Sie sind noch kein Bitcoin-Millionär? Kein Problem, das können Sie nun tun...

Blog Christian Diehl 20.097 Leser
Liebe Trader,

was haben Weihnachten und der Bitcoin gemeinsam? Beide haben etwas mit Tannenbäumen zu tun. Kapieren Sie nicht? Im folgenden werde ich versuchen dies genauer zu erläutern.

Normalerweise untersuchen wir bei Sektor-Trends immer die stärksten Branchen des amerikanischen Aktienmarktes. Aufgrund des momentanen Hypes um Kryptowährungen und im speziellen Bitcoin werden wir uns aber diesmal mit diesem Thema beschäftigen, da mir aufgefallen ist, wie schockierend wenig manche Leute über ein Investment informiert sind an dem sie mit realem Geld beteiligt sind.

Betrachten wir zu Beginn einmal die fünf performancestärksten Unternehmen am amerikanischen Aktienmarkt auf Sicht von 12 Monaten.

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Im Gegensatz dazu konnte der allein der Bitcoin in diesem Zeitraum einen Zugewinn von 2000,9% (Stand: 08.12.2017) verzeichnen. Klingt das verrückt? Ja.

Einige Personen, mich eingeschlossen, halten Bitcoin für eine Blase. Warum ich zu dieser Ansicht komme möchte ich Ihnen gerne anhand einer Grafik verdeutlichen, die den Verlauf einiger der größten Spekulationsblasen der letzten Jahrhunderte zeigt, einschließlich der Tulpenmanie in den Jahren 1619-1622.

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Wir haben also eine ungefähre Ahnung wie es mit dem Bitcoin einmal enden könnte (nicht muss).

Doch bevor ich meine Argumentation vertiefe, möchte ich erstmals erläutern was überhaupt hinter der Blockchain-Technologie steht, auf die der Bitcoin basiert. In persönlichen Gesprächen habe ich nämlich gemerkt, dass viele Leute überhaupt nicht oder nur unzureichend Wissen darüber haben, obwohl sie teilweise selbst Kryptowährungen besitzen.

Was ist die Blockchain?

Laut Wikipedia ist die Blockchain eine kontinuierlich erweiterbare Liste von Datensätzen welche mittels kryptografischer Verfahren miteinander verkettet sind. Dabei erhält jeder Datensatz einen Zeitstempel und Transaktionsdaten.

Der Begriff Blockchain wird synonym für ein Konzept genutzt, mit dem ein Buchführungssystem dezentral geführt werden kann und dennoch ein Konsens über den richtigen Zustand der Buchführung erzielt wird, auch wenn viele Teilnehmer an der Buchführung beteiligt sind. Entscheidend ist, dass spätere Transaktionen auf früheren Transaktionen aufbauen und diese als richtig bestätigen, indem sie die Kenntnis der früheren Transaktionen beweisen. Damit wird es unmöglich gemacht, Existenz oder Inhalt der früheren Transaktionen zu manipulieren oder zu tilgen, ohne gleichzeitig alle späteren Transaktionen ebenfalls zu zerstören, die die früheren bestätigt haben. Andere Teilnehmer der dezentralen Buchführung, die noch Kenntnis der späteren Transaktionen haben, würden eine manipulierte Kopie der Blockchain ganz einfach daran erkennen, dass sie viel kürzer ist als die eigene oder Inkonsistenzen in den Beweisen aufweist.

Zusammengefasst kann man also sagen die Blockchain ist ein dezentrales Buchführungssystem, dessen Sicherheit dadurch erhöht wird, dass mehrere Personen eine Transaktion bestätigen müssen, weshalb sie weniger Anfällig für Manipulation ist.

blockchain

Die Technologie erfüllt also tatsächlich einen Nutzen. Warum halte ich den Bitchoin dann trotzdem für eine Blase?

Was ist überhaupt eine Blase?

