Megatrend Digitales Gesundheitswesen: Was Investoren über diese Anlagechance wissen müssen – plus 5 Aktien-Profiteure

Es gibt diverse große Trends, die unser heutiges Leben sowie das in den kommenden Jahren und Jahrzehnten prägen dürften. Aus Anlegersicht sind diese interessant, weil sie Unternehmen mit den passenden Produkten und Dienstleistungen für lange Zeit gut laufende Geschäfte versprechen. Zu diesen Trends zählt sicherlich der Gesundheitssektor und als Teilbereich unter anderem ganz besonders auch das digitale Gesundheitswesen.

Warum das so einzustufen ist, erklärt Damien Ng, Next, Generation Research Analyst bei Julius Bär, in einem aktuellen Research-Bericht. Darin führt der Experte von der Schweizer Privatbank zunächst allgemein aus, dass politische Maßnahmen, die Alterung der Bevölkerung und die zunehmende Verbreitung chronischer Erkrankungen zu in den vergangenen Jahrzehnten weltweit in beunruhigendem Masse gestiegenen Gesundheitsausgaben geführt haben.

Wie Ng weiter erklärt, geht davon ein enormer Kostendruck auf die Verbraucher aus, unabhängig davon, wo sie sich befinden. Beispielsweise habe ein durchschnittlicher US-Amerikaner im Jahr 1980 rund 1.000 USD für seine Gesundheit ausgegeben. Laut den US Centers for Medicare and Medicaid Services habe sich dieser Betrag 2018 auf 11.000 USD belaufen und Prognosen zufolge steigt dieser Betrag bis 2030 auf 17.000 USD. Obwohl die Gesundheitsausgaben pro Kopf in den USA im globalen Vergleich am höchsten seien, zähle die Lebenserwartung zu den niedrigsten in den Industrienationen.

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Rund um den Globus hätten Regierungen auf politische Reformen zurückgegriffen, um die steigenden Kosten für ihre Bürgerinnen und Bürger einzudämmen. In den USA sei 2013 beispielsweise der Patient Protection and Affordable Care Act (auch bekannt als «Obamacare») verabschiedet worden. Damit sollten die Ausgaben gesenkt werden, die Patienten für ihre medizinische Versorgung selbst finanzieren müssen. Auch in China werde seit 2015 eine Reihe von Gesundheitsreformen durchgeführt. Ziel sei es, der rasch ansteigenden Gesundheitskosten Herr zu werden und zugleich die Qualität, den Umfang und die Nachhaltigkeit des chinesischen Gesundheitssystems zu verbessern.

Verstärkter Einsatz digitaler Gesundheitstechnologien

Der untragbare Anstieg der Gesundheitskosten und die Tatsache, dass Komfort und Erschwinglichkeit für Verbraucher immer wichtiger würden, habe den Weg für einen zunehmenden Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen geebnet. Besonders gelte dies für China. Der Philips Future Health Index für das Jahr 2019 habe zum Beispiel ergeben, dass 94 % der chinesischen Gesundheitsfachkräfte zurzeit mindestens eine Art von digitaler Gesundheitstechnologie oder mobiler Gesundheits-App nutzen. Im Vergleich dazu seien es in den USA 76 % und in Deutschland 64 %.

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Auch wenn der Einsatz digitaler Technologien vielversprechend ist, sollte die menschliche Ebene des Gesundheitswesens niemals vernachlässigt werden, gibt Ng aber zu bedenken. Schon Aristoteles habe einst gesagt: „Der Mensch ist von Natur aus ein soziales Lebewesen.“ Deshalb fühlt sich ein Patient bereits dadurch in guten Händen, dass er die Möglichkeit hat, seine Sorgen und Erwartungen direkt und persönlich mit medizinischen Fachkräften zu besprechen.

Schlussfolgerung für Anleger

Anhaltende Bemühungen, die steigenden Kosten einzudämmen und die Qualität des Gesundheitswesens zu verbessern, schaffen aus der Sicht von Ng attraktive langfristige Anlagechancen im Segment des digitalen Gesundheitswesens.

Zu den Gewinnern zählen aus Unternehmensebene laut Julius Bär zum einen große Pharmaunternehmen, die an der Bereitstellung mobiler Gesundheitstechnologien mitwirken, und zum anderen Medizintechnikunternehmen, die medizinische Geräte/robotergestützte Chirurgie-Systeme anbieten (zum Beispiel für Knie- oder Hüftprothesen).

Bei den Aktien der nachfolgenden 5 Unternehmen mit Bezug zum digitalen Gesundheitswesen rät Julius Bär zum Kauf: Abbott Laboratories (ISIN: US0028241000, Medizintechnik, Diagnostik), Boston Scientific (ISIN: US1011371077, Medizintechnik), Medtronic (ISIN: IE00BTN1Y115, Medizintechnik), Thermo Fisher (ISIN: US8835561023, Lieferant für wissenschaftliche Anwendungen) und Zimmer Biomet (ISIN: US98956P1021, Anbieter von orthopädischen Implantaten).

Gemein ist diesen Titeln, dass sich ihre Kurse auf Rekordjagd befinden oder die Notierungen zumindest mit Mehrjahreshochs aufwarten können. Das heißt, auch die Charttechnik gibt hier grünes Licht für einen Einstieg. Und mit einer langfristig gesehen überzeugenden Performance haben diese Gesellschaft auch bewiesen, dass sie aus Anlegersicht Mehrwert schaffen können.
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