Aktien kaufen, dann Schlaftabletten nehmen

Blog Tim Schäfer 1.225 Leser
Liebe Trader,

jeden Tag macht die Digitalwährung Bitcoin neue Schlagzeilen. Selbst Jamie Dimon, Chef des Bankgiganten JP MorganChase, meldet sich zu Wort. Der Hype um Kryptowährungen ist im vollen Gang. Was ich davon halte? Die Digitalwährung Bitcoin erscheint mir ziemlich aufgeblasen.

Ich erhalte jede Menge Emails rund um die Bitcoins. Die Leute wollen wissen: „Soll ich jetzt noch rein?“ Ich sage dann, dass ich auch nicht alles weiß. Ich setze lieber auf etablierte Konzerne.Ich mache das, was ich verstehe. Ich investiere in Qualitätsfirmen. Ich habe Schlachtschiffe im Visier. Ich gebe Dir ein paar Beispiele: Apple, Microsoft, Alphabet (Google), Amazon, Facebook, Berkshire Hathaway, Johnson & Johnson, Exxon Mobil, Chevron, Bank of America und andere. Damit fühle ich mich wohler als mit Bitcoins oder P2P-Krediten.

Ich suche Firmen, die ihren Erfolg bewiesen haben. Sie sollen Geld verdienen, reichlich Geld. Sie haben positive Cashflows. Sie zählen zu den weltweit stärksten Playern. Ich möchte als Langfristanleger von diesen Schlachtschiffen profitieren. Der Zinseszins soll mir helfen. Darum geht es mir. Konjunkturelle Zyklen können zwar unangenehm sein - gerade wenn es runter geht. Aber davon lasse ich mich nicht abschrecken. Ich betreibe „Buy and Hold“ in einer extremen Form. Ich kaufe und stocke auf. Ans Verkaufen denke ich nicht.

Das kannst Du mit ETFs genauso handhaben. Einen Sparplan in Gang setzen und fertig. Ist der ETF-Sparplan aktiv, brauchst Du Dich im Endeffekt nie mehr ums Depot zu kümmern. Stur und stetig Aktien oder Indexpapiere zu kaufen, wird sich fürstlich auszahlen. Die Kunst besteht darin, das Dekaden durchzuziehen.

Mein Grundsatz ist: Erstens achte ich auf Qualität, wenn ich Aktien auswähle. Zweitens ist Geduld wichtig. Und fertig ist das Erfolgsmodell. Natürlich ist es wichtig zu streuen. Kaufst Du Aktien, achte auf eine breite Branchenstreuung: Technologie, Finanzen, Rohstoffe, Industrie, Pharma etc. Deine Firmen sollten stabil wie ein Fels sein. Sie sollten ihren Umsatz ausbauen, steigende Cashflows haben usw.

Das langfristige Aktiensparen geht selbstverständlich mit langweiligen Konzernen. Der Haushaltsgüterhersteller Procter & Gamble (P&G) ist ein typisches Beispiel, der sich für „Buy and Hold“ anbietet. Seit 61 Jahren in Folge erhöhte schon das Management die Dividende. Die Aktie ist eine Perle. Oder der Putzmittelhersteller Clorox. Er erhöht schon seit 40 Jahren die Dividende. Der Hygieneartikel-Anbieter Kimberly-Clark (Kleenex-Taschentücher) erhöht seit 45 Jahren in Folge schon die Dividende. Bezahlt wird sie sogar seit 1935 ohne Unterbrechung.

Die Performance solcher traditionsreicher „Hausmannskost“ ist herrlich. Wer P&G seit 1972 durchgehalten hat, hat knapp 3.000% in die Scheune gefahren. Mit Clorox waren seit 1983 rund 3.500% zu verdienen. Und zwar mit der Schlaftabletten-Methode.

Ich rate Dir, so schnell wie möglich mit dem Sparplan zu beginnen. Am besten heute. Menschen fällt der erste Schritt am schwersten. Wenn Anleger aber den Schritt gegangen sind, fehlt ihnen der Rest leicht. Es geht anschließend nur darum, am Plan festzuhalten, der auf Qualität und Geduld setzt. Am Anfang ist es gar nicht so wichtig, einen möglichst hohen Betrag einzusetzen. Ja, es wäre hilfreich. Aber anzufangen ist viel wichtiger. Selbst wenn es nur ein kleiner Betrag ist.

Hast Du das Depot ins Rollen gebracht, solltest Du nachschauen, ob eine Kostendiät nötig ist. Es geht nicht darum, jeden Tag nur Reis und Linsen zu essen. Sondern es geht darum, unnötige Extras aus Deinem Leben zu streichen, die Dir keinen Mehrwert bringen. Ein Auto kann länger gefahren werden, bevor ein Neues angeschafft wird. Eventuell steigst Du auf den ÖPNV um und verkaufst Dein Auto. Wie groß ist Dein Zuhause?