Hierzu möchte ich Ken Fisher zitiere, einen amerikanischen Investmentanalysten und Milliardär. Seiner Meinung nach ist die finale Aufwärtsbewegung vor dem platzen einer Blase angetrieben durch ,,Leute die in den Markt drängen und zuvor eigentlich davor Angst hatten […]. Aber auf einmal glauben sie, sie könnten die Zukunft voraussagen. Aber zu einem besseren Zeitpunkt hatten sie komischerweise Angst.“

Ich denke genau dieses Phänomen kann man gerade bei Kryptowährungen und im speziellen beim Bitcoin beobachten. Das heißt aber keinesfalls, dass die Übertreibungen temporär nicht weitergehen oder sich sogar verstärken können. Denn im Gegensatz zu anderen Finanzblasen in der Vergangenheit gibt es bei Kryptowährungen einen Unterschied. Sie sind ein globales Phänomen. Durch die Globalisierung gibt es also eine viel größere Anzahl potenzieller Käufer als dies bei anderen Blasen in der Vergangenheit der Fall war. Hierdurch ergeben sich auch verschiedene Interessen bei den einzelnen Käufern. Während einige Leute Bitchoins besitzen, weil sie denken, dass es das Zahlungsmittel der Zukunft wird, gibt es gerade in der westlichen Welt nicht wenige, die ihn als reines Spekulationsobjekt betrachten. In Indien hingegen floh man in die digitale Währung als im November 2016 die lokale Regierung bekannt gab, dass man neue Banknoten ausgeben werde um die dortige Korruption zu bekämpfen. Das alte Geld sollte dann seinen Wert verlieren, weshalb einige Inder den Bitchoin als Möglichkeit sahen von diesen Sanktionen verschont zu bleiben. Bei der chinesischen Bevölkerung hingegen kommt die hohe Nachfrage nach Bitchoin zustande, weil man sich mehr Autonomie und weniger Kontrolle vom Staat erhofft.

Ein weiteres Problem sehe ich in dem psychologischen Aspekt hinter Bitcoin. Einige Leute die frühzeitig eingestiegen sind und schon über Buchgewinne verfügen erzählen dies natürlich ihren Bekannten und Freunden um sich zu profilieren. Immerhin sei man jetzt bei dem ,,next big shit“ der Zukunft dabei und Geld verdienen war noch nie so einfach. Dies führt natürlich dazu, dass immer mehr Leute auf Kryptowährungen aufmerksam werden und auch in diese investieren, weil sie sich auch den schnellen Reichtum erhoffen der von ihren Bekannten propagiert wird. Dieser Prozess nährt die Blase noch weiter.

Betrachten wir uns im nächsten Schritt die drei Kryptowährungen Bitcoin, Ethereum und IOTA etwas genauer und versuchen mögliche Vor- und Nachteile bzw. Unterschiede herauszuarbeiten.

Bitchoin: Digitales Gold

Der Bitcoin wurde 2009 von Satoshi Nakamoto erfunden. Ob es sich hierbei um eine einzelne Person oder eine ganze Gruppe handelt konnte bis heute nicht geklärt werden. Doch egal um wen es sich bei diesem Pseudonym handelt er/sie war ein Marketing-Genie. In der Geschichte der Börse gab es einige Spekulationsblasen. Aber immer standen dem reale Güter entgegen, egal ob bei der Tuplenmanie oder der New-Economy-Blase. Nakamoto allerdings hat es geschafft den Leuten Luft für Geld zu verkaufen. Genial.

Doch stimmt das so überhaupt? Woran bemisst sich der faire Wert eines Bitcoin? Wenn man bedenkt wie ein Bitcoin entsteht, nämlich durch Strom und Rechenleistung, kann man durchaus sagen, dass die digitale Münze über so etwas wie einen inneren Wert verfügt. Hierzu berufe ich mich auf Daten von Digiconomist. Dort wird der Stromverbrauch für die Transaktion mit einem Bitchoin mit 294 kW angegeben, was etwa dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 47 Tagen entspricht. Wenn man jetzt die durchschnittlichen monatlichen Stromkosten eines deutschen Haushaltes von 85,28 € (laut Statista) nimmt, könnte man einige schöne Rechenbeispiele durchführen. Aber ist das wirklich hilfreich? Ich denke nicht. Der wahre Kurs von Bitcoin ergibt sich nämlich durch Angebot und Nachfrage. Mit Fundamentaldaten können wir also nicht viel anfangen.

