Elon Musk: Dominator in spe

Kommentare Simon Betschinger 1.773 Leser
Liebe Leser,

ich sehe für Tesla keine großen Hindernisse auf dem Weg zum dominierenden Unternehmen für Elektromobilität. Was sollte schiefgehen? Musk hat die beste Strategie. Die Börse liebt ihn. Er muss in den nächsten Jahren nicht einmal Geld verdienen. Der Kapitalmarkt wird ihm die notwendigen Milliarden bereitstellen.

Musk baut bereits heute die besten Elektroautos. Alle Modelle, die seit Mitte 2016 vom Band rollen, haben die "NVIDIA DRIVE™ PX 2 AI computing platform" standardmäßig eingebaut. Diese unterstützt autonomes Fahren. Irgendwann 2018, schätze ich, wird von Tesla ein Softwareupdate kommen und ab dann können Tesla-Fahrer den Autopiloten übernehmen lassen.

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Der Markt für Elektroautos wird in 10 Jahren einer einfachen Logik gehorchen: Wer die besten Akkus zu den günstigsten Preisen produziert, kann hochwertige Elektroautos zu unschlagbaren Preisen auf den Markt bringen. Elon Musk ist darum Stromunternehmer. Er verkauft Solarmodule, Solarziegel und die dazugehörigen Energiespeicher aus Lithium-Ionen-Akkus.

Musks Ziel: Die jährliche Produktion von Lithium-Ionen-Akkus so schnell wie möglich nach oben zu treiben. Seine erste Gigafactory soll die Kosten für Akkus um etwa 35 % senken. Weite Gigafactorys sind bereits geplant. Diese werden die Herstellungskosten für Akkus weiter verbilligen.

Die Akkutechnologie ist der Schlüssel um gleich 2 Märkte zu erobern. Akkus entscheiden bei Elektroautos über Reichweite und Preis. Auf dem Energiemarkt wird eine effiziente Speichertechnologie den Grundstein dafür legen, dass der Anteil von Solaranergie am Energiemix deutlich zunehmen kann. Es ist daher klug von Musk, bei der weltweiten Akkuproduktion den Ton angeben zu wollen.

Kein anderes Autounternehmen wird nächstes Jahr annähernd so hohe Stückzahlen an Elektroautos produzieren wie Tesla.  Die Elektromobilität ist ein junger Markt, in dem langfristig Skaleneffekte der entscheidende Wettbewerbsfaktor sein werden. Von Anfang an sichert sich Tesla diese Größenvorteile. Wenn die deutschen Autobauer im Jahr 2020 auch endlich mal vernünftige Elektroautos auf dem Markt haben werden, plant Tesla bereits mit einer Jahresproduktion von 1.000.000 Elektroautos.

Es gibt viele Kritiker von Tesla im Speziellen und von Elektromobilität im Allgemeinen. Deren Argumente sind aber alle falsch. "Tesla verdiene kein Geld und könne daher die Pläne langfristig gar nicht umsetzen." Falsch gedacht, Elon Musk bekommt das notwendige Geld vom Kapitalmarkt. Der Siegeszug von Tesla ist auch gleichzeitig ein Erfolg des kapitalistischen Systems, das neue Innovationen in ungeheurem Tempo auf die Märkte schleudert.

"Es gebe nicht genug Lithium, die Menschheit wir so vielle Akkus gar nicht bauen können", sagen einige Scheinkluge. "Andere sagen es gebe nicht genügend Strom", wenn alle Autos elektrifiziert sind. Unsinn! Das Angebot von Strom und Lithium folgt ganz einfachen Marktgesetzen.

Wenn die Nachfrage steigt, steigt zuerst der Preis und dann steigt das Angebot. Es wird keine Knappheit an Strom oder Lithium geben. Nichts ist leichter für die Strom-Versorger als neue Kraftwerkskapazitäten bereitzustellen. Wenn der Lithium-Preis steigt, werden Minenunternehmen neue Vorkommen erschließen und es wird Firmen geben, die sich auf das Recycling alter Akkus spezialisiert haben, um die Rohstoffe zurück zu gewinnen.

Es sind also keine Probleme in Sicht, die nicht gelöst werden könnten. Fast schon als Parodie auf die Wirklichkeit empfinde ich das Argument von Elektroauto-Pessimisten, "dass es keine Ladesäulen gebe und Elektroautos darum nicht aufgeladen werden könnten". Dazu sage ich folgendes: Um 1900 war noch kaum ein Haushalt und noch kaum ein Unternehmen an ein öffentliches Stromnetz angeschlossen. Dann begann die Elektrifizierung und die Menschen haben es geschafft, innerhalb von 20 bis 30 Jahren eine komplette Strominfrastruktur zu bauen. Darum: Ein paar Ladesäulen am Straßenrand aufzustellen, wird definitiv kein Problem sein.

Die meisten Börsianer unterscheiden in ihrem Verständnis nicht zwischen Aktie und Unternehmen. Darum sage ich folgendes: Ich bin Fan von Tesla als Unternehmen und glaube an dessen Erfolg. Ich bin aber kein Investor in der Aktie von Tesla. Sie ist mir zu teuer. Der voraussichtliche Kapitalbedarf ist zu groß.

Viele Grüße
Ihr Simon Betschinger

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Bildherkunft: © Tim Binderszewsky. Foto: Thierry Ehrmann

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