Varta – Megatrends sorgen für Wachstumsfantasie und Kurspotenzial beim Batteriehersteller

Börsenneulinge werden oft genug von Anlegern übersehen – der Chart gibt noch keine Handelsmarken her und die Schar der Analysten hält sich oft bei Unternehmen mit geringerem Börsenwert in Grenzen. Dabei können gerade im Nebenwertesegment Aktien mit sehr guten Wachstumsperspektiven versteckt sein.

Der Batteriehersteller Varta ist so ein Unternehmen, das Wachstumsperspektiven bietet. Eigentlich müsste es gar nicht nötig sein, den Konzern vorzustellen: Gibt es wirklich einen Haushalt in Deutschland, der nicht wenigstens ein Gerät mit einer Batterie des Konzerns betreibt? Relativ neu ist allerdings das Börsendasein von Varta. Am 19. Oktober 2017 wurde bei 24,25 Euro der erste Kurs festgestellt. Wer die Aktie zeichnete, bekam sie zu 17,50 Euro zugeteilt und konnte sich gleich über ein schönes Plus freuen.

Was macht das Geschäftsmodell von Varta für Anleger so interessant? Kritiker mögen anmerken, dass der Konzern ein einfaches Produkt für einen Massenmarkt herstellt und dass das wirklich nichts Besonderes sei. Varta-Chef Herbert Schein sieht da laut Euro am Sonntag allerdings ganz anders: „Der Akku ist heute und in zukünftigen Geräten meist die strategische Komponente. Das gilt vom schnurrlosen Headset bis zur Elektromobilität.“

Okay, da ist was dran. Batterien und Akkus gehört die Zukunft – es gibt Wachstumsfantasie hoch 2 sogar! Denn Varta ist der Weltmarktführer für Hörgerätebatterien. Hier profitiert man nicht nur von der starken Marktstellung, sondern auch von der demografischen Entwicklung. Die Menschen werden immer älter und ältere Menschen brauchen daher immer öfter ein Hörgerät. Varta arbeitet daran, die Produktionskapazitäten für Hörgerätebatterien bis 2020 um rund 25 % auszubauen.

Und dann gibt es ja noch all die Wearables, wie Fitnessarmbänder, Headsets und kabellose Kopfhörer heute neudeutsch so heißen. Die Fertigungskapazitäten für Batterien dieser Geräte wolle Varta laut Euro am Sonntag verdreifachen. Im Auge habe die Konzernleitung dabei nicht nur das Umsatzwachstum, sondern auch die Profitabilität. Varta produziere fast vollautomatisch. In Ellwangen stelle man täglich eine Million Hörgerätebatterien mit nur 2 Mitarbeitern her. Varta verfüge damit über einen Wettbewerbsvorsprung, der von der Konkurrenz kaum aufzuholen sei. Je mehr Varta produziere, um so höhere seien die Skaleneffekte.

Neben den Mini-Batterien für Hörgeräte und Wearables nehme Varta aber auch den Markt für Maxistromspeicher ins Visier – und beweist damit Weitsicht. In den kommenden 2 bis 3 Jahren laufen die ersten Einspeisevergütungen für Solaranlagen aus. Dann dürften die Strompreise deutlich unter den vor 20 Jahren garantierten Einspeisevergütung liegen. Besitzer von Solaranlagen könnten dann zum Eigenverbrauch tendieren und auf der Suche nach einem geeigneten Stromspeicher bei Varta landen. Euro am Sonntag rät langfristigen Anlegern mit einem Kursziel von 33 Euro zum Kauf (21 % Potenzial).

Ein Kurspotenzial von rund 10 % sieht die Privatbank Berenberg mit einem Kursziel von 30 Euro für die Aktie von Varta. Analyst Gerhard Orgonas hob das Kursziel um 4 Euro nach den starken Quartalszahlen des Batterieherstellers an (Umsatz: +12 % auf 134 Mio. Euro, bereinigtes EBITDA: +33 % auf 25,8 Mio. Euro, Konzernergebnis: +28 % auf 14,3 Mio. Euro). Orgonas hob seine Ergebnisschätzung daraufhin im Schnitt um 10 % an.

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