Die 10 besten Aktien nach Joel Greenblatts Börsen-Zauberformel

Liebe Anleger,

Joel Greenblatt wurde durch seine „Zauberformel“ bekannt, die allein durch zwei Kriterien eine überlegenen Aktienauswahl verspricht. Seinen Erfolg als Value-Investor stellte Greenblatt mit seinem Hedgefonds Gotham Capital unter Beweis, der von 1985 bis 2006 eine durchschnittliche Rendite von 40 % erzielte.

Klassische Value-Ansätze waren Joel Greenblatt meist zu kompliziert – verlangen diese doch umfangreiche Kenntnisse in der Bilanzanalyse und Unternehmensbewertung. Aufgrund dessen entwickelte er eine regelbasierte, sehr intuitive Strategie, die prinzipiell auch von jedem Laien umgesetzt werden kann. In seinem Buch „Die Börsenzauberformel“ (Englisch: „The Little Book that Beats the Market“) beschreibt er die Einzelheiten dieser Strategie und zeigt auf, dass diese dem Markt historisch überlegen war. Da das Regelwerk darüberhinaus rein quantitativ ist, werden Emotionen komplett außer Acht gelassen und typische Anlegerfehler somit vermieden. Dafür, dass sich auch Privatanleger von Greenblatts Erkenntnissen angesprochen fühlten spricht die Tatsache, dass es sein Buch auf die Bestseller-Liste der New York Times schaffte.

Mit dem Fokus auf Value-Strategien steht Greenblatt nicht allein. Die empirische Kapitalmarktforschung ist nach vielen umfangreichen globalen Studien ebenfalls zu der Erkenntnis gekommen, dass Value-Aktien im Durchschnitt höhere Renditen aufweisen als der breite Markt oder viele andere Investmentstrategien.

Neben gewissen Ausschlusskriterien, die sich etwa auf die Mindestmarktkapitalisierung oder den Ausschluss von Unternehmen aus dem Ausland sowie aus dem Versorgungs- und Finanzsektor beziehen, verwendet Greenblatt mit seiner Zauberformel nur zwei Kriterien für seine Aktienauswahl: Die Gewinnrendite und die Kapitalrendite.

Die Gewinnrendite ist eine klassische Bewertungskennzahl, bei der operative Gewinn eines Unternehmens ins Verhältnis zum Gesamtunternehmenswert („Enterprise Value“) gesetzt wird. Durch die Wahl des EBIT als Ergebniskennzahl, welches die Zinszahlungen an die Fremdkapitalgeber bemisst und des Gesamtunternehmenswerts als Bezugsgröße, der ebenfalls den Anspruch der Fremdkapitalgeber berücksichtigt, ist eine universeller Vergleichbarkeit aller Unternehmen mit verschiedenem Verschuldungsgrad gewährleistet. Je höher die Gewinnrendite – also je höher der erzielte Gewinn im Vergleich zum Wert des Unternehmens – desto günstiger ist das Unternehmen bewertet. Eine hohe Gewinnrendite wird im Rahmen dieses Vorgehens daher positiv gesehen.

Die Kapitalrendite ist im Gegensatz zur Gewinnrendite eine Qualitätskennzahl und wird von Greenblatt als Verhältnis aus EBIT zu den materiellen Nettovermögenswerten definiert. Eine hohe Ausprägung dieser Kennzahl sagt damit aus, dass ein vergleichsweise hoher Gewinn im Vergleich zum eingesetzten Kapital erzielt werden konnte. Dadurch lässt sich beispielsweise auf eine hohe Kapitaleffizienz, Wettbewerbsvorteile oder aber auch nachhaltiges Wachstumspotenzial schließen. Insgesamt spiegelt diese Kennzahl die Gewinnqualität des Unternehmens wider – eine höhere Kapitalrendite wird damit positiv bewertet.

Im Gegensatz zu vielen anderen Regelwerken definiert Greenblatt keine starren kritischen Grenzwerte, bei denen Aktien mit einer zu niedrigen Gewinn- oder Kapitalrendite ausgeschlossen werden. Stattdessen wird das gewählte Aktienuniversum nach beiden Kriterien sortiert und die höchstplatzierten Unternehmen stellen anschließend die Auswahl für die Umsetzung der Strategie dar.

Unser Leaderboard „Joel Greenblatts Zauberformel“ orientiert sich am Originalregelwerk – also ebenfalls an der Gewinn- und Kapitalrendite wie von Greenblatt definiert. Darüber hinaus bewerten wir eine geringe Aktienvolatilität in Form der Standardabweichung der täglichen Renditen des letzten Jahres sowie der wöchentlichen Renditen der letzten 3 Jahre positiv.

