Aktien-Qualitätscheck

Die große Cash-Cow Alphabet

Michael Seibold ist als freier Redakteur beschäftigt. Artikel von freien Redakteuren stellen deren eigene Meinung dar und müssen mit der von aktien nicht korrespondieren.

Alphabet (WKN: A14Y6F) gehört mittlerweile neben Apple, Amazon und Microsoft zum elitären Kreis der Unternehmen, die über eine Billion Dollar an der Börse wert sind. Faszinierend finde ich, dass es einem derart großen Konglomerat immer noch gelingt, mit hohen Wachstumsraten zu überzeugen. Ebenso ist beeindruckend, dass Alphabet mittlerweile auf einem riesigen Cashberg von 121 Milliarden US-Dollar sitzt. Der Internetkonzern erzielte 2019 erneut wieder Rekordergebnisse beim Umsatz und Gewinn. Die operative Finanzkraft ist enorm stark. Erwartet werden in den nächsten Jahren anhaltend zweistellige Wachstumsraten sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Aktuell gibt es wenige Unternehmen, die in dieser Größenordnung so stark wachsen und ihre Vormachtstellung im Werbemarkt derart kontrollieren. Die Skaleneffekte sind enorm. Seit der Gründung 1998 von Larry Page und Sergey Brin hat sich Google, jetzt unter der Dachgesellschaft Alphabet, zu einem Weltkonzern entwickelt. Seit dem Börsengang im Jahr 2004 hat sich die Alphabet-Aktie vereinunddreißigfacht. Aus 1.000 USD wurden in 16 Jahren 31.000 USD.

Tochterunternehmen

Alphabet ist die Mutter zahlreicher eigener Tochtergesellschaften. Das US-amerikanische Technologieunternehmen Google mit ihrem Hauptsitz im kalifornischen Mountain View ist seit 2015 unter der Holding-Gesellschaft Alphabet firmiert.

Larry Page sagte vor einiger Zeit: “Kennst du das, wenn du mitten in der Nacht aus einem lebhaften Traum aufwachst? Und du weißt genau, wenn du ihn nicht sofort aufschreibst, wird er am nächsten Morgen weg sein. Manchmal ist es wichtig aufzuwachen und mit den Träumen aufzuhören. Wenn ein besonderer Traum auftaucht, greif zu!“

Google wurde vor allem durch seine Suchmaschine berühmt. Mit einem Marktanteil beim Thema Suchanfragen von etwa 90 Prozent hat sich die Suchmaschine als weltweit größte etabliert. Doch Alphabet ist nicht nur Google. Seit der Gründung vor über 20 Jahren hat Google zahlreiche Unternehmen aufgekauft und erfolgreich in das Firmenimperium integriert.
Ich möchte einige dieser Tochterunternehmen aufgreifen, um darzustellen, welche enormen Perspektiven Alphabet hat.

YouTube gehört seit 2006 zu Google. YouTube ist wohl das bekannteste Videoportal überhaupt, das zum kostenlosen Upload sowie zum Streaming genutzt werden kann.

Android wurde im Jahr 2005 aufgekauft. Einerseits ist es ein Betriebssystem, anderseits auch eine Software-Plattform vor allem für mobile Endgeräte (Smartphones, Fernseher, Tablets, Mediaplayer oder Netbooks).

reCAPTCHA – dürften die wenigsten kennen. In diesem wird der Websiteschutz vor Spammern vereint. Dabei geht zu differenzieren, ob Handlungen von einer realen Person oder von Computerprogrammen ausgeführt werden.

HTC gehört erst seit 2017 zu Google. HTC ist ein taiwanischer Hersteller von Smartphones, Tablets, VR-Brillen und Co. Für 1,1 Milliarden US-Dollar wurde ein Teil der Entwickler und verschiedene Patente gesichert.

Der jüngste Coup ist seit 2018 Nest Labs. Dieses bietet Smart Home-Lösungen wie intelligente Kameras, Videotürklingeln, Thermostate usw. Diese Liste der Tochterunternehmen von Google könnte noch ewig weitergeführt werden. Das Potenzial ist riesig.

Zu Alphabet gehören Access & Energy (Internetnetzwerk), Calico (Biotechnologie), Chronicle (Cybersecurity), Deepmind (künstliche Intelligenz), Capital (Bank), Google Fiber (Glasfasernetz), Google Ventures (Risikokapitalgesellschaft), Jigsaw (Technologie-Inkubator, ehem. Google Ideas), Loon (Internetnetzwerke via schwebende Ballons), Sidewalk Labs (Innovation im Bereich Städtebau), Verily (Gesundheitstechnik), Waymo (autonome Autos), Wing (Lieferdrohnen) und X (Forschungsabteilung von Alphabet).

