Aktien-Qualitätscheck

Der Aktienscreener: Dieses deutsche Qualitätsunternehmen hat gerade erst ein neues Allzeithoch erreicht!

Liebe Trader, Liebe Investoren

Bevor ich euch heute ein spannendes Unternehmen vorstelle, das die Kursverluste der letzten Wochen bereits komplett ausgebügelt hat, könnt ihr entscheiden, ob ihr den Beitrag lieber lesen wollt, oder ob ihr ihn euch lieber auf You-Tube anseht. 



So wie es einige Branchen gibt, welche durch die Krise heftig getroffen wurden, gibt es auch viele Branchen, die aktuell eine verstärkte Nachfrage ihrer Produkte und Services durch COVID-19 verspüren. Die Unternehmen dieser Branchen, worunter auch die Branche der Informationstechnologie (IT-Branche) fällt, unterstützen die Menschen und die Unternehmen dabei, besser durch die aktuelle Krise zu kommen. Das macht sich natürlich auch im Aktienkurs bemerkbar. Viele Unternehmen haben ihre Krisentiefs hinter sich gelassen und notieren oftmals bereits wesentlich höher als vor der Krise. Wichtig für Anleger, sowohl für Investoren als auch für Trader, ist es, meines Erachtens, seine Energie vor allem solchen Unternehmen zu widmen, die Stärke beweisen. Denn diese Stärke hat meistens, nicht immer, aber meistens, einen guten Grund. So ist das auch bei dem Unternehmen, das ich euch heute vorstellen werde. 

Meine Vorgehensweise 

Bevor ich über das Unternehmen spreche, erkläre ich euch kurz, wie ich darauf aufmerksam wurde. Dafür gehe ich auf www.traderfox.de und öffne das Tool AKTIEN-RANKINGS. Bei unseren voreingestellten Templates gibt es nun, relativ neu, den Qualitäts-Check für Aktien. Dieser Check weißt jeder Aktie bis zu 15 Punkte zu. Wir verwenden dabei Kennzahlen, die sich in der Finanzwissenschaft durchgesetzt haben, um Quality von Junk zu unterscheiden. Der Qualitäts-Check soll Anlegern erstens helfen, das Risiko bei Investments zu reduzieren und ist zweitens dazu gedacht, um auf hervorragende Investment-Chancen aufmerksam zu werden. 

Da das Template die größten deutschen, europäischen und amerikanischen Unternehmen berücksichtigt, nehme ich eine Veränderung vor und behalte nur noch die Liste mit den deutschen Werten. Da ich nur Unternehmen suche, die mindestens 14 Punkte aufweisen, stelle ich dies noch ein, und gehe dann auf „scannen“. Nach dem Screening bleiben nur noch sechs Unternehmen, darunter Rational, das ich erst kürzlich vorgestellt habe, übrig. Auf Platz 1 befindet sich Bechtle, das ich euch heute kurz vorstelle. 


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Bechtle (BC8) wurde 1983 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Neckarsulm. Mit 24 E-Commerce-Gesellschaften in 14 Ländern zählt Bechtle inzwischen zu den führenden Anbietern für Informationstechnologie in Europa. Dabei bietet das Unternehmen seinen mehr als 70.000 Kunden aus Industrie, Handel und dem Finanzsektor sowie dem öffentlichem Dienst ein lückenloses herstellerunabhängiges Angebot rund um die gesamte IT aus einer Hand, angefangen von der Strategieberatung, über die Lieferung von Hard- und Software, bis hin zu einem kontinuierlichen After-Sales-Service.

Das Unternehmen hat mehr als 11000 Mitarbeiter. Mit einer Marktkapitalisierung von 6,23 Mrd. Euro gehört es zu den Mid-Caps. Mit 35% der Aktien hält Karin Schick, die Tochter des Firmenmitbegründers Gerhard Schick, den größten Teil der Aktien. Der Freefloat der Aktie beläuft sich auf 65% und verteilt sich auf eine breite Anlegerstruktur aus privaten und institutionellen Investoren aus dem In- und Ausland. Vor allem das Interesse internationaler Investoren hat über die letzten Jahre zugenommen.Bechtle fällt in den Technologie-Sektor und ist der Branche „IT-Services “ zuzuordnen. 

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Segmente

Der Gesamtumsatz belief sich bei Bechtle in 2019 auf 5,374 Mrd. Euro, was einer Steigerung zum Vorjahr um 24,3 % entspricht. Dabei ist das Unternehmen in zwei Segmente gegliedert: 

-IT-Systemhaus & Managed Services: Hierzu zählt u.a. die IT-Strategieberatung sowie der Vertrieb von Hard- und Software und die Wartung und Schulung, wobei die Themenschwerpunkte die Digitalisierung, die Cloud, IT-Security und alles rund um das Thema IT als Service sind.

