Zwei Top-Aktien aus der Global Trend Following-Liste USA 3000

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Zu den Indikatoren für einen mittelfristig, intakten Aktien-Bullenmarkt gehört in der Regel auch die Neuemissionstätigkeit. Deutschland verzeichnete 2018 mit einem Volumen von 12 Mrd. € das zweistärkste Neuemissionsjahr überhaupt seit dem Jahr 2000. Allerdings sind die Emissionsgewinne hierzulande nicht zu vergleichen mit jenen in den USA. Der erfolgreichste Börsengang, Siemens Healthineers, kam zum Jahresende 2018 auf ein Plus von 31 %. Im Vergleich zur Aktienindexentwicklung 2018 zwar ein erfreuliches Ergebnis, aber wer sich mit den Börsengängen auf der anderen Seite des Atlantiks auseinandersetzt und dort auf Kursgewinne setzte, hatte deutlich mehr davon. So konnte man mit dem Big-Data-Unternehmen Elastic ein Plus von 75 % zum Jahresende 2018 erzielen. Mit dem Human Capital Management-Unternehmen Ceridian war ein Zugewinn von 45 % drin und mit DociSign, einer elektronischen Unterschriften- und Dokumentenverwaltungsplattform waren immerhin noch knapp 30 % möglich. Größere Zugewinne sind also bei den kleineren Emissionen eher möglich gewesen, wobei nach wie vor das Geschäftsmodell des Unternehmens überzeugen muß. Die Foto-Plattform Pinterest kam vor Ostern, mit einem Volumen von 1,43 Mrd. USD etwas größer, auf einen Zugewinn von 25 %. Ein gutes Dutzend Neuemissionen, darunter Uber und Slack, stehen noch auf der IPO-Liste, weitere könnten im 2. Halbjahr bei intakten, positiven Börsen noch hinzukommen. Ein Blick auf die entsprechende Branche sollte man sich aber nicht verwehren, denn bereits notierte Aktien dürften im positiven wie negativen Sinne von den Börsengängen auch berührt werden. Wir haben uns aus unserer Global Trend Following-Liste USA 3000 zwei Titel auf den vorderen Plätzen näher betrachtet, die aufgrund ihrer Trendstärke zu den positiven Beispielen für 2019 gehören.

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(Andreas Wolf nutzt das vorgefertigte Trading-Desk „Global Trend-Following“ in der TraderFox Börsensoftware, um die trendstabilsten Aktien zu identifizieren)

Paycom Software (3-Jahres-Trendstabilität 23,77)

Online-Technologien erleichtern den Unternehmen immer mehr die Abwicklung des Tagesgeschäfts mit größerer Effizienz. Das Kosteneinsparungen dabei eine große Rolle spielen steht außer Frage. Auch kleineren Unternehmen und Start-Ups bekommen zudem damit die Gelegenheit, schneller in die Gewinnzone zu erreichen und ihr Business überregional zu betreiben. Das 1998 in Oklahoma-City gegründete Softwareunternehmen Paycom Software hat genau diesen Bedarf frühzeitig erkannt und gilt als einer der ersten Anbieter von Online-Gehaltsabrechnungen in den USA. Nur wenig später weitete das Unternehmen sein Betätigungsfeld auf die gesamte Personalverwaltung aus. Dazu gehört auch die Bearbeitung der Neugewinnung von Arbeitskräften sowie die Talentsuche. Zudem entwickelt Paycom Personaleinsatzpläne und kümmert sich um die Koordination der Urlaubspläne sowie die mögliche Weiterbildung entsprechender Fachkräfte für seine Kunden. Mittlerweile hat der Konzern sein Hauptquartier von 90.000 auf 250.000 Quadratmeter Fläche erweitert, da vor allem auch mittlere und kleinere Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl zwischen 500 und 5000 Mitarbeitern ihre Personalverwaltung zunehmend komplett auslagern. Vor allem die Dokumentenspeicherung erfordert einen Ausbau des Hardwareequipment, während Paycom mit einer Manpower von rund 3000 Mitarbeitern auskommt. Rund 24.000 Unternehmen zählt man zu seinem Kundenportfolio und mit dem deutlichen Ausbau des Sales-Teams erhofft man sich gerade an der US-Westküste und dem mittleren Westen ein deutlich stärkeres Wachstum. In 37 von 50 der größten US-Staaten ist das Unternehmen präsent und plant in den kommenden Monaten einen weiteren Ausbau. Zudem kalkuliert Paycom bei der anhaltenden Arbeitskräfteknappheit in den USA mit einer höheren Nachfrage im Bereich Human Resources. Eine Expansion in Märkte außerhalb der USA steht auf längere Sicht auf der Agenda.