Weiterhin hört man im Zusammenhang mit Bitchoin immer wieder den Begriff ,,digitales Gold“. Doch woher kommt der eigentlich? Bitcoin ist endlich, genau wie Gold. Nakamoto legte 2009 21 Million Stücke als Obergrenze fest. Momentan wurden ca. 16,71 Millionen davon schon geschürft (Stand: 01.12.2017). Momentan geht man davon aus, dass der letzte Bitchoin etwa 2130 das Licht der Welt erblicken wird. Außerdem schätzt man, dass 2,79 Million bis 3,79 Million (etwa 17-23 %) aller Bitcoin gar nicht mehr existieren, weil sie verloren gegangen sind, oder man inzwischen keinen Zugriff mehr darauf hat. Es handelt sich also um ein knappes Gut. Doch stimmt das wirklich? Hier wird meiner Meinung nach viel Zahlenwischerei betrieben. Ein knappes Gut sollte dadurch gekennzeichnet sein, dass es nicht jedem zur Verfügung steht, der es auch besitzen möchte. Wenn man jetzt allerdings bedenkt, dass 1 Bitcoin = 100.000.000 Satoshi sind (vergleichbar mit Cents bei Euro) existieren quasi 21 Billiarden davon. Sieht das für Sie nach einem knappen Gut aus? Für mich nicht. Theoretisch könnte jeder Mensch auf der Welt 1 Satoshi besitzen und selbst dann wären wir noch weit von einer Knappheit entfernt.

Was macht dann den Reiz von Bitcoin aus? Wenn man sich mit Besitzern der Kryptowährung unterhält, loben sie häufig die Anonymität die sie einem beim Zahlungsvorgang ermöglicht. Seltsamerweise sind das meistens Personen die täglich mehrmals den Whats-App-Messenger benutzen oder über einen aktiven Facebook-Account verfügen wie ich festgestellt habe. Dies kann also auch nicht der wahre Grund sein. Ich vermute warum der Bitcoin momentan die Massen fasziniert und anzieht, liegt schlicht und ergreifend an seinem Bekanntheitsgrad und der Tatsache, dass er die erste Kryptowährung (von inzwischen über 1300) war. Sie können nur kaufen was Sie kennen. Wenn ich die meisten von Ihnen jetzt also fragen würde: ,,Wie viele Kryptowährungen kennen Sie?“ kämen vermutlich die wenigsten über 10 hinaus.

Vergleichen wir nun nochmal Gold und Bitchoin miteinander. Gold dient traditionell als Schutz vor Inflation. Wenn wir das nun auf den Bitcoin übertragen müssten wir verwundert sein. Ja, Eis und Döner sind teurer geworden. Aber um den Faktor 20 innerhalb eines Jahres? Da kann etwas nicht ganz stimmen. Und vermutlich liegt hier ein weiterer Punkt weshalb sich der Bitcoin momentan so großer Beliebtheit erfreut. Er ist zum Spekulationsobjekt verkommen. Es geht darum jemanden zu finden, der einem immer noch einen höheren Preis bezahlt als man selbst bezahlt hat. Dadurch kamen die horrenden Preissteigerungen der letzten Monate zustande, wodurch auch die Medien auf dieses Phänomen aufmerksam wurden und immer neues Geld hineinströmt das mitverdienen will. Man könnte also sagen der Bitcoin ist das größte Schneeballsystem des 21. Jahrhunderts.

Ethereum: Programmierbare Verträge

Ethereum wurde 2015 unter anderem von dem Russen Vitalik Buterin erfunden. Laut eigener Aussage motivierte ihn hierzu ein Vorfall in dem Online-Rollenspiel ,,World of Warcraft“ im Jahr 2010. Eines Tages entschloss sich der Entwickler des Spiels (Acitvision Blizzard) die Schadenskomponente von einem Zauber seines Hexenmeisters zu entfernen. Nachdem sich Vitalik an diesem Abend in den Schlaf weinte realisierte er was für ein Horror zentralisierte Services mit sich bringen können. 2011 kam er dann durch seinen Vater erstmals in Berührung mit Bitcoin und entschied sich dazu eine eigene Kryptowährung zu entwickeln, das heutige Ethereum.

