Leoni – Wenn sich Geschichte wiederholt, wäre eine 30-%-Rally denkbar

Also wenn ein Sektor am Aktienmarkt seit Monaten schlecht performt, dann ist das die Auto- und Zulieferbranche. Insbesondere die deutschen Vertreter dieser Branche kommen nicht so richtig ins Rollen, obwohl sich der Markt ja zuletzt ordentlich erholt hat. Zu viele Unsicherheiten schwingen in der Branche mit, die sich womöglich in einem der größten Umbruchprozesse der letzten Jahrzehnte befinden könnte.  Neue Megatrends entstehen: Autonomes Fahren und Elektromobilität dominieren die Diskussionen und Zukunftsfantasien. Doch es gibt einige kritische Stimmen in dieser Diskussion, die der Meinung sind, dass die hochgelobte deutsche Autoindustrie auf einem guten Weg ist, zumindest den Megatrend Elektromobilität zu verpassen. Vor allem der E-Auto-Pionier Tesla scheint einen auf Jahre nicht wieder einzuholenden Vorsprung auf die deutschen Konzerne zu haben.

Viele Krisen in der Branche haben sich im Nachhinein jedoch oft als interessante Einstiegschancen herausgestellt. Daher könne laut Euro am Sonntag ein Blick auf die Aktie des Kabel- und Bordnetzspezialisten Leoni nicht schaden. Nach einer Kurshalbierung der SDAX-Aktie in den letzten 12 Monaten könne die neue Unternehmensstrategie zeitnah für neuen Schwung sorgen.

Konzernchef Aldo Kamper wolle Leoni wieder flott machen, nachdem der Wachstumsmotor in 2018 etwas ins Stottern gekommen sei. Im Geschäftsjahr 2018 dürfe der Umsatz lediglich von 4,9 auf 5,0 Mrd. Euro zugelegt haben. Mit einem um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnis von knapp 200 Mio. Euro sei die Jahresprognose von 215 bis 235 Mio. Euro verfehlt worden. Dennoch bestehe kein Grund zum Schwarzmalen.

Laut Verband der Autoindustrie VDA sei in 2019 von einem weltweiten Absatzplus bei neuen Pkw von 1 % auf 85,9 Mio. Fahrzeuge auszugehen. Leoni als ausgewiesener Kabel- und Bordnetzspezialist profitiere vom zunehmenden Bedarf nach mehr Kabeln in modernen Fahrzeugen. Insbesondere der Trend Elektromobilität dürfe die Nachfrage beflügeln. Leoni habe sich als Lieferant von Stromkabeln bei Projekten zur Energiewende und Digitalisierung weitere lukrative Standbeine aufgebaut.

Laut Euro am Sonntag könne man als Anleger auf eine Trendwende des Titels spekulieren, noch bevor der Leoni-Chef – wie angekündigt – im Frühjahr die neue Unternehmensstrategie vorstellt. Ein erster Termin dafür sei womöglich die Bilanzpressekonferenz am 19. März. Außerdem spreche die charttechnische Situation für einen Einstieg. In den zurückliegenden 7 Jahren sei der Aktie bereits viermal ein starker Rebound von der Unterstützungszone im Bereich von 30 Euro gelungen. Euro am Sonntag rät mit einem Kursziel von 42,50 Euro zum Kauf (32 % Potenzial).

Weiteres Rückschlagpotenzial von 32 % sieht hingegen Kepler Cheuvreux. Das Analysehaus hatte im Januar das Kursziel für die Aktie von Leoni von 27 auf 22 Euro reduziert und das Rating „Reduce“ bestätigt. Analyst Thomas Besson nannte eine schwächere Nachfrage in China und Europa als Grund für seine Reduzierung der Pkw-Absatz-Schätzungen der Jahre 2018 bis 2020. Die Gewinne in der Autoindustrie dürften nochmals sinken. Im Fall von Leoni werde es noch einige Zeit dauern, bis Anleger dem von der Konzernleitung angekündigten stärkeren Fokus auf die Gewinnmarge Glauben geschenkt werde.

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Bildherkunft: Leoni


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