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Die Kursrally der Aktie in diesem Jahr wird gestützt von neuen Rekorden beim Umsatz und Gewinn. Im Geschäftsjahr 2018, erwirtschaftete Paycom ein Umsatzplus von 30,8 % auf rekordhohe 566,4 Mio. USD. Der Nettogewinn legte um 11,1 % auf 136,9 Mio. USD zu. Deutliche Zuwächse erzielten die Kalifornier vor allem im Bereich Human Resources und Personalverwaltung, solides Wachstum registrierte man im Kerngeschäft der Online-Gehaltsabrechnungen. Für 2019 erwartet der Konzern einen Umsatzzuwachs zwischen 25 und 30 % sowie ein Plus beim Nettogewinn von 80 bis 90 %. Im Ranking der Fortune-100 am schnellsten wachsenden Unternehmen in den USA belegte Paycom 2018 Platz 5. Bis Ende 2020 will das Management den Wert der Aktie durch Aktienrückkäufe im Volumen von 150 Mio. USD stärken. Auch in den nächsten drei nächsten Jahren erwarten Analysten im Durchschnitt ein jährliches Umsatzwachstum von 24 bis 26 % und einen Gewinnzuwachs von jährlich 27,5 %. Die 2019/20er KGV von 59 und 47 deuten sicherlich derzeit kein Schnäppchenniveau an, allerdings sagt das bei extrem stark wachsenden Unternehmen in der Regel wenig aus. KGV-Niveaus von 70 oder gar 80 könnten vor einem stärkeren Rückschlag daher durchaus erreicht werden.

Ringcentral (3-Jahres-Trendstabilität 22,31)

Auch das in Belmont, Kalifornien beheimatete Unternehmen Ringcentral hat sich der Vereinfachung von Unternehmensabläufen verschrieben. Seit 1999 entwickelt man integrierte Geschäftstelefonsysteme und hat sich aufgrund der hohen Datenmengen relativ schnell dem Trend zum Cloud-Computing angeschlossen. Im Zentrum des Angebots steht die Verknüpfung von Sprach- und Videotelefonie- und -kommunikation mit aller relevanter Software von PC, Tablet, Laptop und Smartphone sowie Fax. Besonders genutzt werden hierfür Outlook, Salesforce, Google und Dropbox. Mit seinem Hauptprodukt Ringcentral-Office können die Kunden vor allem auch im mobilen Modus ihre Kundenserviceaktivitäten auf aktualisierten Standard umsetzen. Verwaltung, Analyse und beschleunigte Auswertung von Kundenkontakten lassen sich damit relativ kostengünstig durchführen. Zudem setzen die Kalifornier bei dem Thema Homeoffice auf ihr neues Produkt Ringcentral-Glip, mit dem die Unternehmen Videokonferenzen und Team-Messaging durch die Integration aller notwendigen Online-Dokumente schneller abwickeln können. In diesem Bereich erwartet sich das Management auch die stärksten Wachstumsimpulse, weshalb man in den vergangenen 6 Monate zwei Übernahmen vollzogen hat. Im November 2018 wurde der Zukauf der digitalen Kundeverwaltungsplattform Dimelo aus Frankreich bekannt gegeben. Im Januar 2019 erwarb man den Wettbewerber Connect First, der ein Cloud-basierte Verbindung-Plattform betreibt du mit dem man nicht nur die eigenen Resourcen erhöht hat, sondern auch wie bei Dimelo, die Kundenbasis deutlich verbreitern konnte.

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Während Ringcentral gerade in den vergangenen drei Jahren einen deutlichen Umsatzsprung (mehr als 100 %) verzeichnen konnte, ist es den Kaliforniern bisher nicht gelungen, in die Gewinnzone vorzudringen. Auch im Geschäftsjahr 2018 stieg der Umsatz überdurchschnittlich mit einem Plus von 33,8 % auf 673,6 Mio. USD, während der Verlust auch aufgrund der erwähnten Zukäufe sich wieder von 4,2 auf 26,2 Mio. USD erhöhte. Gerade von diesen erhofft man sich in diesem Jahr einen nachhaltigen Gewinnschub. Die zugekaufte Digitalplattform Dimelo soll als Ringcentral Engage an den Markt gebracht werden und für höhere Umsätze sorgen. Das Management rechnet für 2019 mit einem Plus von 26 bis 28 % auf 847 bis 859 Mio. USD. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 0,69 und 0,73 USD liegen. Das Thema Human Resource und die hohe Nachfrage nach gut qualifizierten Arbeitskräften bei leer gefegten Arbeitsmärkten könnte aber dazu führen, dass die Zugewinne für das Unternehmen in diesem Jahr noch weitaus höher ausfallen. Die Analysten erwarten bereits in diesem Jahr mit einem Erreichen der Gewinnzone und bis 2022 einem jährlichen Umsatzzuwachs von 24 bis 25 %. Der Gewinn je Aktie soll in diesem Jahr bei 0,71 USD liegen und dann im jährlichen Durchschnitt um 34 bis 36 % wachsen. Die sehr hohen KGVs für 2019/20 von 144 und 110 erklären sich mit dem zu erwartenden Erreichen der Gewinnzone, prinzipiell bleibt die Aktie sehr aussichtsreich.
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