Ethereum basiert, wie auch Bitcoin, auf der Blockchain-Technologie. Im Unterschied zu Bitcoin ist Ethereum jedoch keine reine Kryptowährung, sondern eine Plattform die die Nutzung von Smart Contracts ermöglicht.

Smart Contracts sind Programme die automatisch ausgeführt werden, sobald eine im Smart Contract festgelegte Summe Ether (Währung des Ethereum Netzwerks) überwiesen wurde. Damit ist keine (manuelle) Überprüfung eines Zahlungseingangs mehr erforderlich. Die Überweisung selbst startet die im Vertrag festgelegte Gegenleistung automatisch.

Jede Transaktion wird innerhalb der gesamten Blockchain - also auf allen mit dem Netzwerk verbundenen Geräten - gespeichert. Daraus resultieren große Vorteile im Bereich der Sicherheit: Auf zentralisierten Servern können Angreifer Daten manipulieren. Das dezentrale Konzept der Blockchain prüft jedoch die Integrität der gesamten Datenbank permanent.

Ein weiterer Unterschied zum Bitcoin besteht darin, dass das Ethereum- Netzwerk erlaubt, beliebige weitere Währungen (so genannte Tokens) zu erzeugen, welche dann für Ether gehandelt werden können. Es handelt sich hierbei also um eine inflationäre Währung.

IOTA: Das Zahlungsmittel der Zukunft

In den letzten Tagen bekam auch der IOTA etwas vom medialen Rampenlicht ab. Die Währung wurde 2015 unter anderem von dem Deutschen Dominik Schiener erfundenen und soll unseren Zahlungsverkehr zukünftig revolutionieren. IOTA steht hierbei für Internet of Things Altcoin, also eine Alternativwährung für das Internet der Dinge. Somit sollen hauptsächlich Transaktionen zwischen Maschinen erleichtert werden. Stellen Sie sich vor ihr ihr Kühlschrank ist leer. Nun sendet dieser ein Signal an einen Supermarkt in der Nähe, wodurch Ihnen eine Drohne unmittelbar neue Lebensmittel vorbeibringt. Die Zahlung könnte hierbei mit IOTA erfolgen. Ein weiteres Beispiel. Sie fahren mit ihrem autonomen Fahrzeug in ein Parkhaus. Anstatt auszusteigen und ein Parkticket zu ziehen, überweist ihr Auto mittels IOTA die Kosten für die Parkgebühren direkt an den Automaten. Für das Unterfangen konnten schon einige größere Unternehmen gewonnen werden, wie Microsoft, Fujitsu oder Bosch.

Woher kommt das Interesse solcher Firmen an dieser Technologie? Der IOTA stellt kleine Konkurrenz zum Bitcoin oder Ethereum dar. Viel mehr ist die Tangle (eine netzartige Struktur) die dahinter steht eine Erweiterung der klassischen Blockchain. Dadurch dass jede Transaktion zwei vorherige bestätigen muss, um eine Zahlung zu ermöglichen wird das Netzwerk hinter IOTA immer schneller statt langsamer, wie bei Bitcoin oder Ethereum. Weil die Software diesen Vorgang automatisch ausführt sind außerdem keine Miner mehr nötig. Hierdurch entfallen auch jegliche Transaktionskosten. Ein weiterer Vorteil hinter dieser Technik ist, dass sie als quantensicher gilt. Somit ist es auch Quantencomputern nicht möglich die Buchhaltung zu manipulieren. Ein mögliches Problem bei der bisherigen Blockchain.

Da wir nun verstanden haben wie die Blockchain funktioniert und auch schon einige Kryptowährungen kennen gelernt haben, gehen wir als nächstes auf die potenziellen Gefahren aber auch auf mögliche Chancen ein, die diese Technologie bietet.