Führend im autonomen Fahren

Besonders sticht dabei die Alphabet-Tochter Waymo hervor. Waymo ist das führende Unternehmen im Bereich autonomer Mobilität. Autonome von Waymo haben zusammengerechnet mittlerweile mehr als 20 Millionen Meilen auf öffentlichen Straßen absolviert. Zehn Jahre habe es gebraucht, um die Marke von zehn Millionen Meilen zu erreichen, schrieb Waymo auf Twitter. Die nächsten zehn Millionen seien innerhalb nur eines Jahres erreicht worden. Seit 2018 sind die Fahrzeuge in den USA im aktiven Testbetrieb mit ausgewählten Kunden mit einem Sicherheitsfahren hinter dem Lenkrad. Nur alle 20.000 Kilometer muss der Fahrer aktuell im Durchschnitt in das Fahrgeschehen eingreifen. Anfang Januar 2020 wurde sogar der Sicherheitsfahrer von Bord genommen. Das Unternehmen wechselt somit vom sogenannten “Level 4“-Betrieb in den “Level 5-Betrieb“, bei dem das Fahrzeug vollständig autonom agiert. Noch ist der vollständige fahrerlose Dienst auf eine Region in Arizona begrenzt. Alphabet hat sich Technologie, Betriebsplattform, Endkunden und Entertainment-Angebote aufgebaut. Waymo ist führend im Autonomen Fahren und hat im Bereich “Connected Car“ mit dem Android-Auto einen weiteren Schritt gemacht. Das Innovators Dilemma der deutschen Autoindustrie geht weiter. Firmen aus den USA zeigen mittlerweile der deutschen Autoindustrie auf, dass das zukünftige Auto der baut, der die meisten Daten sammelt. Auch China mit dem Unternehmen Baidu ist im Bereich autonomen Fahren Europa um Längen voraus.

waymo

Foto: REUTERS/Caitlin O’Hara

Rekordergebnisse und starkes operatives Geschäft

Anfang Februar 2020 gab es Zahlen für das Jahr 2019. Alphabet hat 2019 Umsätze in Höhe von 161,86 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet – 18,3 Prozent Steigerung. Das EBIT stieg sogar um 24,4 Prozent auf 34,23 Milliarden US-Dollar – eine absolute Cash-Cow. Der operative Cashflow erhöhte sich um 14 Prozent auf 54,52 Milliarden US-Dollar. Der freie Cashflow umfasst die operativen Rückflüsse abzüglich der umfangreichen Investitionen. Übrig blieben 30,97 Milliarden US-Dollar.
Erstmalig wurden auch die Zahlen der Videoplattform YouTube veröffentlicht. Bei Werbeerlösen erwirtschaftete sie im vergangenen Jahr ein Plus von 35,8 Prozent auf 15,15 Milliarden US-Dollar. Das Cloud-Geschäft (“Google Cloud“) entwickelte sich mit rund 53 Prozent Wachstum auf 8,92 Milliarden US-Dollar noch stärker. Das Kerngeschäft ist nach wie vor die Online-Werbung. Mit einem Anteil von 83,3 Prozent macht dieses nach wie vor den größten Umsatz aus.

geschaftsentwicklung-alphabet

Alphabet kann weiterhin im Vergleich zu anderen Konzernen enorm ihre Vormachtstellung ausbauen und in weitere Geschäftsfelder investieren.
Im AAQS-Score erhält Alphabet 10 von 10 Punkten. Bei diesem Scoring-System geht es um nachhaltiges Wachstum, geringe Risiken, eine hohe Kapitalrendite und eine günstige Bewertung.

aaqs-alphabet

(Tipp: Der AlleAktien Qualitätsscore lässt sich in der Software aktienRANKINGS von TraderFox abrufen)

Fazit

Ich denke mit Alphabet hat man eine absolute Datenkracke, mit der sich in der Zukunft viel Geld verdienen lässt. Viele Bereiche sind von Alphabet noch gar nicht so stark erschlossen. Man denke nur an den globalen Gesundheitsmarkt mit 5,7 Billionen US-Dolar. Auch im Bereich der Finanzwelt lässt sich noch viel aus den Daten verdienen. Die Zukunft von Alphabet ist rosig. Anleger werden noch viel Freude an der Aktie haben. Dazu fällt mir ein Zitat von Larry Page ein: “Viele Firmen haben auf lange Sicht keinen Erfolg. Was machen sie falsch? Sie konzentrieren sich nicht auf die Zukunft.“

Liebe Anleger,

ich wünsche Ihnen weiterhin erfolgreiche Investments!

Bis zur nächsten spannenden Story,

Michael Seibold

Bildherkunft: Peter Hermes Furian - stock.adobe.com

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