Südzucker – Nach Kursrutsch eine Rebound-Spekulation wert?

Der mögliche Handelskrieg und die Problematik von Strafzöllen sind derzeit ein Thema, das die Börsen schwankungsanfällig macht. So recht verstehen muss man das nicht. Zumindest nicht aus deutscher oder europäischer Sicht. Jahrzehntelang wurde in Deutschland heimische Kohle mit dem Kohlepfennig [Anmerkung an die jüngeren Leser: Der Pfennig war die Cent-Einheit der D-Mark] gegen viel billigere Importkohle geschützt. Gleiches gilt in der EU auch für viele Rohstoffe aus dem Agrarbereich. Den Zuckerpreis regulierte die EU z. B. seit 1968 durch Produktionsquoten und Mindestpreise und schützte die europäischen Produzenten so vor den Billiganbietern des Weltmarktes.

Doch dieser Schutzwall der Zuckermarktordnung wurde im Oktober 2017 geschleift. Nun müssen sich die europäischen Zuckerproduzenten gegen die Konkurrenz aus Übersee im offenen Wettbewerb behaupten. Die Marktöffnung hat den Preis für Zucker um 20 % einbrechen lassen.

Spurlos sei laut Euro am Sonntag diese Marktöffnung auch nicht am SDAX-Unternehmen Südzucker vorbeigegangen. Ende März habe Konzernchef Wolfgang Heer die Aktionäre mit einer Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2018/19 geschockt. Das Geschäftssegment „Zucker“ werde im laufenden Geschäftsjahr mit 100 bis 200 Mio. Euro ins Minus rutschen. Nicht schön, dachten sich die Anleger und schickten die Aktie auf Talfahrt.

Dieser Kursrutsch mache die Aktie laut Euro am Sonntag nun aber wieder interessant. Zwar dürften die Probleme der Zuckersparte die Gewinnseite des Konzerns noch ein oder zwei weitere Jahre belasten, doch Südzucker zeige sich zuversichtlich, weitere Marktanteile zu gewinnen und die Produktion auszubauen. Zudem sei Südzucker nicht in dem Maße vom Zucker abhängig, wie der Unternehmensname nahelege. Der SDAX-Konzern verdiene längst mit Produkten wie Bioethanol, Fruchtsaft oder Tiefkühlpizza  mehr als mit dem Zucker-Geschäft.

Aktuell notiere der Titel rund 20 % unter dem Buchwert von 16,50 Euro. In den zurückliegenden Jahren habe häufig eine starke Gegenbewegung der Aktie eingesetzt, wenn das der Fall gewesen sei. Euro am Sonntag rät daher zu einem Kauf der Aktie, um auf den Rebound zu spekulieren. Das Kursziel von 17,50 Euro entspricht einem Kurspotenzial von knapp 28 %.

Ein deutlich höheres Kursziel von 22 Euro hat derzeit noch die Commerzbank für den SDAX-Titel (60 % Potenzial). Zuletzt bestätigt wurde dieses „Buy-Rating“ am 27. März 2018, nachdem Südzucker die Anleger mit der ersten Prognose für das Geschäftsjahr 2018/19 geschockt hatte. Laut Analyst Michael Schäfer reflektiere das aktuelle Kursniveau bereits die zu erwartende Reduzierung der Markterwartung. Die Commerzbank hatte allerdings bereits Anfang Februar diese Entwicklung antizipiert und das Kursziel zum damaligen Zeitpunkt schon von 27 auf 22 Euro gesenkt.

sudzucker1-april-2018

sudzucker2-april-2018

 

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Bildherkunft: Südzucker


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