-IT-E-Commerce: In diesem Bereich bietet das Unternehmen seinen Kunden eine breite Auswahl an mehr als 50.000 IT-Produkten, von der Hardware über Standardsoftware bis zu Peripherieartikeln, deckt Bechtle damit alle gängigen Bereiche der IT ab. 

Im Dienstleistungssegment erreichte Bechtle 2019 einen Umsatz von 3,485 Mrd. Euro; das sind 19,9 % mehr als im Vorjahr. Im Bereich IT-E-Commerce konnte den Umsatz um 33,3% auf 1,889 Mrd. Euro gesteigert werden.

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Bechtle erzielte den meisten Umsatz mit 62,1% (2019) nach wie vor in Deutschland. Frankreich folgt mit 12,9%. Dahinter liegt die Schweiz mit 6,5%. Das stärkste Wachstum wurde mit über 50% in Frankreich verzeichnet, was vor allem an der in 2018 vollzogenen Übernahme der französischen Firma Inmac Wstore liegt. Durch diese Übernahme konnte Bechtle zu den Top-5-IT-Anbietern in Frankreich aufsteigen.

Kennzahlen und Qualitäts-Score

Erst letzte Woche hatte das Unternehmen die aktuellen Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt. Dabei belief sich der Umsatz auf 1,36 Mrd. Euro, was einen YoY Anstieg von 9,3% entspricht. Der Vorsteuergewinn konnte von 45 Mio. Euro auf 51,1 Mio. Euro gesteigert werden; damit konnte die Analystenerwartungen leicht übertroffen werden.  Profitieren konnte Bechtle vor allem bei der Ausstattung von Homeoffices und bei technischen Lösungen rund um die Umsetzung virtueller Formen der Zusammenarbeit, so Vorstandschef Thomas Olemotz. Neben Kunden aus der Industrie hatte man vor allem bei Auftraggebern aus dem Öffentlichen Sektor in diesem Zusammenhang deutlich höhere Produktabsätze verbucht. Besonders gefragt waren unter anderem Notebooks, Headsets, Netzwerkgeräte, aber auch Remote-Access-Lösungen für den sicheren Zugriff auf Firmennetzwerke und Videokonferenz- und Kommunikationslösungen. Im Anschluss bestätigte das Management trotz der Coronavirus-Pandemie die Jahresziele und rechnet dabei weiterhin mit einem Anstieg von mindestens 5% bei Umsatz und beim operativen Ergebnis. Mittel- bis langfristig sieht Konzernchef Olemotz Bechtle angesichts des anhaltenden Digitalisierungstrends weiterhin auf Wachstumskurs und peilt in diesem Zusammenhang bis 2030 einen Konzernumsatz von 10 Mrd. Euro an, nachdem man in 2019 bereits knapp 5,4 Mrd. Euro Umsatz erzielt hatte.

Relativ neu bei TraderFox ist der Qualitätsscore, mit dem ein Unternehmen auf verschiedene Qualitätskriterien abgeklopft werden kann. Wie auf den ersten Blick zu sehen, bekommt Bechtle nach diesem Score 14 von 15 möglichen Punkten. Neben einem starken Umsatz- und EPS-Wachstum, kann das Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalrendite und einer geringen Finanzverschuldung aufwarten. Der Nettoverschuldung von 240 Mio. Euro steht ein EBIT in gleicher Höhe gegenüber, wobei sich die liquiden Mittel aktuell auf 272 Mio. Euro belaufen. Einzig die Nettogewinnmarge lässt mit 3,18% zu wünschen übrig. Dies liegt natürlich u.a. daran, dass ein hoher Anteil der Umsätze durch das klassische Handels- und Projektgeschäft erzielt wird. Nichtsdestotrotz sehe ich durchaus Chancen bei Bechtle, dass eine Margenausweitung nach oben möglich ist, wenn es dem Unternehmen gelingt, das As-a-service-Geschäft stärker auszubauen. 

bildschirmfoto-2020-05-10-um-21-51-50Qualitätsscore Bechtle; Quelle: TraderFox

Dividende

Seit dem Börsengang im Jahr 2000 betreibt Bechtle eine aktionärsfreundliche und auf Beständigkeit ausgerichtete Dividendenpolitik. Das Unternehmen schüttet ohne Unterbrechung jährlich Gewinne an die Aktionäre aus. Zudem wird die Dividende regelmäßig erhöht. Einen Rückgang hat es bei Bechtle bislang nicht gegeben. Am 27. Mai findet die nächste Hauptversammlung statt, die virtuell abgehalten werden soll. Die Dividende soll sich auf 1,20 Euro pro Aktie belaufen. Damit würde die Dividende zum zehnten Mal in Folge erhöht werden. Die Finanzlage des Unternehmens lässt dies, meines Erachtens, ohne Weiteres zu.