TraderFox erstellt wöchentlich eine Rangliste mit den Top-100-Aktien nach dem Regelwerk, das Joel Greenblatt in seinem Buch beschreibt. Diese Ranglist wird im aktien Magazin veröffentlicht.

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Campbell Soup (CPB), Joels Zauberformel, Platz 1

Campbell Soup mit Sitz in Camden, New Jersey ist ein 1869 gegründeter Produzent von Fertiggerichten, Suppen, Snacks und Getränken. 17.500 Mitarbeiter produzieren für so bekannte Marken wie Pepperidge Farm, Bolthouse Farms, Arnott's, Swanson, Pace, Prego, Royal Dansk und Garden Fresh Gourmet. Campbell kämpft mit sinkenden US-Konsumausgaben sowie dem starken Wettbewerb und höheren Karottenpreisen. Hinzu kamen gestiegene Logistikkosten aufgrund der Hurrikan-Saison. Zur Stärkung der Snack-Sparte wurde der Kauf des Chips- und Brezel-Anbieters Snyder's für 4,9 Mrd. USD verkündet. Sofern die Regulierungsbehörden zustimmen, glaubt man bis Ende 2022 rund 170 Mio. USD an Synergieffekten heben zu können. Im laufenden Jahr erwartet der 15,3 Mrd. USD wertvolle Konzern stagnierende bis leicht schwächere Ergebnisse. Die Marktkapitalisierung beträgt 16,4 Mrd. USD. Die KGVs 2018/2019 liegen bei 15,2 und 14,6.

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Time Warner (TWX), Joels Zauberformel, Platz 2

Der New Yorker Medienkonzern Time Warner entstand 1989 durch die Fusion aus Time Inc. und Warner Communications. Zu dem Konzern mit 32.000 Mitarbeitern gehören u.a. das Film- und Fernsehstudio Warner Bros, der Pay-TV-Sender HBO, die Time Inc. Buch- und Zeitschriftenverlage sowie der Comicverlag DC. Warner Bros. hatte an den weltweiten Kinokassen mit Einnahmen von über 5 Mrd. USD das bisher erfolgreichste Jahr. Blockbuster wie Wonder Woman und Dunkirk, die 8 Oscar-Nominierungen erhielten, begeisterten das Publikum. Wachstum gab es zudem in der Spielesparte mit Franchise-Releases wie Shadow of War und Injustice 2. Der Telekomriese AT&T will von diesen Erfolgen profitieren und hat im Oktober 2017 ein Kaufangebot in Höhe von 85,4 Mrd. USD abgegeben, wogegen die US-Regierung vor kurzem Klage eingereicht hat. Die Marktkapitalisierung liegt bei 75 Mrd. USD, die KGVs für 2018/2019 betragen 12,7 und 11,8.

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CVS Health (CVS), Joels Zauberformel, Platz 3

Die 2007 gegründete Apothekenkette CVS Health aus Woonsocket, Rhode Island ist mit 9709 Standorten, 240.000 Mitarbeitern und einem Marktanteil von 24 % die größte Apotheken-Ketten in den USA. Darüber hinaus befinden sich 1100 Gesundheitskliniken sowie zahlreiche Online-Pharmaversandhändler wie CVS.com, Navarro.com und Onofre.com im Portfolio. Derzeit steht die angestrebte Akquisition des Gesundheitsversicherers Aetna für 69 Mrd. USD im Fokus der Anleger, für die man grünes Licht im 2. Quartal von den Regulierungsbehören erwartet. Die Dividende soll trotz der Übernahme konstant bleiben, dafür wurde das laufende Aktienrückkaufprogramm im 4. Quartal 2017 ausgesetzt. Erste Synergieeffekte sind schon direkt im Geschäftsjahr 2019 zu erwarten. 2018 soll der Umsatz um 0,75 bis 2,5 % steigen, beim Gewinn soll das Plus zwischen 1 und 4 % liegen. Der Börsenwert beträgt 75 Mrd. USD, das 2018er KGV liegt bei 13,1.

