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Italien-Referendum: Der Crash ist möglich!

Die Märkte gehen vor dem Italien-Referendum nicht ohne Grund auf Tauchstation. Denn im Falle eines Rücktritts von Ministerpräsident Renzi drohen im italienischen Bankensektor massive Schieflagen, da die dringend notwendige Rekapitalisierung des gesamten Sektors akut gefährdet wäre. Worum es im Einzelnen in der geplanten Abstimmung geht, und weshalb eine mögliche Ablehnung der von Ministerpräsident Renzi ausgearbeiteten Reformagenda möglicherweise schlimme Folgen für die gesamte Eurozone haben könnte, erfahren Sie hier!

Nach Brexit und Trump-Wahlsieg - Italien-Referendum steht unmittelbar vor der Tür!

Das Börsenjahr hielt für Investoren einige unangenehme Überraschungen bereit. So votierte Großbritannien Ende Juni überraschend für einen Austritt aus der EU, was an den internationalen Leitbörsen in den darauffolgenden Handelstagen für heftige Turbulenzen sorgte. Auch der überraschende Wahlsieg von Donald Trump hatte die Märkte kurzzeitig in eine Schockstarre versetzt. Nun steht mit dem Referendum in Italien am 4. Dezember eine weitere Belastungsprobe für das Nervenkostüm der Anleger an. Sollte das von Regierungschef Matteo Renzi zur Abstimmung vorgelegte Referendum scheitern, könnte nach Einschätzung von Experten im schlimmsten Fall ein möglicher Austritt Italiens aus der Eurozone bevorstehen - was im Vorfeld für erhebliche Verunsicherungen sorgt

Verfassungs-Referendum enthält hohe politische Sprengkraft

Der seit 2014 amtierende italienische Regierungschef Matteo Renzi hat eine umfassende Reform auf den Weg gebracht, mit der das verkrustete politische System in Italien reformiert werden soll. Vereinfacht werden soll vor allem das Gesetzgebungsverfahren. Denn bislang müssen der Senat und das Abgeordnetenhaus gemeinsam Gesetzesvorschläge billigen, wobei in beiden Gremien jeweils drei Lesungen angesetzt sind. Dies hat zur Folge, dass Gesetzesinitiativen oft angepasst und geändert werden müssen, um in beiden Kammern eine tragfähige Mehrheit zu erhalten. Renzi will nun die Kompetenzen des Senats erheblich einschränken und gleichzeitig die Zahl der Senatsmitglieder von mehr als 300 auf 100 Mitglieder verringern. Außerdem soll sich das Gremium nach dem Willen von Renzi künftig vor allem auf Entscheidungen zu Angelegenheiten rund um die Themengebiete Europafragen oder Verfassungsänderungen konzentrieren. Die übrigen legislativen Fragen sollen künftig in der Abgeordnetenkammer beraten und entschieden werden.

Wahlreform sorgt für Unmut - Opposition geht auf Konfrontationskurs!


Ein weiteres großes Ziel der von Renzi und seiner Regierungspartei Partito Democratico besteht in einer umfassenden Neugestaltung des Wahlrechts. Demnach soll eine Partei, die mehr als 40% der Stimmen erhält, künftig über eine Bonus-Regelung automatisch 55% der Gesamtstimmen erhalten. Damit soll sichergestellt werden, dass eine Regierung nicht schon während der Legislaturperiode aufgrund von Streitigkeiten mit dem Koalitionspartner auseinanderbricht. Die geplante Wahlreform ist umstritten, da die Regierungspartei dadurch einen Alleinstellungsstatus erhalten würde. Als besonders scharfer Kritiker entpuppt sich vor dem Referendum der Chef der Protestpartei "Movimento 5 Stelle" Beppo Grillo. Der ehemalige Komiker und Entertainer griff Renzi zuletzt offen an und sorgte mit populistischen Forderungen für Aufsehen. Grillo hat sich mit seiner Protest-Partei mittlerweile als feste politische Größe in Italien etabliert und gilt, ebenso wie die dem rechten Rand angehörende "Lega Nord", außerdem als entschiedener Gegner der EU-Mitgliedschaft Italiens.

Renzi-Rücktritt hätte verheerende Folgen für den italienischen Bankensektor!