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Wachstumsaussichten

Bechtle hat schon kurz nach der Unternehmensgründung langfristige Ziele in einer Vision formuliert. Und ungefähr alle zehn Jahre hat das Unternehmen seither die nächste Vision etabliert. 2018 hat Bechtle seine neue Vision 2030 erarbeitet und veröffentlicht. Neben einem Gesamtumsatz von 10 Mrd. € bis 2030, liegt die oberste Maxime u.a. in einer starken Kundenorientierung, die sich am Erfolg des Kunden misst. Dabei ist ein Wettbewerbsvorteil von Bechtle der, dass das Unternehmen „alles aus einer Hand“ anbietet. Durch die individuelle Zusammenstellung eines Angebots, bestehend aus unterschiedlichen, miteinander verknüpften Dienstleistungen und frei wählbaren Servicelevels können so Unternehmen aller Branchen und die unterschiedlichsten Kunden bedient werden.

Wachstum generiert das Unternehmen aufgrund vielfältiger Herangehensweisen. So hat das Unternehmen z.B. in den letzten Jahren viele Schritte unternommen, um die Zusammenarbeit zwischen den beiden doch sehr unterschiedlichen Segmenten weiter zu verbessern, was zu einem signifikanten Anstieg des Cross-Selling-Potentials geführt hat. So bringen u.a. Vertriebsteams beider Segmente unter dem Namen BforB (Bechtle for Bechtle) ihre Stärken in gemeinsame Vertriebsaktivitäten ein.

Weiters Wachstum generiert das Unternehmen durch die Übernahme neuer Unternehmen. So gehören seit dem ersten Unternehmenskauf 1993, Übernahmen zur Wachstumsstrategie von Bechtle. Im aktuellen Geschäftsjahr wird Bechtle die Marke von 100 Akquisitionen überschreiten. Im Schnitt kamen allein seit dem Börsengang 2000 jährlich vier Unternehmen neu hinzu. Gemessen daran, waren die neun 2019 vollzogenen Zukäufe eine Besonderheit, wobei der Schwerpunkt in 2019 in der Stärkung des Geschäfts in der Schweiz und in Frankreich lag.

Nun schaue ich mir noch die Kursentwicklung an: 

Bechtle ging vor 20 Jahren an die Börse und profitierte damals enorm vom Hype am Neuen Markt. Die Aktie war bei der Erstnotierung zwölffach überzeichnet. Der Ausgabepreis hatte damals bei 27 Euro gelegen, und nach dem IPO hatte die Aktie dann auch erst einmal an Wert verloren. Doch seit 2010 kennt die Aktie nur noch eine Richtung: Nämlich nach oben. Der heftige Rücksetzer der letzten Monate wurde schnell wieder aufgefangen, und mit den letzten Quartalszahlen konnte die Aktie nun bereits ein neues Allzeithoch generieren. Für Trendfolger bietet sich die Aktie, meines Erachtens, aktuell zum Kauf an. Wer der Meinung ist, dass es am Markt noch einmal zu einem stärkeren Rücksetzer kommt, könnte sich dagegen einen Alarm an den langfristigen Aufwärtstrend legen. 

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Ich wünsche euch eine entspannte Restwoche und bleibt gesund. 

Bis zum nächsten Mal

Andreas Haslinger

Verwendete Tools:

TraderFox Trading-Desk: https://www.traderfox.de

Aktien-Rankings: https://rankings.traderfox.com

Aktien-Terminal: https://aktie.traderfox.com

Haftungsausschluss: Dieses Format dient ausschliesslich Informationszwecken. Die Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf irgend eines Wertpapieres dar. Der Kauf von Aktien ist mit hohen Risiken behaftet. Ihre Investitionsentscheidungen dürfen Sie nur nach eigener Recherche und nicht basierend auf unseren Informationsangeboten treffen. Wir übernehmen keine Verantwortung für jegliche Konsequenzen und Verluste, die durch Verwendung unserer Informationen entstehen.

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Über den Autor

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