Gefahren

Man hört immer wieder von Personen die sich wenig mit der Materie auseinander gesetzt haben, dass Kryptowährungen spätestens dann ihren Wert verlieren, wenn Staaten oder internationale Organisationen sich dazu entscheiden sollten, diese zu verbieten. Ich halte dieses Argument für Blödsinn und denke dass diese Aussage aus dem mangelndem Verständnis resultiert wie die Blockchain funktioniert. Denn genau hier liegt einer der größten Vorteile der Technologie. Da sie dezentral und anonym ist behaupte ich sogar man könnte den Bitchoin nicht verbieten, selbst wenn man es wollte. Viel gefährlicher hingegen halte die die Möglichkeit von staatlichen Alternativwährungen. Sollten bestimmte Länder sich zu diesem Schritt entscheiden könnte ich mir vorstellen, dass einige momentane Kryptowährungsbesitzer lieber auf die legale Alternative ausweichen werden. Dies würde das Vertrauen in den Bitchoin senken und damit auch die Nachfrage.

Eine weitere interessante Argumentation diesbezüglich habe ich die Tage auf ,,In$ide Paradeplatz“ gelesen. In einem Artikel zu Bitcoin vergleicht der Nationalökonom Marc Meyer die digitale Währung mit Gold und macht so auf weitere Probleme aufmerksam. Ein hoher Goldpreis führe dazu, dass die Fördergesellschaften immer bessere und teurere Abbautechniken verwenden, um noch mehr zu verdienen. Genauso sei es bei Bitcoin. Aufgrund des momentan hohen Bitcoin-Preises werde es zukünftig nötig sein, die Rechenleistung der weltweit größten Computer auf Island (wo ein Großteil des digitales Goldes geschürft wird) zu erhöhen. Irgendwann werden aber die letzten Choins abgebaut sein. Die Computer werden dann kaum leerstehen, sondern zur Entwicklung anderer Kryptowährungen eingesetzt werden, da finanzielle Interessen der Betreiber dahinter stünden. Momentan soll es bereits über 1300 verschiedene geben. Ein Ende wäre damit niemals in Sicht. Dieses Überangebot muss also zwangsläufig zum Preissturz bei den bereits etablierten Digitalwährungen führen, so die Meinung von Herrn Meyer.

Chancen

Nun sollen an dieser Stelle natürlich nicht die Chancen verschwiegen werden, die beim Bitchoin oder anderen Kryptowährungen lauern, nur weil ich selbst kein Freund der digitalen Münzen bin.

Zum einen sehe ich ein großes Potenzial bei den noch technischen Hürden die Käufern momentan auferlegt werden. So ist es Ihnen beispielsweise nicht möglich von jetzt auf gleich 50.000 € oder ähnlich große Summen in Digitalwährungen umzuschichten. Die meisten Krytobörsen lassen zu Beginn nämlich nur kleine Beträge zu wie beispielsweise 100 €. Einer der Gründe hierfür ist vermutlich, dass damit Geldwäsche verhindert werden soll. Theoretisch könnten Sie sich nämlich die Vermögen anderer (insofern Sie deren Kontodaten haben) eine Krytowährung Ihrer Wahl transferieren und sich anschließend damit aus dem Staub machen. Nachweisen wird man Ihnen das nur schwer können. Daher arbeiten viele Börsen mit Limits bei Einzahlungen. Je nachdem wie lange Sie dann im System sind oder wie viele Informationen Sie über sich bei der Identifikation offenlegen (Email, Telefonnummer, Bankverbindung, Kopie des Personalausweises) werden diese Limits dann sukzessiv angehoben. Hier schlummert also noch ein erhebliches Marktpotenzial.

Doch um wie viel Potenzial handelt es sich genau? Viele Leute glauben, dass man den genauen Preis von Kryptowährungen nicht vorhersagen kann. Ich persönlich halte das für Schwachsinn, wenn man versteht worauf man bei einem Erfolg des digitalen Geldes eigentlich spekuliert. Dazu möchte ich mich auf einen Artikel aus dem Anlegermagazin ,,der Aktionär“ berufen. Dort wird gesagt, dass sich der Gesamtwert des momentan weltweit verfügbaren Geldes auf 90,4 Billionen US-Dollar beläuft. Hierzu zählen laut Definition Geldmünzen, Banknoten, Spar- und Giroeinlagen, sowie Geldmarktkonten (Termin- und Festgeld). Wenn man nun davon ausgeht, dass Kryptogeld sich weltweit durchsetzt (und etwas anderes tut man mit den Kauf von Bitcoin nicht. Keiner würde etwas kaufen, von dem er überzeugt ist, dass er es später nicht wieder verkaufen kann), braucht man nur noch die Währung seines Vertrauens nehmen (in unserem folgenden Beispiel Bitchoin) und die Anzahl dieses Geldes durch die Anzahl der verfügbaren Währungseinheiten teilen (bei Bitcoin wären das die 21 Million Stück). Somit ergibt sich im optimistischsten Fall ein Preis von 4.304.761,91 $ für einen Bitchoin.

