Investment-Star aus Deutschland – Heiko Thieme

Zitate Nick Thomas 675 Leser
Der gebürtige Leipziger Heiko Thieme mischte in den 1990er Jahren die etablierten Kräfte an der Wall Street ordentlich auf. So erzielte Thieme mit seinen Fonds Renditen, bei denen selbst Superstars der Finanzbranche wie Peter Lynch nicht mithalten konnten. Lesen Sie hier die interessante Story des Mannes, der gerne auch „Psycho Heiko“ genannt wurde.

heiko-thiemeHeiko Thieme wurde am 16. September 1943 in Leipzig geboren und wuchs in Goslar auf. Er machte Abitur am Ratsgymnasium Goslar und begab sich dann zum Jurastudium nach Tübingen, wobei er ebenfalls Teile seiner akademischen Ausbildung in Edinburgh, Hamburg und Berkely absolvierte.

Der Ruf des Geldes

Anstatt seine Promotion in Edinburgh abzuschließen, heuerte Thieme lieber bei einer britischen Brokerfirma als Analyst an. 1979 erfolgte der Wechsel an die Wall Street, wo er für ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank tätig war. 1990 folgte dann der Schritt in die Selbstständigkeit. Thieme gründete verschiedene Firmen, unter anderem Thieme Associates, Thieme Consulting oder Thieme Securities. Wenig später erwarb er die American Heritage Management Corporation und wurde deren Vorsitzender. Außerdem übernahm er auch das Management des Flagschiffs des Unternehmens, dem American Heritage Fund. Nebenbei war als Berater der Deutschen Bank tätig.

Zwischen 1991 und 1993 war der American Heritage Fund der erfolgreichste Investmentfonds der USA mit einer Rendite von 232%. Thiemes Ansehen in der Öffentlichkeit schwankte allerdings stets zwischen Licht und Schatten. 1995 wurde er von der Zeitschrift Mutual Fund zum erfolglosesten Fondsmanager gewählt und erhielt den Steadman-Award. Zwei Jahre später, 1997, war Thieme dann wieder der erfolgreichste Fondsmanager der USA und bekam den Phoenix Award verliehen.
Letztlich führte ein Rechtsstreit zur Schließung der Fonds in 2007. Ein einzelner Anleger legte den American Heritage Fund in seiner Manövrierfähigkeit lahm und zahlreiche Investoren zogen daraufhin ihr Geld ab. Die Klage wurde letztlich abgewiesen, aber Thieme hatte keine Kapitalbasis mehr, um damit zu arbeiten.

Thieme war auch als Kolumnist tätig. Jeden Montag erschien von 1987 bis 2003 sein Brief aus der Wall Street in der FAZ. Außerdem schrieb er Artikel für Der Spiegel, Capital, Stern und Focus. Des Weiteren war er und ist er nach wie vor ein gern gesehener Gast in TV-Sendungen. In den Jahrzehnten an der Börse stattete Thieme mehr als 300 Trainees mit dem nötigen Rüstzeug aus, um an der Börse zu bestehen.

Heute lässt es Heiko Thieme ruhiger angehen. Der globale Anlagestratege gibt seinen ehemaligen Zöglingen Manuel Koch und Markus Koch gern Interviews und betreibt eine umfangreiche Internetseite namens Heiko-Thieme.com. Dort kann man kostenfrei die Grundlagen des Börsenhandels erlernen, ein Börsenlexikon einsehen, dem Altmeister eine Frage stellen oder gegen ein Entgelt von knappen EUR 7,00 seinen täglichen Börsenkommentar herunterladen. Außerdem kann man dort Heiko Thieme für diverse Veranstaltungen und Vorträge buchen. Ein Preisniveau wird nicht genannt.

Außerdem betreibt Thieme seit mehr als 20 Jahren eine sogenannte Börsenhotline. Auf dieser Hotline analysiert Thieme Tag für Tag das Geschehen an den Börsen dieser Welt. Informationen zu dieser Hotline finden Sie hier.

Handelsstil

Zum Handelsstil des Heiko Thieme ist nur wenig Lesestoff zu finden. Es wird immer wieder betont, dass Thieme grenzenlos optimistisch war. Er suggerierte ständig, dass die Börse am Ende steigen würde und Baissen lediglich gute Chancen zum Einstieg böten. Thieme bevorzugte Small Caps für Investments und spielte gern technologische Trends. Ich persönlich mag die Interviews des Heiko Thieme und empfehle Ihnen daher, sich auf seiner Internetseite oder bei YouTube ein bis zwei anzuhören. Und was Thiemes Optimismus anbelangt, so bestätigen ihn neue Höchststände bei Dow Jones und S&P500 sowie ein Schlusskurs von 12.940 Punkten im Dax (Stand: 10.10.2017).

Zitate

- "Der Pessimist ist der einzige Mist auf dem nichts wächst."
- "Geld ist für mich eine abstrakte Größe. Mehr als ein Steak am Tag kann ich nicht essen. Deshalb habe ich mich als Privatperson nie darauf konzentriert, viel Geld zu verdienen."
- "Meine Strategie ist, daß ich keine Strategie habe."
- „Man sollte kaufen, wenn die Kanonen donnern, und Aktien verkaufen, wenn die Friedensglocken läuten.“
- „Die Kurse richten sich kurzfristig nicht nach fundamentalen Daten. 75 Prozent sind Psychologie.“
- „Lieber einen Tag im Monat über Geld nachdenken, als 30 Tage im Monat dafür arbeiten.“

Ebenfalls interessant