Kommst Du mit dem Rad, zu Fuss oder dem ÖPNV zur Arbeit, tust Du nicht nur etwas für Deinen Geldbeutel, sondern auch etwas für den Umweltschutz und Deine Gesundheit. Bist Du ein Raucher, versuche davon abzukommen. Deine Gesundheit wird es Dir danken. Koche zuhause anstatt ständig in Restaurants zu gehen.

Natürlich kann man sich immer über einzelne Punkte streiten und sich in Details verlieren. Aber ich denke, dass meine Leser das Grundkonzept verstehen: Kürze Deine Kosten. Lebe gesund. Bilde Rücklagen für das Alter. Leider haben wir seltsame Entwicklungen in der heutigen Konsumgesellschaft. Die Autos werden immer teurer. Es gibt den Trend zu mehr Autos als Bürger. Die Zahl der Bäder in den Häusern überragt zuweilen die Zahl der Bewohner.

Vernünftig ist es, wenn Du weniger ausgibst, als Du einnimmt. Es sollte ausreichend groß sein, was Du zurücklegst. Ich finde, es wird spannend ab einer Sparquote von 20%. Richtig knackig wird es ab 50%. Natürlich ist hierzu extremer Ehrgeiz nötig. Wer das schafft, wird belohnt. Die finanzielle Freiheit lässt sich mit einer solch hohen Sparquote in 15 bis 20 Jahren erreichen.

Eine optimistische Einstellung ist das, was Dir im Leben hilft. Sag Dir jeden Tag: „Es ist möglich.“ Sei ein Optimist. Es hilft Dir, Dein Leben aktiv zu gestalten. Ich erhalte jede Menge Emails von Zweiflern. Sie haben Selbstmitleid. Sie beklagen sich. Niemand wird ihnen wirklich helfen. Ihnen fehlt der Feiß, der Biss. Sie ziehen sich mit ihrer „Nein“-Sagerei selbst hinunter. Schrecklich, finde ich das.

Besser ist eine positive Grundeinstellung. Ich gehe jeden zweiten Tag joggen. Es macht mir Spaß. Ich laufe so weit, wie ich gerade Lust habe. Aus Lust und Laune mache ich das. Der Stress weicht. Und die Pfunde purzeln. Du kannst mit kleinen Schritten sehr viel erreichen.

Wir leben aber in einer Zeit, in der die sofortige Bedürfnisbefriedigung Vorrang hat. Niemand möchte mehr warten. Da wird dann das neue Auto auf Pump gekauft. Es liegt auch an den Sozialen Medien. Im Internet kann jeder bei Amazon & Co im Handumdrehen Zeug bestellen. Ausgeliefert wird die Ware noch am selben Tag an die Haustür.

Abzuwarten ist für Konsumenten hart. Wenn sie nicht sofort bekommen, was sie möchten, bekommen sie Angst. Wenn ich jemanden erzähle: „Das ist eine gute Aktie für die nächsten 30 Jahre“, dann halten sie mich für bescheuert. So lange möchte niemand warten. Die Menschen haben keine Geduld. Sie halten Aktien allenfalls noch ein Jahr lang. Dann verlieren sie die Geduld.

Dann halte ich es für einen Fehler, dass die Menschen so viele Versicherungen abschließen. Der Deutsche ist ein ängstliches Wesen. Er meidet Aktien und hat dafür jede Menge Policen abgeschlossen. Statt einer Lebensversicherung abzuschließen, würde ich eher schauen, dass meine Partnerin/Partner über ein ausreichend angespartes Vermögen abgesichert ist. Das heißt im Prinzip: So schnell wie möglich alle Schulden einschließlich Hypotheken tilgen. Und Finanz-Assets aufbauen. Wer schuldenfrei ist und 200.000 EUR (und mehr) im Depot hat, braucht kaum noch seinen Todesfall abzusichern.

In Deutschland neigen die Menschen dazu, sich aber gegen alle möglichen Risiken abzusichern. Dabei vergessen sie, ihr Vermögen aufzubauen. Die Mittelschicht ist zudem damit beschäftigt, ständig Zeug zu kaufen: Kleidung, neue Autos etc. Die Reichen fokussieren sich darauf, Aktien und Immobilien zu kaufen. Die Reichen wissen: Über 100 Jahre lang legte der S&P-500-Index um etwa 10% per annum zu. Folglich müssen Aktien Sinn machen.

Wer reich werden will, tilgt seine Schulden zunächst. Ein Nebenjob kann helfen, die Tilgung schneller vorzunehmen. Wenn Du nicht in 15 Jahren Deine Hypothek tilgen kannst, hast Du ein zu großes Eigenheim gekauft. Versuche im Idealfall mindestens 20% Eigenkapital einzubringen, wenn Du eine Immobilie kaufst. Bedenke, dass der Markt heiß ist. Es besteht die Gefahr, dass gerade junge Bürger zu viel bezahlen. Der Traum vom Eigenheim kann im Albtraum enden, wenn Du nicht aufpasst.

Viele Grüße
Ihr Tim Schäfer

Fazit: Im aktien Magazin stellt Tim Schäfer in jeder Ausgabe Aktien vor, die zum langfristigen Vermögensaufbau geeignet sind

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