Vermutlich werden sich jetzt einige Bitchoin-Jünger die das lesen denken: ,,Siehst du, es war doch noch eine gute Entscheidung bei 15.000 $ einzusteigen.“ Doch nur weil dies theoretisch möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch realistisch ist. Wir könnten auch jeden Moment von einem Meteoriten getroffen werden. Halten Sie das für realistisch? Ich persönlich nicht. Genauso verhält es sich bei meinem Glauben an Bitchoin.

Mögliche Zukunftsaussichten

Wie lange und weit wird der Bitcoin also noch steigen? Leider kann ich Ihnen diese Frage nicht beantworten, da ich keine persönliche Kristallkugel besitze. Wir werden aber gleich sehen, dass das an den Finanzmärkten auch völlig unerheblich ist.

Wie wäre mein persönliches Vorgehen, wenn ich Kryptowährungen besäße? Sollten Sie zu den Glücklichen gehören, die auf Bitchoin schon vor dem Hype der letzten Wochen aufmerksam wurden und möglicherweise selbst einige Coins besitzen: Herzlichen Glückwunsch. Sie haben alles richtig gemacht. Die Ergebnisse der Vergangenheit geben Ihnen recht.

Da Sie vermutlich eine erhebliche Rendite verzeichnen konnten, würde ich einen Teilverkauf in Erwägung ziehen. Nämlich um den Betrag, der ihrer ursprünglichen Investitionssumme entsprach. Somit hätten sie auf diesen Grundeinsatz kein Risiko mehr. Sollte der Bitchoin in Zukunft aber dennoch auf 1 Fantastillion ansteigen, wären sie mit dem Restbetrag noch immer dabei. Dies werden vermutlich die wenigsten Leute machen. Wenn man sich mit den Bitcoin-Jüngern nämlich unterhält kommen immer Argumente wie: ,,Wenn ich aus 1.000 € in einem Jahr 20.000 € machen kann, warum sollte ich dann meine Investitionssumme verringern? Die 1.000 € die ich jetzt aus dem Markt nehme können bis nächstes Jahr wieder 20.000 € mehr sein.“

Die traurige Wahrheit ist, dass sie am Ende vermutlich gar nichts mehr von dem Geld übrig haben werden. Auch hier wird sich der Spruch von Mahatma Gandhi bewahrheiten: ,,Die Geschichte der Menschheit lehrt uns, dass uns die Geschichte der Menschheit nichts lehrt.“ Die meisten Leute sind nämlich zu gierig oder halten sich nach einigen Erfolgen für unfehlbar. Besonders gerne mag ich auch den Spruch ,,Diesmal ist alles anders“. Vermutlich wurde mit keiner Weisheit mehr Geld an den Finanzmärkten verbrannt.

Sie sind noch kein Bitcoin-Millionär und haben bei den derzeitigen Kursen auch zu viel Angst noch in den Markt einzusteigen? Kein Problem, auch dafür habe ich eine mögliche Lösung parat.

Ab Sonntag, dem 10.12.2017 wird es möglich sein mittels Futures auf den Bitchoin auch von fallenden Kursen bei der Kryptowährung zu partizipieren. Tun Sie mir allerdings bitte den Gefallen und shorten am Montag nicht einfach in den Markt, nur weil Sie ebenfalls der Meinung sind, dass es sich bei Bitcoin um eine der größten Blasen aller Zeiten handelt. Es gibt nämlich einen weiteren schönen Spruch an der Börse: ,,Die Märkte können länger Irrational bleiben als du Liquide.“

