US-Aktien bereits vor den Halbzeitwahlen in Rekordlaune – Und die Historie verspricht nach dem Urnengang noch mehr

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US-Aktien bereits vor den Halbzeitwahlen in Rekordlaune – Und die Historie verspricht nach dem Urnengang noch mehr

Am 6. November 2018 stehen in den USA die so genannten Halbzeitwahlen an. Bei dem stets zur Mitte einer vierjährigen US-Präsidentschaft anstehenden Urnengang werden dieses Mal alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 34 der 100 Sitze im Senat neu vergeben.

An der Börse gibt es zwar den Spruch, „politische Börsen haben kurze Beine“, aber es ist durchaus denkbar, dass die mit so einer Wahl üblicherweise einhergehenden Unsicherheiten die Anleger an der Wall Street im Vorfeld möglicherweise etwas vorsichtiger agieren lassen.,

Unsicherheit im Vorfeld …

Zumindest spricht dafür die Kursbilanz der Vergangenheit, wobei die Historie für Bullen aber auch viel Ermutigendes parat hat. Wie Sam Stovall, Aktienstratege beim US-Finanzdienstleister CFRA ermittelt hat, musste der S&P 500 Index bei den 18 Zwischenwahlen seit 1945 im September jedenfalls in 10 Fällen Monatsverluste hinnehmen. Im Schnitt ergab sich dabei ein Minus von 0,9 % (siehe Tabelle weiter unten).

Ein Ergebnis, das auch dazu passt, dass sich das zweite und dritte Quartal in Zwischenwahljahren traditionell als die schwierigstem im gesamten Präsidentschaftszyklus erwiesen haben, der 16 Quartale umfasst. Der Grund dafür ist laut Stovall einzig und alleine an dem Wort festzumachen.

Dazu muss man wissen, dass die Partei, die das Weiße Haus kontrolliert, nach der Halbzeitwahl durchschnittlich 22 Sitze im Parlament und 4 Sitze im Senat verloren hat. Sollte sich die Geschichte 2018 wiederholen, würde das Ergebnis die Mehrheit des republikanischen Hauses und des Senats in Gefahr bringen.

… Erleichterung danach

Allerdings wurden die Anleger dafür anschließend dann für den schwachen September in Zwischenwahljahren anschließend entschädigt. Denn schon im jeweiligen vierten Quartal sprang seit 1945 im Schnitt ein Plus von 7,5 % heraus, wobei die Kurse in fast 90 % aller Fälle stiegen.

Noch viel besser fällt die Bilanz ab dem 31. Oktober in den darauffolgenden 12 Monaten aus. Laut Stovall stieg der S&P 500 Index da im Durchschnitt um fast 17 % und besonders spannend daran ist, dass die Kurse immer gestiegen sind. „Nach der Wahl atmen die Anleger eben auf“, kommentiert dazu der Stratege.

Die Entwicklung des S&P 500 Index im Umfeld von Halbjahreswahlen – für die Zeiträume September, viertes Quartals und die 12 Monate nach dem Urnengang

cfra

CFRA sieht Gründe für moderate Kursgewinne in 2019


Stovall erinnert zwar daran, dass die Geschichte als eine Art Leitfaden gesehen werden kann, Investoren daraus aber niemals ein Evangelium ableiten sollten. Das heißt, die Geschichte kann sich auch dieses Mal wiederholen, muss sie aber nicht.

Allerdings würden steigende Kurse auch zur Hausmeinung des CFRA Investment Policy Committee passen. Denn dieses sagt für 2019 leicht anziehende Notierungen vorher. So wurde das Kursziel für den derzeit bei 2.912 Punkten notierenden S&P 500 Index erst am 29. August auf Zwölfmonatssicht von 3.000 auf 3.100 Zähler angehoben. Wie Stovall erklärt, sprechen für diese Prognose die Erwartung einer Expansion des realen Bruttoinlandsproduktes weltweit und in den USA.

Zudem rechnet man bei den S&P 500 Index-Mitgliedern mit einer 10 %-igen Steigerung des operativen Gewinns pro Aktie im Jahr 2019, nachdem für 2018 bereits ein Ergebnisplus von 22 % vorhersagt wird. Die Kerninflation dürfte gleichzeitig im nächsten Jahr nur leicht von geschätzten 2,3 % für 2018 auf 2,5 % anziehen, so Stovall. Gleichzeitig geht CFRA zudem davon aus, dass die Fed ihre grundsätzlich akkommodierende Geldpolitik beibehält, auch wenn die US-Notenbank in den kommenden Monaten die Leitzinsen weiter noch etwas weiter anhebt.
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