Aktien-Screenings: Die besten und schlechtesten deutschen Aktien gemessen an Bewertung, Wachstum und Qualität

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An den Weltbörsen inklusive dem deutschen Aktienmarkt war in den vergangenen Wochen einiges los. Aus der Sicht der Bullen hätte es bestimmt gerne ruhiger zugehen können. Denn zumeist waren es die Bären, die zuletzt die Oberhand hatten.

Wir haben uns vor diesem Hintergrund den Monthly Stock Tracker von Warburg Research angesehen und daraus einige Aktien-Screenings entnommen, die unabhängig davon, ob man nun auf Seiten der Bullen oder der Bären steht, ganz allgemein mit interessanten Daten daherkommen. Denn mit den untenstehenden Übersichtslisten lassen sich sowohl Kandidaten für Wetten auf fallende als auch auf steigende Kurse herausfiltern.

Die ersten beiden Übersichtslisten zeigen beispielsweise die günstigsten und teuersten deutschen Titeln aus dem von Warburg Research beobachteten Anlageuniversum von rund 200 Aktien. Das Ranking erfolgt dabei im ersten Fall anhand der KGV- bzw. EV/EBIT-Multiplikatoren für 2018 und 2019, wobei sich die Reihenfolge aus den KGV-Daten für 2018 ergibt. Im zweiten Fall geht es um die Renditen auf den freien Cash Flow wobei Immobiliengesellschaften mit ihren jeweiligen operativen Renditen (Funds From Operations) einfließen.

Dabei zeigt sich letztlich, dass es eine Handvoll an deutschen Aktien mit KGV zwischen 5,5 und 6,7 gibt, was optisch sehr günstig ist, während andere auf stattlich anmutende KGV-Relationen kommen. Auch bei den Rendite-Multiplikatoren gibt es auf Einzelwerteebene extreme Bewertungsunterschiede. Auffällig dabei: Ob günstig oder teuer, im Grunde genommen kommt kein Wert mit einer wirklich prickelnden Charttechnik daher.

Bewertung: Die günstigsten und teuersten deutschen Aktien

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Quelle: Warburg Research-Schätzungen; Schätzungen zum 1.11.18; Schlusskurse zum 31.10.18; Immobiliengesellschaften sind von PE/EV-Ratios ausgeschlossen.

Beim Auswahlkriterium Wachstum stellt Warburg Research bei der Einstufung der Titel auf die Zuwachsraten beim Ergebnis je Aktie ab. Das Ranking erfolgt auf Basis der Schätzungen für die kommenden 12 Monate. Um auch noch einen Hinweis auf die Qualität des Ergebniswachstums zu geben, finden zusätzlich das durchschnittliche Ergebniswachstum der vergangenen 5 Jahre sowie die Schätzungen für die kommenden 3 Jahre Erwähnung.

Bei einigen Einzeltiteln sieht es dabei speziell für die kommenden 12 Monate flau aus, während andere wirklich ansehnliche potenzielle Wachstumsraten vorzuweisen haben. In den vergangenen Wochen haben diese positiven Gewinnaussichten aber nur vereinzelt und temporär Rückenwind für die jeweiligen Aktienkurse gebracht.

Wachstum: Die besten und schlechtesten Zuwachsraten beim Ergebnis je Aktie

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Quelle: Warburg Research-Schätzungen; Schätzungen zum 1.11.18

Auf der Suche nach Aktien mit hoher oder niedriger Qualität zeiht Warburg Research als Schlüsselkriterium die Wettbewerbsposition eines Unternehmens heran. Um diese beurteilen zu können, stellt man auf attraktive Werte bei der Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE, return on capital employed) bzw. auf die Eigenkapitalrendite (ROE, return on equity) im Falle von Finanzwerten und Immobilientiteln) ab, wobei jeweils auf die Durchschnittswerte für die vergangenen 5 Jahre zurückgegriffen wird.

Zum untenstehende Ergebnis merkt Warburg Research unter anderem an, dass qualitativ hochwertige Unternehmen wie Rational und Fielmann die Liste anführen, sich bei diesen Gesellschaften die Qualität aber auch bereits in den Bewertungen widerspiegele. Mit Blick auf den niedrigen durchschnittlichen ROCE und den negativen ROE bei Telefonica Deutschland heißt es außerdem, das habe mit dem asset-lastigen und verlustträchtigen Geschäftsmodell zu tun.

Qualität: ROCE- und ROE-Leistungsnachweise

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Quelle: Warburg Research. Warburg-Schätzungen zum 1.11.18, ROCE werden nur im Bereich von 0 - 99% berücksichtigt
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