Volkswagen – Analysten sehen Kurspotenzial von mehr als 30 % bei den Wolfsburgern

Nachdem Volkswagen vor drei Jahren in einer dicken Abgaswolke verschwunden war, gebe es nun laut Euro am Sonntag neben Schatten auch wieder Licht am Ende des Tunnels. Im 3. Quartal habe man immer noch beobachten können, dass Volkswagen unter einem gesunkenen Autoabsatz leide und zudem einen herben Gewinneinbruch zu verzeichnen hatte. Die Marktteilnehmer habe VW jedoch damit überraschen können, dass der Gewinn nicht in dem Maße wie erwartet zurückgegangen sei. VW habe einen operativen Gewinn von 3,5 Mrd. Euro realisiert (20 % weniger als im Vorjahr) – der noch stärker erwartete Einbruch auf lediglich 3,2 Mrd. Euro sei aber ausgeblieben. Mit dem Umsatz von 55,2 Mrd. Euro hätten die Wolfsburger nicht nur den Vorjahreswert von 51,8 Mrd. Euro deutlich toppen können – auch die Analystenerwartungen seien damit übertroffen worden.

Der größte Hoffnungsschimmer in der Geschäftszahlenpräsentation dürfe aber das Ausbleiben einer Gewinnwarnung gewesen sein. Anders als die Konkurrenten BMW und Daimler habe VW die Prognose für das laufende Geschäftsjahr nicht revidiert. Für 2018 gehe man von einem Umsatzanstieg um 5 % und einer operativen Marge vor Sondereinflüssen zwischen 6,5 und 7,5 % aus.

Das Zugpferd im Hause Volkswagen sei nach wie vor die Premiumtochter Porsche. Hier habe es im 3. Quartal ein Umsatzplus von 36 % gegeben. Porsche habe eine EBIT-Marge von 18,1 % erreicht. Das China-Geschäft sei weiterhin stark. Porsche erlöse knapp 30 % des Gesamtumsatzes im Reich der Mitte – und könne mit einem großen Pluspunkt gegenüber der Konkurrenz von Daimler und BMW punkten: Anders als die deutschen Wettbewerber verschiffe VW seine Porsche und Audi nicht aus den USA in Richtung China. Volkswagen leide daher nicht unter Chinas Strafzöllen gegen US-Importe.

Sollte China zudem die inländische Steuer auf Autokäufe halbieren (darüber werde spekuliert), könne der VW-Konzern, der mit seinen Marken einen Marktanteil von 15 % in China erziele, zu einem der größten Profiteure dieser Maßnahme werden.

Mit der Premiumtochter Porsche sei VW am weitesten, um endlich ein konkurrenzfähiges Modell zum E-Autopionier Tesla in die Läden zu bringen. Noch im Laufe des Jahres solle die Hybridversion des 911er auf den Markt kommen. 2019 sei dann mit dem Stromer Taycan zu rechnen. Angesichts dieser Perspektiven rät Euro am Sonntag mit einem Kursziel von 180 Euro zum Kauf (16 % Potenzial).

Mit einem Kursziel von 200 Euro sieht die US-Bank JPMorgan deutlich mehr Aufwärtspotenzial von 29 % für die Vorzüge von Volkswagen. Laut Analyst Jose Asumendi zähle die Aktie des Autokonzerns sogar zu jenen Titeln, mit dem Anleger von einer möglichen Jahresendrally im Sektor am meisten profitieren könnten. Volkswagen dürfe im 3. Quartal den Boden beim Ergebnis erreicht haben und sei in der Position, die Prognose zu erfüllen. Die Rally in der Autobranche könne durch das baldige Ende der Umstellungsphase auf den EU-Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP ausgelöst werden. Zudem könne sich eine Lösung im Handelskonflikt zwischen China und den USA anbahnen.

Die französische Großbank Societe Generale traut den Vorzugsaktien von Volkswagen mit einem Kursziel von 208 Euro sogar ein Potenzial von 34 % zu. Analyst Stephen Reitman sieht einen möglichen Kurstreiber in einem angekündigten Börsengang der Nutzfahrzeugsparte. Unter dem Namen „Traton“ solle das Geschäftssegment selbstständig werden. VW breche laut Reitmann mit dem Schritt mit dem alten Glauben, dass der Konzern nur als Aufkäufer auftrete. Zudem gebe es immer wieder Spekulationen um einen Teilverkauf der Tochter Porsche.

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Bildherkunft: Porsche


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