10 aufschlussreiche Charts, die zeigen, wie Fondsmanager denken und investieren

Für alle jene Anleger, die nach Informationen dazu suchen, wie institutionelle Anleger weltweit die Ausgangslage an den Finanzmärkten einschätzen und wie sie im Schnitt positioniert sind, ist die monatlich veröffentlichte Fondsmanager-Umfrage der Bank of America Merrill Lynch (BofAML) eine interessante Fundgrube.
Auch die Ausgabe für Mai enthält wieder einige ausschlussreiche Hinweise. Wir haben 10 der diesmal spannendsten Charts für Sie herausgepickt.

1. Barmittelquote spricht trotz hoher Bewertungen noch gegen Kurs-Top

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Quelle: BofA Merrill Lynch Global Fund Manager Survey

Immer mehr befragte institutionelle Anleger stufen die Weltbörsen als überbewertet ein. Allerdings ist die Barmittelquote aus Sicht von BofA Merrill Lynch um von einem nachhaltigen Kurs-Hoch an den Aktienmärkten auszugehen. Zumindest gelangen die Analysten zu dieser Ansicht beim Vergleich mit dem Verhalten zur Jahrtausendwende, als die TMT-Kursblase platzte. Denn während zuletzt die Barmittelquote wieder gestiegen ist, sei damals diese Quote deutlich gesunken, obwohl die Marktteilnehmer damals ebenfalls von einer Überbewertung ausgegangen seien.

2. Aber: Absicherungen vor Kurseinbrüchen wurden deutlich zurückgefahren

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Quelle: BofA Merrill Lynch Global Fund Manager Survey

Interessant in Sachen Positionierung und Markteinschätzung ist ergänzend zum erstgenannten Punkt aber auch noch folgendes: Gemeint ist damit die Antwort auf die Frage, ob man sich vor einem starken Einbruch der Aktienkurse in den kommenden drei Monaten abgesichert hat. Darauf antworteten dieses Mal 47% der Befragten, dass sie keine derartigen Positionen gekauft hätten. Das sind 15 Prozentpunkte weniger als im April und entspricht dem niedrigsten Stand seit Januar 2014.

3. Anleger halten Nasdaq-Aktien für am stärksten überlaufen

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Erstmals seit fünf Monaten halten die Befragten nicht mehr Kaufpositionen auf den Dollar als jenen Trade, in dem sich die meisten Marktteilnehmer tummeln. Netto glauben das jetzt noch 15 %, was Platz 3 bedeutet. Die Spitzenposition haben mit netto 26% jetzt die an der Nasdaq gehandelten Aktien inne. Auf Platz 2 rangieren europäische Aktien mit netto plus 15 %.

4. Aktien aus der Euro-Zone sind neuerdings besonders gefragt

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Nachdem viele Anleger Aktien aus der Euro-Zone lange links liegen gelassen haben, erfuhr zuletzt im Monatsvergleich diese Region die stärkste Positionszunahme in den Depots der internationalen Investoren. Gestiegen sind die Positionen außerdem bei Industrie-Werten, britischen Aktien und bei Aktien aus dem Bereich nichtzyklischer Konsum. Positionen abgebaut hat man dagegen bei Versorgern, Banken, zyklische Konsumgüter-Aktien und in Japan.

5. Netto-Gewichtung von Aktien aus der Euro-Zone steigt

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Konkret hat die Gewichtung von Aktien aus der Euro-Zone im Mai mit einem Anstieg im Monatsvergleich von netto plus 48 % auf netto plus 59 % den höchsten Stand seit März 2015 erreicht. Das entspricht dem dritthöchsten Stand seit Beginn der Erfassung dieser Daten. Die Standardabweichung vom langfristigen Durchschnitt beträgt 1,7.

6. Die aktuellen Long-und Short-Positionen im langfristigen Vergleich

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Quelle: BofA Merrill Lynch Global Fund Manager Survey

Die befragen Fondsmanager sind derzeit bei Banken und bei Aktien aus der Euro-Zone besonders stark übergewichtet. Beim Euro und beim britischen Pfund sind sie dagegen verglichen mit der Vergangenheit besonders stark untergewichtet.
Basierend auf den Ergebnissen kommt BofA Merrill Lnych zu dem Schluss, das antizyklisch agierende Bären, die ein schwächeres Wirtschaftswachstum erwarten, Banken und Aktien aus der Eurozone verkaufen und dagegen Anleihen sowie zyklische Konsumgüter-Aktien kaufen könnten.
Wer dagegen volkswirtschaftlich betrachtet zuversichtlich ist und mit einer anziehenden Inflation rechnet, der könnte Aktien aus dem Bereich nichtzyklischer Konsum sowie Tech-Titel verkaufen und stattdessen britische Aktien sowie Werte aus dem Energie-Sektor kaufen.

7. Viele Anleger glauben an ein volkswirtschaftliches Goldilocks-Szenario

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Die Zahl jener Befragten, die von einer säkularen Stagnation ausgeht, ist im Mai verglichen mit April zwar von 37 % auf 41 % gestiegen (rechte Skala). Das heißt, so viele Teilnehmer gehen von jeweils unter dem Trend liegenden Wachstum und Inflation aus. Gleichzeitig hat sich zuletzt aber auch der Anteil jener, die von einem Goldilocks-Szenario rechnen, deutlich erhöht. Mit 34 % (linke Skala) ist der Anteil sogar so hoch wie nie seit Beginn der Datenerhebung. Das heißt, mehr als ein Drittel setzt auf ein über dem Trend liegendes Wachstum und eine Inflation unter dem Trend.

8. Kreditverknappung in China wird derzeit als größtes Risiko wahrgenommen

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Als Risikofaktor wieder zurück in der Wahrnehmung der Anleger ist China. Dort sorgt man sich neuerdings wieder viel stärker als noch zuletzt vor einer Kreditverknappung. Im Mai war das mit 31 % sogar die größte Sorge der Befragten. Auf Platz zwei rangiert mit 19 % die Angst vor einem Einbruch an den Anleihemärkten, was ebenfalls einen Anstieg bedeutet. Etwas gesunken ist mit 16 % dagegen der Anteil jener, die einen Handelskrieg befürchten. Sehr stark nachgelassen hat dagegen die Sorge vor einem Auseinanderdriften der EU.

9. Anleger wittern in den Schwellenländer die meisten Schnäppchen

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Mit netto 82 % glauben noch immer extrem viele Befragten, dass die USA die am stärksten überbewertete Anlageregion ist. Dagegen sind netto 20 % der Ansicht, dass europäische Aktien unterbewertet sind, was einem etwas geringeren Anteil als zuletzt entspricht. Die meisten Schnäppchen wittern die Marktteilnehmer aber nach wie vor in den Schwellenländern. Netto glauben daran 44 %.

10. Noch mehr Fondsmanager als zuletzt halten den Euro für unterbewertet

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Zum gestiegenen Interesse an Aktien aus der Euro-Zone passt auch, dass noch einmal mehr institutionelle Anleger die europäische Gemeinschaftswährung als unterbewertet einstufen. Netto glauben das inzwischen 32 % nach zuletzt 30 %. Der Stand vom Mai entspricht dabei dem höchsten Anteil seit September 2002.

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