer Marktkapitalisierung von 75 Mrd. USD fällt hier vor allem das 2019er KGV von 11 auf. Auch was den Verschuldungsgrad angeht, so befindet er sich auf einem überschaubaren Niveau.

Der TraderFox Graham-Value Offensive Index enthält 20 Value-Aktien, die anhand verschiedener klassischer Bewertungskennzahlen und ihrer Volatilität bewertet werden. Bei der Aktienauswahl werden Faktoren wie das Ausschütten einer Dividende, ein niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis, ein positives EPS-Wachstum, konstant positive Gewinne während der letzten 5 Jahre, eine geringe Verschuldung sowie ein hohes Verhältnis aus Umlaufvermögen zu kurzfristigen Verbindlichkeiten positiv bewertet. Weitere Auswahlkriterien sind eine hohe Kapitalrendite und eine niedrige Unternehmensbewertung.

Ebenfalls im Plus zeigte sich gestern im Index die Aktie der Gentex Corporation, die dabei bis zum Handelsschluss leicht auf 22,35 USD zulegen konnte. Der US-Technologiekonzern und Automobilzulieferer hatte im Juli seine Prognosen für das Gesamtjahr aufgrund weltweit rückläufiger Autoverkäufe und steigender Kosten durch die beschlossenen US-Handelszölle herabsetzen müssen. Während der Aktienkurs seit dieser Meldung inzwischen deutlich gefallen ist, ergeben sich jetzt für langfristige Investoren möglicherweise gute Einstiegskurse. Denn auch wenn Gentex die Konsensschätzungen für das jüngste Quartal leicht verfehlte, so lief es operativ zuletzt doch durchaus vielversprechend. Dem Management zufolge gab die gesamte Autoproduktion in Nordamerika dabei nur um 3% nach, auch die Hersteller von Luxus-Fahrzeugen mussten einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 3% hinnehmen. Entgegen dieser Entwicklung konnte das Unternehmen, das Marktführer bei automatisch dimmbaren Auto-Rückspiegeln ist, seinen Gewinn um 2,7% steigern und war zudem etwas profitabler. Auch zeigte sich Gentex`s Absatz im Nordamerika-Geschäft stabil, während das internationale Geschäft mit der Autoindustrie sogar ein Plus verbuchen konnte. Alles in allem soll der Konzernumsatz zum Jahresende nur um knapp 60 Mio. USD niedriger ausfallen als zuvor erwartet.

Für den Zulieferer sehen Analysten dennoch die Gefahr, dass anhaltend nachgebende Autoverkäufe auf globaler Ebene das Geschäft stärker ausbremsen könnten. Auch seien künftige Kosten in Anbetracht möglicher weiterer Zölle noch nicht absehbar. Gentex selbst rechnet für das 2. Halbjahr letztlich auch dank neuer Produkteinführungen mit einem Umsatzplus zwischen 7 und 10%. Zwar generiert das Unternehmen bis zu 33% seiner Erlöse in Amerika, neben den Autoproduzenten werden dort aber auch Kunden aus der Luftfahrt- und Brandschutzbranche unter anderem mit elektro-optischen Geräten beliefert. Vom Management wird Gentex aber insgesamt sehr konservativ geführt und hat demnach keine nennenswerten Schulden. Dies zeigt sich vor allem in der niedrigen Debt-to-Equity Ratio von 0,04.

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