Sollten die Italiener am kommenden Sonntag gegen die geplante umfassende Reform der Verfassung votieren, wäre dies mit ernsthaften politischen Konsequenzen verbunden. Denn Renzi hatte mehrfach betont, dass er in diesem Falle von seinem Amt als Regierungschef zurücktreten werde. Dies hätte vor allem für den kriselnden Bankensektor erhebliche Konsequenzen. Denn Renzi hatte sich während seiner Amtszeit um eine nachhaltige Sanierung des italienischen Bankensystems verdient gemacht. Sollte der Reformprozess nun ausgesetzt werden, hätte dies schwerwiegende Konsequenzen. Denn italienische Großbanken haben offiziellen Schätzungen zufolge mehr als 360 Mrd. Euro an faulen Krediten in ihren Büchern stehen und gelten daher als tickende Zeitbomben für den gesamten europäischen Bankensektor. Erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass mehrere Großbanken unmittelbar nach dem Referendum umfangreiche Kapitalerhöhungen platzieren wollen. Allein die UniCredit als führende italienische Großbank will dem Vernehmen nach neue Anteilsscheine im Wert von 10 bis 13 Mrd. Euro platzieren. Im Falle eines politischen Machtvakuums in Italien ist kaum damit zu rechnen, dass sich die Kapitalerhöhung zu vernünftigen Konditionen platzieren lässt.

Möglicher EU-Austritt Italiens nach Scheitern des Referendums

Im Falle eines "No" beim Italien-Referendum könnte es nach Einschätzung von Beobachtern zu einem politischen Erdbeben in Italien kommen. Denn Oppositionsparteien wie die "Lega Nord" und die "Movimento 5 Stelle" sollten dann massiven Zulauf erhalten. Da beide Gruppierungen für ihren Europa-kritischen Kurs bekannt sind, wäre im Falle möglicher Neuwahlen in Italien sogar ein Exit Italiens aus der EU denkbar. Denn sollte einer der beiden Gruppierungen eine tragfähige Mehrheit erlangen, könnte dies ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft des Landes nach sich ziehen. Ein Austritt der drittgrößten Volkswirtschaft aus der Europäischen Union hätte unabsehbare Folgen für die Europäische Währungsunion und den gesamten Euroraum.

Credit Suisse erwartet im Falle einer Ablehnung des Referendums ernsthafte Konsequenzen!

Sollte das Italien-Referendum am kommenden Sonntag tatsächlich scheitern, wären die Auswirkungen für die Finanzmärkte verheerend. Diesen Standpunkt vertritt unter anderem die Credit Suisse. In einer Ende November veröffentlichten Studie gehen die Experten davon aus, das sich die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen unmittelbar nach dem Scheitern des Referendums um 50 bis 75 Basispunkte erhöhen könnten. Sollte es in der Folge zu Anzeichen eines möglichen EU-Austritt-Italiens kommen, wäre ein weiterer Risikoaufschlag von 100 Basispunkten zu erwarten. Dies hätte für die Refinanzierung des mit 2,21 Bio. Euro verschuldeten Landes erhebliche Konsequenzen. Auch die Refinanzierung von Banken und Unternehmen dürfte sich erheblich verteuern, wobei hier Aufschlage von 50 bis 200 Basispunkten zu erwarten seien. Entsprechend negativ wären die Auswirkungen laut Credit Suisse auch auf Staats- und Unternehmensanleihen anderer EU-Mitgliedsländer, auch wenn sich die Risikoaufschläge hier im Rahmen bewegen sollten, so die Experten.

Wahlprognosen sehen Referendumsgegner in der Vorhand!

Aktuellen Umfragen zufolge haben die Gegner der von Renzi eingebrachten Reform-Agenda derzeit die Mehrheit auf ihrer Seite. Neuesten Umfragen zufolge führen sie mit knapper Mehrheit vor den Befürwortern. Angesichts der weitreichenden Konsequenzen, die ein Sieg der oppositionellen Kräfte in Italien nach sich ziehen würde, zeigen sich Anleger unmittelbar vor dem Abstimmungsergebnis zurückhaltend. Ob sich die schlimmsten Befürchtungen tatsächlich bestätigen, bleibt dahingestellt. Denn selbst wenn Renzi nach einer Niederlage zurücktritt, bleibt als Alternative, dass zunächst eine Übergangsregierung die Macht in Italien übernimmt. 2018 könnten die Bürger dann mit Neuwahlen die politischen Machtverhältnisse neu gestalten.

Fazit:Den Brexit betrachteten wir gelassen. Die Trump-Wahl verfolgten wir entspannt. Vor dem Italien-Referedum sind wir nervös. Die italienischen Banken müssen dringend rekapitalisiert werden. Politisches Chaos könnte das erschweren. In den TraderFox Live Trading Sektionen haben wir uns deshalb für hohe Cashquoten entschieden. Wir haben Entscheidungsbäume erstellt, wie wir nächste Woche handeln werden!

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