Warum ein deutscher Vermögensverwalter bei US-Aktien eine Korrektur von 20-30 % nicht ausschließt

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Die Kurse an den Weltbörsen sind zuletzt auf Tauchstation gegangen. Selbst die zuvor so rehordhungrige Wall Street hat einen heftigen Rückschlag erlitten. Nach den jüngsten starken Kursverlusten fragen sich viele Marktteilnehmer besorgt, ob weitere Einbußen drohen.

Nach einer Antwort auf die Frage nach dem bestehenden Korrekturpotential an den Aktienmärkten sucht in einer aktuellen Einschätzung auch der deutsche Vermögensverwalter StarCapital. Als Leiter der hausinternen Kapitalmarktforschung weist Norbert Keimling darin darauf hin, dass sich die Gefahrenzeichen insbesondere beim US-Aktienmarkt seit Langem gemehrt hätten.

Als Belege für diese These verweist er auf eine bestehende Überbewertung (gemessen am zyklisch adjustierten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV10, Shiller-PE, CAPE)), auf zunehmende Sorglosigkeit in Verbund mit einer sehr positiven Stimmung unter den Marktteilnehmern sowie auf die in den Monaten zuvor verbuchten überdurchschnittlichen Kurszuwächse. Seine Einschätzung untermauert Keimling dabei anhand der nachfolgenden 3 Grafiken.

Das Bewertungsniveau gemessen am CAPE erinnert an 1929

cape

Quellen: Thomson Reuters, Shiller und StarCapital. Daten mit Stand vom 31.01.2018



Deutliche Kursrückschläge und steigende Volatilitäten sind überfällig


bulls

Quellen: Thomson Reuters, Shiller und StarCapital. Daten mit Stand vom 31.01.2018



Es gibt so viele Bullen wie nie zuvor


vola

Quellen: Thomson Reuters, Shiller und StarCapital. Daten mit Stand vom 31.01.2018


Wie die obigen Grafiken zeigen, ist an der Wall Street eine Kombination aus einer massiven Überbewertung nach jahrelangen Kurssteigerungen sowie einem hohen Maß an Nachlässigkeit und Euphorie zu registrieren. Wie Keimling erklärt, waren historisch gesehen die größten Kursgewinne jedoch nach Krisen, das heißt in Phasen mit attraktiven Bewertungen, hoher Unsicherheit und pessimistischer Stimmung zu verzeichnen.

S&P 500 Index von 2.000 Punkten nicht ausgeschlossen

Vergangenheitserfahrungen lehren laut Keimling außerdem, dass auf hohe Bewertungen wie wir sie aktuell beim S&P 500 Index sehen, zumeist Korrekturen von 20-30 % innerhalb von 3 Jahren folgten. In 10 % aller Perioden mit vergleichbarer Bewertung hätten die Wertverluste 40% überstiegen. Dass wir einen S&P 500 Index von 2.000 Punkten in den nächsten 3 Jahren sehen, wäre historisch insofern nicht ungewöhnlich, so Keimling.

Beim DAX falle das Rückschlagpotential auf Grund der attraktiveren Bewertung aber geringer aus: In der Vergangenheit folgten auf vergleichbare Bewertungen wie aktuell in der Regel nur Korrekturen von 10 %. Lediglich in einem von zehn vergleichbaren Jahren hätten die Kursverluste deutlich 25 % überstiegen. Mit der gleichen Wahrscheinlichkeit seien allerdings auch Steigerungen von über 50 % möglich gewesen. Langfristige Investoren können in Deutschland deshalb laut Keimling optimistisch bleiben: ein DAX von 23.000-48.000 Punkten erscheine in 15 Jahren am wahrscheinlichsten. Attraktivere europäische Länder wie Italien oder die Emerging Markets böten langfristig sogar noch deutlich mehr Potential.

Eine Abkoppelung von der Leitbörse Wall Street sei dabei historisch nicht ungewöhnlich: 1989 habe Japan als die Leitbörse gegolten, jedenfalls stellte Japan damals das größte Gewicht im MSCI World (40%, US lediglich 30%), verbuchte über Jahre massive Überrenditen und zeigte analog zum heutigen US-Markt extrem hohe Bewertungsniveaus. Kaum ein Investor hätte es 1989 für möglich gehalten, dass der japanische Leitmarkt mehrere Jahrzehnte verlieren wird, während nahezu alle anderen Märkte prosperieren, stellt Keimling rückblickend fest. Die spannende Frage lautet nun, ob sich die Geschichte am US-Aktienmarkt wiederholt.

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