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Apple (AAPL), Joels Zauberformel, Platz 4

Apple wurde 1976 in Cupertino, Kalifornien gegründet und entwickelt und vertreibt mit rund 123.000 Mitarbeitern Computer, Smartphones und Unterhaltungselektronik sowie Anwendersoftware und Betriebssysteme. Der Konzern lässt viele seiner Produkte von Zulieferern aus Taiwan wie Foxconn, Quanta und Pegatron herstellen. Das iPhone lieferte im letzten Geschäftsjahr mit 63,8 % den größten Erlösbeitrag, der Computer-Bereich mit Laptops erzielte 10,7 % der Umsätze. Das iPad kam auf 9,6 %, der Bereich iTunes erzielte 11,4 %. Wichtiger Umsatzbringer sind die USA mit 35,3 % vor China mit 21,6 % und Europa mit 23,3 %. Das neue iPhone X war seit Verkaufsstart im November in jeder Verkaufswoche stärker gefragt als je zuvor. Im 4. Quartal stieg der Umsatz um 13 % auf 88,3 Mrd. USD und der Gewinn pro Aktie um 16 % auf 3,89 USD. Die Marktkapitalisierung beträgt 830 Mrd. USD, die KGV für 2018/2019 liegen bei 14,1 und 12,6.

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TJX Companies (TJX), Joels Zauberformel, Platz 5

TJX Companies ist ein in Nordamerika, Australien und Europa tätiger Einzelhandelskonzern für Mode und Wohn-Accessoires. Der Konzern wurde 1956 gegründet und hat seinen Sitz in Framingham/Massachusetts in den USA. Unter dem Off-Price Geschäftsmodell werden Top-Marken und Designer-Labels unterhalb des unverbindlichen Verkaufspreis (UVP) angeboten. Dank hoher Lagerumschläge sind die Lagerkosten im Verhältnis zum Erlös auch geringer als bei vielen Wettbewerbern. Zu den bekanntesten US-Einzelhandelsketten gehören T.J. Maxx, HomeGoods, Marshalls, A.J. Wright, Bob's Stores und The Maxx. In Europa ist TK Maxx die bekannteste Kette  und bietet neben Bekleidungsartikeln auch Spielzeug, Kosmetik, Lebensmittel und Möbel an. Im 3. Fiskalquartal stiegen der Erlös um 6 % auf 8,8 Mrd. USD und der Gewinn um 16 % auf 641 Mio. USD. Der Börsenwert liegt bei 48 Mrd. USD, die KGVs für 2018/19 betragen 19,4 und 17,1.

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Snap-On (SNA), Joels Zauberformel, Platz 6

Der 1920 in Kenosha, Wisconsin gegründete Verkäufer von Handwerksbedarf und professionellem Werkzeug ist im Laufe der Dekaden zu einem größten Franchisegeber in den USA gewachsen und beschäftigt mittlerweile 11.400 Mitarbeiter in 130 Ländern. Da man Werkzeuge für das Kfz-Segment herstellt, ist das Alter der Autos ein wichtiger Erlöstreiber. Im Schnitt sind sie in den USA derzeit 11,6 Jahre alt. 2000 waren es erst 9,2 Jahre gewesen und 1980 nur 7 Jahre. Zudem sind 49 % aller Autos älter als 10 Jahre und 17 % sind zwischen 7 und 10 Jahre alt und damit besonders Reparatur anfällig. 2018 will man sich auf den Ausbau des Franchise-Netzwerks und die Erweiterung des Kfz-Werkstattnetz konzentrieren. Der Umsatz stieg im 4. Quartal um 9,5% auf 974,6 Mio. USD, der Gewinn legte von 146,3 auf 155,6 Mio. USD zu. Die Marktkapitalisierung liegt bei 9,5 Mrd. USD, das 2018er KGV beläuft sich auf 15,2.

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Quest Diagnostics (DGX), Joels Zauberformel, Platz 7

Der Anbieter von medizinischen Diagnoseinformationsdiensten wurde 1967 in New York gegründet, ist aber heute in Madison, New Jersey ansässig. Mit 44.000 Mitarbeitern betreibt das Unternehmen auch in England, Brasilien, Mexiko, Indien und Puerto Rico Laboratorien. Die Hälfte der Ärzte und Krankenhäuser in den USA sowie jeder dritte Erwachsende nimmt Leistungen des Konzern mindestens einmal jährlich in Anspruch. Getestet wird auch auf Drogenmissbrauch, der in den USA aktuell auf einem 12-Jahreshoch ist. 2017 wurden 7 Übernahmen abgeschlossen, die deutlich zum Wachstum beitrugen. Anfang Februar 2018 wurde MedXM übernommen, die häusliche Gesundheitsrisikobewertungen und damit verbundene Dienstleistungen anbieten. Der Umsatz legte 2017 um 2,6 % auf 7,7 Mrd. USD zu, der Gewinn stieg um 19,8 % auf 772 Mio. USD. Die Marktkapitalisierung liegt bei 13,9 Mrd. USD, das KGV für 2018/19 beträgt 17,4 und 16,3.

