Sammle doch einfach mal Aktien

Kommentare Simon Betschinger 3.402 Leser
Liebe Leser,

die Leute sammeln die verrücktesten Dinge: Bierdeckel, Vasen, Aufkleber, Oldtimer, Postkarten, Comics, Fossilien, Gemälde, Mineralien, Überraschungsei-Figuren und Frauen sammeln manchmal sogar Schuhe. Ich war auf eine der großen Sammlerseiten im Internet. Für fast alle Sammelgebiete gibt es Infoseiten und Communities, aber Aktien kommen auf den Sammlerseiten nicht vor. Ich verstehe das nicht. Ich finde, dass Aktien zu den sinnvollsten Dingen überhaupt gehören, die man sammeln kann.

Ich habe glücklicherweise schon vor vielen, vielen Jahren mit dem Aktiensammeln angefangen. Sie stapeln sich nun in meinem Depot und es werden immer mehr. Wenn du einmal mit dem Aktiensammeln angefangen hast, dann kannst du dich irgendwann gar nicht mehr gegen die exponentielle Vermehrung wehren. Die Aktien, die du im Depot hast, zahlen dir Dividenden und diese kannst du dann einsetzen, um weitere Aktien zu kaufen.

Aktien sind ein lebendiges Sammelobjekt. Es gibt fortlaufend Geschichten zu erzählen. Ich mag die Geschichten, die sich rund um meine Aktien abspielen. Besonders viel Freude habe ich mit Sixt. Ständige gibt es Werbeplakate mit frechen Sprüchen, über die ich mich dann doppelt freuen kann. Erstens weil die Werbung meist originell und witzig ist und zweitens, weil ich beim Erfolg der Firma Sixt immer mitverdiene.

Erich Sixt, der schlaue Fuchs, hat BMW für seine Drive Now Beteiligung ganze 209 Millionen Euro abgeluchst. Ich als Vorzugsaktionär bekomme dadurch eine Sonderdividende in Höhe von 2,05 €.  Lachen musste ich als ich in der Zeitung las, dass die Software, mit der Drive Now arbeitet, dem Sixt-Konzern gehört und BMW und Daimler mit Drive Now nun Softwarenutzungsgebühren zahlen müssen. Auch dieser raffinierte Schachzug hat mir als Aktionär einen schönen Vormittag bereitet.

Wer Aktionär ist, achtet auch viel besser auf seine Ernährung. Zugegebenermaßen in einem anderen Sinne als die meisten Ernährungsberater empfehlen würden:

Wenn ich mich zwischen Burger King und McDonalds entscheiden muss, wähle ich natürlich die Fast-Food-Kette, von der ich Aktien im Depot habe. Neuerdings esse ich auch besonders gerne Lachs. Im Kühlregal prüfe ich akribisch, ob als Herkunftsangabe „aus norwegischen Aquakulturen“ auf der Rückseite zu finden ist. Froh bin ich auch darüber, dass ich in Reutlingen mittlerweile bei der amerikanischen und börsennotierten Pizzakette Dominos bestellen kann. Seitdem ich regelmäßig eine Bestellung erteile, schießt der Aktienkurs gefühlt immer schneller in die Höhe.

Das Aktionärssein hat eigentlich nur Vorteile, wenn man sich auf eine ganz bestimmte Kategorie von Aktien konzentriert. Auf Qualitäts-Aktien! In meinem Depot landen keine Pennystocks, keine Turnaround-Werte, keine schlechten Firmen, die ständig rote Zahlen schreiben und keine Aktien, deren Bewertung komplett auf Zukunftsfantasie aufbaut. Schon Kostolany wusste, dass dann gilt: „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten, und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“

Viele Grüße
Ihr Simon Betschinger

Tipp: In jeder Ausgabe des aktien Magazins stellen wir Aktien vor, die zum Sammeln in Frage kommen.

Im aktien Magazin 05 / 2018 geht es um Joel Greenblatt. Wir kennen Joel Greenblatt, weil er als Hedgefonds-Manager 40 % pro Jahr erzielte und anschließend ein Buch über seine Anlagestrategie veröffentlichte: „The litte Book that beats the Market“. In Deutschland wurde das Buch unter dem Titel „Börsen-Zauberformel“ auf den Markt gebracht.

Das erklärte Ziel von Joel Greenblatt ist es, hervorragende Unternehmen dann zu kaufen, wenn sie günstig zu haben sind.  In der aktuellen Ausgabe besprechen wir 6 Aktien, die aktuell nach der Zauberformel-Strategie von Joel Greenblatt kaufenswert sind.

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