Morphosys – Die Meinungen der Analysten gehen weit auseinander: -40 bis +40 %

Hui oder pfui – so lässt sich oft das Kursgeschehen von Biotech-Aktien zusammenfassen. Dazwischen gibt es fast nichts. Das ist auch kein Wunder bei diesem hochriskanten Geschäftsmodell. Bei der biotechnologischen Forschung ist nichts garantiert – schon lange kein Forschungserfolg. Die Statistik spricht eine eindeutige Sprache. Lediglich 10 bis 15 % aller klinischen Studien sollen laut Labiotech von Erfolg gekrönt sein. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass 85 bis 90 % aller klinischen Studien für die Katz sind.

Dennoch wird die Anlage in Biotech-Aktien unter Privatanlegern immer beliebter – auch das ist kein Wunder. Immer wieder kann man lesen, dass Aktien der Branche nach einem Forschungserfolg durch die Decke gehen. Kursexplosionen im dreistelligen Prozentbereich sind dann oft keine Seltenheit. In Vergessenheit gerät in solchen Momenten dann, dass negative Forschungsergebnisse oft zu empfindlichen Einbrüchen bei den Kursen führen können. Wenn ein Unternehmen nur an diesem einem Projekt gearbeitet hat, kann damit das Ende dieser Biotech-Firma zusammenfallen.

Lange Einführung ENDE – auch wenn die heißesten Aktien des Biotech-Sektors meist an der NASDAQ gelistet sind, gibt es auch hierzulande interessante Konzerne. Wer nicht erst seit gestern an der Börse aktiv ist, der kennt MorphoSys. Die Bayern sind jahrelang als großer Hoffnungsträger gehandelt worden. Im letzten Jahr war es dann endlich soweit und das erste Medikament bekam die Zulassung: Das mit dem Lizenzpartner Janssen entwickelte Medikament Tremfya zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte darf nun in den USA, Europa und Kanada vermarktet werden. Dieser Ritterschlag machte MorphoSys zum Vorzeige-Unternehmen der Branche in Deutschland.

MorphoSys ist aber kein „Ein-Wirkstoff-Wunder“. Die Pipeline des Unternehmens ist dank der hauseigenen HuCAL-Datenbank für humane Antikörper riesig. Und es ist laut Experten nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem weiteren Achtungserfolg kommt. Nun könnte es soweit sein. MorphoSys habe laut Der Aktionär angekündigt, zeitnah wichtige Daten zu den Krebswirkstoffen MOR202 und MOR208 zu veröffentlichen. Mutmaßlich solle das auf der Anfang Dezember anstehenden 60. Jahrestagung der American Society of Hematology in San Diego, Kalifornien soweit sein.

Diese Spekulation entfache Kursfantasie. Mit dem Antikörper MOR208, einem Wirkstoff gegen Blutkrebs, könne MorphoSys bei erfolgreicher Zulassung einen Milliardenmarkt adressieren. Angeblich plane MorphoSys bereits Ende 2019 einen Zulassungsantrag bei der US-Gesundheitsbehörde FDA zu stellen. Das Kurspotenzial sei bei erfolgreicher Zulassung gewaltig. Der Aktionär rät mit einem Kursziel von 150 Euro zum Kauf (40 % Potenzial).

Die optimistische Einschätzung der Kulmbacher Börsenexperten wird derzeit nicht von der Analystenschar geteilt. Überspitzt formuliert, lehnt sich die Investmentbank Oddo BHF derzeit mit einem Kursziel von 116 Euro am weitesten aus dem Fenster (6 % Potenzial). Die renommierte Investmentbank Goldman Sachs hat derzeit nur ein „Neutral“ für die Aktie des deutschen Biotech-Unternehmens übrig. Das Kursziel lautet 86 Euro (-21 % Potenzial). Für das Analysehaus RBC ist die Aktie von MorphoSys nur ein „Underperform“ mit einem Kursziel von 65 Euro (-40 % Potenzial). Die Meinungen zu den Zukunftsperspektiven könnten also kaum weiter auseinander gehen.

mor-november2018

 

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Bildherkunft: Morphosys


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