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Amgen (AMGN), Joels Zauberformel, Platz 8

Amgen ist mit 19000 Mitarbeitern das weltgrößte Biotechnologieunternehmen. Der 1980 mit Hauptsitz in Kalifornien gegründete Konzern ist führend bei der rekombinanten DNA-Technologie, bei der humane Proteine wie Hormone und Antikörper mithilfe von Mikroorganismen produziert werden. Im März 2017 wurde das Mittel Amgevita in der EU zur Behandlung von Rheuma, Arthritis und entzündlichen Darmerkrankungen zugelassen. Im April 2017 haben Amgen und Novartis bekannt gegeben, dass sie zur Behandlung von Migräne die Produkteinführung des ersten Monoklonalen Antikörpers Erenumab in den USA und Kanada vorbereiten. Im 4. Quartal sank der Erlös um 3 % auf 5,8 Mrd. USD, im Gesamtjahr gab er um 1 % nach. Der größte Umsatzbringer, das Rheuma-Mittel Enbrel, erlöste 2017 9 % weniger. Das bestehende Rückkaufprogramm wurde um 10 Mrd. USD aufgestockt. Die Marktkapitalisierung beträgt 128 Mrd. USD, das 2018er KGV liegt bei 15.

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Procter & Gamble (PG), Joels Zauberformel, Platz 9

Procter & Gamble wurde 1837 in Cincinati, Ohio gegründet und ist mit 95.000 Mitarbeitern in 70 Ländern vertreten. Das Unternehmen ist vor allem durch sein umfangreiches Markenkonsumgüter-portfolio bekannt, darunter zb Gilette, Braun, Swiffer, Puma und Always. Im Februar hat Procter das Zahnpasta-Portfolio mit der Paste Crest Detoxify ausgebaut, die sich der Zahnfleischpflege verschrieben hat. Im laufenden Jahr glaubt man daher um 2 bis 3 % wachsen zu können, sofern die eigene Marktposition weiter gestärkt wird. Im Quartal wurden zudem 4,3 Mrd. USD durch Dividenden und Aktienrückkäufe an die Anteilseigner zurückgegeben. Seit 61 Jahren freuen sich die Aktionäre damit ohne Pause über Dividendenerhöhungen. Der Umsatz stieg im 1. Quartal 2018 um 1 % auf 16,7 Mrd. USD, der Gewinn je Aktie stieg um 6 % auf 1,09 USD. Die Marktkapitalisierung beträgt 209 Mrd. USD, die KGVs 2018/2019 liegen bei 21,4 und 18,4.

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Anthem (ANTM), Joels Zauberformel, Platz 10

Anthem gehört mit über 40 Millionen Versicherten zu den größten Krankenversicherern in den USA. Jeder 9. Krankenversicherte erhält seine medizinische Versorgung durch den in Indianapolis, Indiana ansässigen Konzern abgedeckt. Anthem hat derzeit rund 57.000 Mitarbeiter und entstand 2004 durch die Fusion von Anthem mit WellPoint Health Networks. Zum 31. Dezember legte die Mitgliederzahl um 0,8 % auf 40,2 Mio. Mitglieder zu. Wachstum versprechen kleinere Übernahmen, wie der im Dezember erfolgte Kauf von HealthSun, einer der am schnellsten wachsenden Gesundheitsversorger in Florida. Anthem kommt dort jetzt auf 650.000 Mitglieder. Zukünftig will man insbesondere mehr Millenials von der Wichtigkeit der Gesundheitsvorsorge überzeugen. Der Quartalsumsatz stieg um 4,5 % auf 21,5 Mrd. USD, der Gewinn legte um 24 % auf 15 USD je Aktie zu. Die Marktkapitalisierung beträgt 41,9 Mrd. USD, das 2018er KGV liegt bei 16.

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Neues Musterdepot: "Joels Zauberformel"

TraderFox hat die Strategie von Joel Greenblatt in mathematische Regeln gepackt und bis 1999 zurückgetestet. Hier ist das Ergebnis. Die Strategie kommt auf eine jährliche Durchschnittsrendite von knapp +18 %.

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