Wann macht es also Sinn auf einen möglichen Kursverfall beim Bitcoin zu setzten? Die Antwort ist denkbar einfach. Da uns keine Fundamentaldaten zur Verfügung stehen die uns bei einer fairen Preisbildung behilflich sein können müssen wir uns auf die klassische Charttechnik verlassen. Wir suchen also eine Umkehrformation die darauf schließen lässt, dass momentan mehr Angebot im Markt ist als Nachfrage. Ein mögliches Signal könnte also wie folgt aussehen:

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Was sagt uns dieses Chartbild? Ich gehe davon aus, dass Bitcoin temporär weiter ansteigen wird, da der Hype momentan durch die Presse und andere Medien zusätzlich befeuert wird. Hier im Büro reichen die Meinungen für einen weiteren Anstiegszeitraum von 6-24 Monaten. Der genaue Zeitpunkt ist aber unerheblich. Irgendwann werden alle Leute die sich für den Bitcoin interessieren einen besitzen. Solange wird der Preis weiter ansteigen. Über kurz oder lang wird der Tannenbaum-Chart aber eine Spitze ausbilden. Nach einer ersten technischen Korrektur werden wieder neue Käufer in den Markt kommen die den Preis jetzt als ,,billig“ empfinden. Immerhin stand der Kurs schon einmal höher. Die Kaufkraft dieser Leute wird aber nicht ausreichen um dem Bitcoin zu neuen Höchstständen zu verhelfen. Es kommt zu einer Umkehr der Nachfrage (rote Linie im Chart). Die Leute die zu spät eingestiegen sind werden kalte Füße bekommen. Sie kannten nur den Weg in eine Richtung. Eine längere Stagnation oder ein Rückgang des Preises wird sie dazu veranlassen ihre Stücke auf den Markt zu werfen, woraufhin der Kurs weiter nachgeben wird. Irgendwann wird der Kurs dann auch das letzte lokale Tief durchbrechen (oranger Kreis im Chart) wodurch noch mehr Leute auf Verlusten sitzen. Das ist das Signal auf das ich persönlich warte. Hier bietet sich ein optimales Chance-Risiko-Verhältnis für einen Short-Trade. Weitere Leute werden ihre Anteile panisch auf den Markt werfen. Hinzu kommen die Spekulanten, die weiter den Preis drücken. Es wird ein Blutbad. Durch den rapiden Absturz werden immer mehr Personen ihre Anteile veräußern wollen, weil sie merken, dass sie doch nicht recht hatten und sich immer weitere Verluste anhäufen. Der Bitchoin war für sie eine sichere Sache. Er konnte nur im Preis weiter ansteigen, wie sollte es auch anders sein? Wenn die Hysterie und Panik allerdings erst einmal dominieren werden die Bitcoin-Jünger ihrem Glauben aber abschwören. Vermutlich sind es genau diejenigen die momentan noch Sprüche klopfen wie: ,,Der Bitcoin wird die neue Weltwährung“ und ,,Wenn er mal stärker fällt kaufe ich nach“ die als erstes das Handtuch werfen.

Ein kluger Mann sagte mir vor einiger Zeit: ,,Anfänger antizipieren den Markt, Profis reagieren“. Als Anfänger würde ich die Bitcoin-Anhänger bezeichnen die den Markt vorwegnehmen. Ihrer Meinung nach wird der Bitcoin ewig weiter ansteigen, einfach weil sie es nicht anders kennen gelernt haben in den letzten Jahren. Seien Sie ein Profi und warten unbedingt bis der Markt Ihnen ein Zeichen gibt, bevor sie reagieren und werden so ein Bitchoin-Millionär der anderen Art. Auf der Short-Seite.

Sollten Sie den Text bis hierhin gelesen haben bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe, dass ich Ihnen auf leicht ironische Art etwas mehr Wissen über den Handel mit Kryptowährungen beibringen konnte. Selbst wenn Sie sich jetzt doch zu einem Kauf entscheiden sollten, wissen Sie immerhin womit genau sie es zu tun haben.

Viele Grüße
Christian Diehl

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Hinweis: Diese Kolumne spiegelt die subjektive Meinung von Christian Diehl wider.

Hinweis zu Plus500: Ihr Kapital unterliegt einem Risiko. Plus500UK Ltd ist zugelassen und reguliert durch Financial Conduct Authority (FRN 509909).


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